Wasser- und Bodenverbände verabschieden Gitta Twiefel

Die Chefin geht

Danken Gitta Twiefel für die langjährige Tätigkeit im Wasser- und Bodenverband: Die beiden Verbandsvorsteher Reinhard Trau (v.l.) und Gerhard Lohmann sowie Twiefels Nachfolger Lasse Störmer. Foto: Wieters

Hiddingen - Von Jens Wieters. Großer Bahnhof für eine schmale Frau: Mit einer Feierstunde wurde Freitagvormittag Gitta Twiefel, Geschäftsführerin des Kreisverbands der Wasser- und Bodenverbände im Gebiet der Wümme, im Hiddinger Gasthaus Röhrs verabschiedet.

Twiefel war insgesamt 29 Jahre für den Kreisverband in verantwortlicher Position tätig, „und das sehr gerne“, wie die 63-jährige Hiddingerin bestätigt. „Denn ich habe bis zum letzten Tag immer gerne gearbeitet.“ In den vergangenen Monaten vor allem, um ihren Nachfolger Lasse Störmer ein wenig einzuarbeiten. Der lebt mit seiner Familie übrigens in Wittorf..

Mit der Unterzeichnung ihres Arbeitsvertrags am 28. Oktober 1989 und mit Beginn ihres Beschäftigungsverhältnisses am 1. Januar 1990 hatte Gitta Twiefel den Grundstein für den Aufbau und die Entwicklung des Kreisverbands gesetzt. Im Jahr 1998 hatten die Unterhaltungsverbände Mittlere und Obere Wümme Gitta Twiefel das Angebot unterbreitet, für die Verbände tätig zu werden. Gitta Twiefel stimmte dem Vorhaben zu und übernahm, neben ihrer Beschäftigung beim Kreisverband, zusätzlich die Überarbeitung der Verwaltung beider Unterhaltungsverbände.

Und dabei kam aufgrund ihrer Weitsicht sogar eine Fusion heraus. Denn für Twiefel wurde es in dieser Phase immer deutlicher, dass es zielführend sei, die Unterhaltungsverbände und die Wasser- und Bodenverbände zu einem Kreisverband zusammenzuschließen.

Vor dessen Gründung gaben alle betroffenen Verbände im Zuge einiger Veranstaltungen und entsprechender Abstimmungen grünes Licht für das Vorhaben.

Die Gründung des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände im Gebiet der Wümme, der vorher die Endung Altkreis Rotenburg/Wümme beinhaltete, erfolgte am 1. Januar 2000.

Zeitgleich wurde die Geschäftsführung des neuen Kreisverbandes auf Gitta Twiefel übertragen, wodurch sie sich anschließend über einen langen Zeitraum hinweg als einzige Frau in der bis dato rein männlichen Riege der Geschäftsführer in Niedersachsen etablierte.

Unter ihrer Geschäftsführung wuchs der Kreisverband auf nun insgesamt 24 Mitgliedsverbände, die auf mehr als 110 000 Hektar Verbandsflächen gut 1 000 Kilometer Gewässer unterhalten müssen.

Neben 26 Gemeinden sind auch rund 18 000 Einzelmitglieder in den Verbänden erfasst, die jährlichen Haushaltsvolumen aller Verbände zusammen belaufen sich auf über zwei Millionen Euro.

Zusätzlich wurden für die freiwillige Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie durch die Unterhaltungsverbände allein in den vergangen zehn Jahren 36 Baumaßnahmen durchgeführt, deren EU-geförderte Finanzierung ebenfalls über den Kreisverband abgewickelt wurde.

„Niedersachsenweit zählen die Wümmeverbände damit schon seit Jahren zu den aktivsten Verbänden in der Fließgewässerentwicklung, sodass unter anderem durch Gitta Twiefel ein wesentlicher Beitrag zur Renaturierung der Gewässer im Einzugsgebiet der Oberen und Mittleren Wümme geleistet wurde“, wurde während des Empfangs betont.

Seit dem 1. Januar 2019 ist Gitta Twiefel freiwillig von der verantwortlichen Geschäftsführung zurückgetreten, um ihrem Nachfolger Lasse Störmer beratend zur Seite zu stehen und somit einen reibungslosen Übergang in der Geschäftsführung nach ihrem Eintritt in den Ruhestand zu ermöglichen.

„Einerseits ist es natürlich ungewohnt, jetzt nicht mehr zu arbeiten, aber andererseits freu ich mich auch auf die gemeinsamen Reisen mit meinem Mann“, so Twiefel.

Der, ehemaliger und langjähriger Leiter des Hauptamts in der Visselhöveder Stadtverwaltung, ist froh, dass „ich meine Frau jetzt für mich alleine habe“. Als nächstes stünden erstmal erfrischende Tage an der Nordsee auf dem Programm.

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