Visselhöveder Finanzausschuss stimmt Zuschuss zu

Carsharing kommt noch 2020

Hannes Wilkens (v.l.), Uwe Schmidt und Geschäftsführer Reinhard David von den Rotenburger Stadtwerken präsentieren das E-Carsharing Auto aus der Wümmestadt. Foto: Leeske

Visselhövede – In der Kreisstadt bieten die Rotenburger Stadtwerke das E-Carsharing schon einige Monate an. Nun hat der Visselhöveder Finanzausschuss dem einmaligen Zuschuss seitens der Stadt über 5 000 Euro einstimmig zugestimmt. Dem Start eines vergleichbaren Projekts an der Vissel ist damit finanziell der Weg geebnet. Noch 2020 soll es losgehen mit dem Auto auf Leihbasis. Dabei werde auf die Erfahrungen des Angebots in der Wümmestadt seit Oktober 2019 zurückgegriffen. Endgültig muss das Vorhaben dann noch der Verwaltungsausschuss am 28. Mai beschließen.

Die Berichterstattung über den Start des Carsharings hatte auch das Interesse des Bürgermeisters Ralf Goebel geweckt. Es sei ihm um einen Anknüpfungspunkt für die Ladestadion am Marktplatz gegangen und da passte das Projekt der Stadtwerke sehr gut zu der neuen Art der Mobilität. „Wir wollen versuchen, eine neue zukunftsweisende Sache für Visselhövede anzubieten. Es soll ein Anstoß für neue Mobilitätskonzepte sein“, sagte er. Klar sei, dass das keine Sache ist, die sich von selber trägt. Daher sei man als Stadt bereit, den Start auch finanziell zu unterstützen. So hieß die Präsentation, die Stadtwerke Geschäftsführer Reinhard David und Uwe Schmidt vorstellten, auch „Carsharing erreicht das flache Land“.

„Es kommt jetzt in die Gänge, auch wenn es einen kleinen Dämpfer durch Corona gab“, berichtete David über ein erstes Resümee des Testballons in Rotenburg. Dort nutzten die 20 registrierten Nutzer das Elektroauto der Marke Renault im Durchschnitt 1 050 Kilometer pro Monat bei 15 Buchungen. Dabei war der Wagen im Schnitt 160 Stunden unterwegs. Die Nutzung habe einen Ertrag von 420 Euro im Monat erbracht, der den Kosten für Reinigung, Unterhalt und Tankkarte gegenüber stehe. Denn die Kunden nutzen den Wagen inklusive der Tankkarte, wodurch der Energieverbrauch mit der Mietgebühr schon abgegolten sei.

„Die Karte soll für drei bis viertausend Ladesäulen in Deutschland gültig sein“, sagte Uwe Schmidt von den Stadtwerken. Fahren kann das Auto jeder registrierte Nutzer nach einer Führerscheinüberprüfung. Bei einer Reichweite des 135 PS-Stromflitzers von 280 Kilometern ist die Aufladung natürlich wichtig. Deswegen muss die Ladestadion in Visselhövede, wo der Standort des Wagens sein wird, auch eine Schnellladestation mit 22 Kilowatt sein. Man sei schon dabei, einen geeigneten Parkplatz im Zentrum von Visselhövede auszuwählen, wo diese Ladestadion dann installiert werde. Kostenpunkt für diesen neuen Mobilitätshotspot rund 12 000 Euro – inklusive aller baulichen Maßnahmen und Ausrüstung. Die Station werde einen weiteren Ladepunkt beinhalten, die Besitzer anderer Elektroautos ganz normal zum Aufladen nutzen können. Daher werden die zwei Parkplätze dann für Wagen mit großer Batterie reserviert.

„Das Auto muss zu den Menschen“, so Schmidt. Das Auto müsse dort stehen, wo die Leute sind, weshalb ein zentraler Standort wichtig sei. „Wir können uns sehr gut vorstellen, dass das auch in den Dörfern sein kann. Wozu braucht man im Ruhestand unbedingt ein zweites Auto. Mit 700 bis 800 Einwohnern im Dorf kann das funktionieren“, blickte David in die Zukunft. Daher sei das Modell auch schon in Wittorf dem Bürgerverein vorgestellt worden. Ganz begeistert von dieser Art Zukunftsmobilität zeigte sich auch Bürgermeister Goebel: „Dorfauto heißt das in Schleswig-Holstein. Ein total faszinierendes Modell.“

Etwas auf die Bremse musste Uwe Schmidt dann allerdings doch treten. Der städtische Verkehr sei in der Coronakrise deutlich weniger geworden, und deshalb sei aktuell ein Start in Visselhövede unglücklich. Er drückte aber die Hoffnung aus, bis zum Jahresende zu starten.

Die Kosten

Wer das E-Carsharings nutzen möchte, zahlt zehn Euro monatlich als Grundgebühr, fünf Euro kommen für jedes weitere Familienmitglied hinzu. Die Miete pro Stunde beträgt sechs Euro, pro Tag 25 Euro, für ein Wochenende 60 Euro. Der Strom ist inklusive.

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