Mannshohes Exemplar vor der Tür

Manfred Kregel aus Jeddingen hat ein Faible für Nussknacker

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Das selbst gebaute und bemalte Exemplar von Manfred Kregel eignet sich wohl eher zum Knacken von Kokosnüssen.

Jeddingen - Von Jens Wieters. Nussknacker aus Blech? „Die kommen mir nicht ins Haus“, sagt Manfred Kregel. Er greift nämlich lieber zur Motorsäge, Raspel und zum Hobel. Und wenn er diese Werkzeuge irgendwann zur Seite legt, dann staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. So kann sich das vorerst letzte Produkt des Jeddingers sehen lassen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn vor dem Haus an der Dorfstraße steht pünktlich zum morgigen ersten Advent ein mannshoher Nussknacker – aus Holz natürlich.

Und wer den etwas grimmig dreinblickenden Mann in seiner bunten Uniform passiert hat, der stolpert quasi über eine Armee von Nussknackern, die sich in der Wohnung der Kregels verteilen. Denn der 70-Jährige ist ganz vernarrt in die Figuren, die immer zur Weihnachtszeit ihren mehrwöchigen Auftritt haben.

„Begonnen habe ich die Sammlung im Jahr 2001. Da habe ich eine Haushaltsauflösung gemacht und dabei einen kaputten, etwa 35 Zentimeter großen Nussknacker aus Holz entdeckt. ,Den kannste doch reparieren‘, habe ich mir gesagt und ihn mitgenommen“, erzählt der Rentner. Zuhause hat er sein Werkzeug geschnappt und das Männchen wieder auf Vordermann gebracht. „Und zwar so, dass er auch Nüsse knacken kann.“ Dieses doch eher seltene Hobby hat Kregel so gut gefallen, dass er Ausschau hielt nach weiteren Exemplaren. „Meistens fahre ich ganz früh morgens auf Flohmärkte und gucke gezielt nach Nussknackern. Dann muss nur über den Preis verhandelt werden.“

So sind im Laufe der vergangenen Jahre 80 verschiedene Modelle in ihr neues Zuhauses in Jeddingen eingezogen. „Und nur eins ist doppelt“, so Kregel stolz. Zwar ging es für die meisten zunächst auf die Krankenstation in den Kregel-Keller, wo sie fehlende Arme und Beine ersetzt bekamen, aber auch schon mal die wichtige und wuchtige Kinnlade erneuert wurde. Denn funktionieren muss alles. Dann gab‘s hier und da noch mal einen Pinselstrich mit knalliger Farbe auf die Figur und die Nussknacker sahen wieder aus wie frisch aus einer Kunstschreinerei im Erzgebirge.

Überall in der Wohnung der Kregels stehen die Nussknacker – als Räuber oder Soldat.

Blöd nur, dass nicht das ganze Jahr über Weihnachtszeit ist. „So müssen sie elf Monate im Keller verweilen, aber am ersten Advent ist es soweit“, freut sich Kregel in jedem Jahr auf den Dezember. Und dann kommt auch seine Frau ins Spiel. „Denn ich schnappe mir alle Figuren, staube sie vorsichtig ab und putze sie auf Hochglanz“, verrät Irmtraud Kregel etwas über ihren Part an der Sammlung. Erst wenn alles wieder picobello blinkt, werden die Nussknacker in Reih und Glied aufgestellt.

So beobachten wilde Seeräuber und andere finstere Gesellen auf der Flurfensterbank, wer den großen Garten betritt. In adretten Uniformen gekleidete Soldaten stehen auf den Treppenstufen Spalier, und ganz oben im Flur ist dann auch ein ganz offensichtlich weibliches Exemplar zu bestaunen. „Die habe ich von meinen Enkelkindern geschenkt bekommen“, sagt Manfred Kregel. Denn mittlerweile sammeln nicht nur die Familie, sondern auch Freunde und Bekannte mit.

In der Weihnachtszeit ist auch Irmtraud Kregel gefordert, die für ein glänzendes Aussehen der Holzmänner sorgt.

Um seiner Leidenschaft ein wenig die Krone aufzusetzen, hat der handwerkliche Allrounder einen mannshohen Nussknacker gebaut, „Zwei Jahre lang habe ich das Kiefernholz getrocknet, dann den Rumpf, die Arme und Beine und schließlich den etwas komplizierteren Kopf gebaut. Am Ende kam noch ein bisschen Farbe drauf und fertig“, sagt Kregel bescheiden.

Jetzt bewacht das hölzerne Unikat die Eingangstür und wird selbst vom Haushund bewacht, damit sich möglichst viele Leute möglichst lange an dem Anblick erfreuen können.

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