Bungalow-Überflutung beschäftigt Hauseigentümer / Rotenburger Patent schützt

Sensoren lassen das Wasser in der Leitung

+
Peter Drewes vor dem Modell eines Systems, das Überflutungen von Häusern – wie im Januar in einem Bungalow Wittorf geschehen – unmöglich macht.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Ein defektes Eckventil oder ein geplatzter Waschmaschinenschlauch: Schon ist der Wasserschaden groß, wenn die Haus- oder Wohnungseigentümer nicht vor Ort sind. Das musste der Eigentümer eines Wittorfer Bungalows Mitte Januar erleben, als sein Haus komplett voll gelaufen war. Gibt es keine Art Alarmanlage für solch ein Ereignis? „Doch“, sagt Peter Drewes, der gemeinsam mit einer Rotenburger Firma das Wasserleck-Protect-System zum Patent angemeldet hat, die es auch herstellt.

Der Hassendorfer war durch die Berichterstattung unserer Zeitung auf den immensen Schaden aufmerksam geworden, den vermutlich eine defekte Zuleitung der Gästetoilette im ersten Stock des Hauses angerichtet hatte.

Viele Hauseigentümer beschäftigten sich mit dem Vorfall und suchten Lösungen, damit ihnen nicht das gleiche Schicksal droht.

Während Fachleute des Wasserversorgungsverbands Hauseigentümern den Tipp gaben, bei längerer Abwesenheit „immer den Haupthahn zuzudrehen, was leider kaum jemand macht“, arbeitet das System, das Drewes mit der in Verden ansässigen Firma Wasserschutz GmbH vertreibt, grundsätzlich mit einer geschlossenen Wasserleitung.

„Dabei handelt es sich um einen Kugelhahn der sich in einer geschlossenen Stellung befindet und nur mit Funksignalen geöffnet wird“, erzählt der gelernte Versicherungskaufmann, der sich aber mehrere berufliche Standbeine erarbeitet hat.

Das Ganze funktioniert laut Drewes relativ simpel. Wird Wasser zum Beispiel im Badezimmer benötigt, erkennt ein Bewegungsmelder, dass sich eine Person in dem Raum befindet. Der sendet ein Funksignal an die Steuereinheit, die den Absperrhahn innerhalb von Millisekunden öffnet. Nach dem gleichen Prinzip werden auch Küchen oder Kellerräume gesichert, in denen Wasseranschlüsse vorhanden sind.

Verlassen die Personen die Räumlichkeiten, meldet der Sensor dies der Steuereinheit, die den Haupthahn wieder dicht macht.

„Besondere Fühler am Geschirrspüler und der Waschmaschine erkennen das sich im „Aquastop“-Ventil beim Schalten bildende Magnetfeld und senden ein Funksignal, das das Absperrventil öffnet. Nach der Wäsche folgt das Schließsignal“, erläutert Drewes das einfache Prinzip.

Zum Paket, das rund 1100 Euro kostet, gehören auch Durchflusssensoren für automatische Heizungsnachspeisungen oder Kühlschränke mit Wasseranschluss, die für die Funktion dieser Geräte sorgen.

Drewes und seine Geschäftspartner sind nicht die einzigen, die solche Systeme anbieten, „aber wir gehen bei der Vermarktung jetzt den Weg über die Versicherungen. Einige bieten ihren Kunden bereits Rabatte bei der Gebäudeversicherung an, wenn sie diese Schutzvorrichtung einbauen lassen“, erläutert Drewes, der mit Zahlen beeindruckt: „Versicherungen in Deutschland zahlen mehrere Millionen Euro pro Woche für Wasserschäden.“

Den Einbau eines solchen Systems könnten Installateure innerhalb von gut zwei Stunden erledigen.

„Eine Wartung ist überflüssig, lediglich die Batterien der Bewegungsmelder müssen einmal jährlich getauscht werden. Dafür kann man aber sorgenfrei in den Urlaub fahren und der Nachbar kann problemlos die Blumen gießen, ohne umständlich den Haupthahn zu suchen“, so Drewes.

Mehr zum Thema:

UN: Zahl der Syrien-Flüchtlinge übersteigt 5-Millionen-Marke

UN: Zahl der Syrien-Flüchtlinge übersteigt 5-Millionen-Marke

Müntefering zur Türkei: "Der Angriff trifft nicht nur mich"

Müntefering zur Türkei: "Der Angriff trifft nicht nur mich"

Eine Reise nach Rom: Besuchen Sie die Hauptstadt Italiens

Eine Reise nach Rom: Besuchen Sie die Hauptstadt Italiens

Bilder aus der Sat. 1-Show: „Nacktes Überleben - Wie wenig ist genug?“

Bilder aus der Sat. 1-Show: „Nacktes Überleben - Wie wenig ist genug?“

Meistgelesene Artikel

Feuerwehren vor großer Umstrukturierung

Feuerwehren vor großer Umstrukturierung

Drei Leichtverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto

Drei Leichtverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Kommentare