SPD, Grüne und Linke einig

Milchviehhalter diskutieren mit Bundestagskandidaten

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Von Optimismus war in den Reihen der Milchbauern während der Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidaten im Gasthaus Röhrs in Hiddingen wenig zu spüren.

Hiddingen - Von Tobias Woelki. Welche Positionen zur Landwirtschaft und besonders zu Existenzfragen von Milchviehbetrieben vertreten die Bundestagskandidaten? Das wollte die Kreisgruppe Rotenburg des Bundesverbands der Deutschen Milchviehhalter wissen und lud die Bundestagskandidaten der SPD, CDU, Grünen, FDP, Freie Wähler, Linke und der AfD aus dem Wahlkreis Rotenburg I - Heidekreis zur Diskussionsrunde ins Hiddinger Gasthaus Röhrs ein, die von Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel moderiert wurde.

In der anschließenden Fragestunde verlangten Landwirte EU-weite marktregulierende Maßnahmen und ein Instrument, das frühzeitig Milchüberproduktionen erkennt. Zuvor positionierten sich die Bundestagskandidaten zur Zukunft der Landwirtschaft.

Bundestagsabgeordnete Kathrin Rösel (CDU) erklärte: „Ich komme aus der Landwirtschaft. Ich möchte hin zu einem pragmatischen Miteinander von Gesellschaft und Landwirtschaft. Zwischen Milchviehhaltern und Molkereien muss es ein faires Miteinander geben. Mit mir haben sie immer einen Ansprechpartner.“

Klingbeil: „Gräben schließen und vermitteln“

MdB Lars Klingbeil (SPD) betonte: „In der Landwirtschaftspolitik gibt es Gräben, Die müssen wir schließen und vermitteln. Wir müssen uns um Themen wie der Digitalisierung in der Landwirtschaft, um Regionalvermarktung und Grundwasserschutz kümmern.“ Auch gebe es keinen funktionierenden Milchmarkt. „Förderungen müssten an Umweltmaßnahmen gekoppelt werden und wettbewerbsrechtlich müssen wir schauen, was Politik ändern kann. Bringen sie sich als Verband ein“, forderte Klingbeil.

Neben Astrid zum Felde und Hendrik Jürgens moderierten und beantworteten Fragen (v.l.): Agnes Hasenjäger, Lars Klingbeil, Ralf Goebel, Kathrin Rösel, Günter Scheunemann und Ellen Gause.

Kandidat Hendrik Jürgens (FDP) führte aus: „Landwirte müssen als vollwertige Marktteilnehmer akzeptiert werden, um angemessene Preise zu erzielen. Der Markt ergibt sich aber aus Angebot und Nachfrage.“

Dass Fördergelder an Umweltmaßnahmen gekoppelt werden müssen, forderte auch Ellen Gause (Grüne). „Wir brauchen eine EU-weite Regelung, um einen stärkeren Milchmarkt zu bekommen. Es muss mehr Geld in die Forschung gesteckt werden.“

Scheunemann: „Die Landwirtschaft ist gespalten“

Günter Scheunemann (Freie Wähler) bilanzierte: „Die Landwirtschaft ist gespalten, auf der einen Seite die Milchlandwirte, auf der anderen die Energielandwirte. Die Milchlandwirte haben viele Nachteile und müssen gefördert werden. Sie brauchen mehr Verdienst und einen fairen Markt.“

Astrid zum Felde (AfD) merkte an: „Die Globalisierung der Märkte und die Konzentration im Einzelhandel sind die Probleme. Die EU hat einen großen Wasserkopf. Hier müssen Kompetenzen von der EU auf die Landesebene verlagert und Hilfen für Großbetriebe gedeckelt werden. Die Landwirte sollten sich in Genossenschaften organisieren. Wir sind gegen Klimaschutz, weil man Klima nicht schützen kann. Das ist eine Ideologie.“

Agnes Hasenjäger (Die Linke) hatte ebenfalls ihre Sicht der Dinge: „Wir wollen eine bäuerliche Landwirtschaft. Wir müssen wieder zu einer Mengenregulierung kommen und Subventionen an Leistungen im Umweltschutz binden.“

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