Auch in Corona-Zeiten aktiv

Bürgerstiftung Visselhövede: Schnelle Hilfe für Vereinsprojekte

Die Kuratoriumsmitglieder Hannes Wilkens (v.l) Jens Gilberg und Jörg Schlichting von der Visselhöveder Bürgerstiftung.
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Die Bürgerstiftung mit dem Kuratoriumsmitgliedern Hannes Wilkens (v.l) Jens Gilberg und Jörg Schlichting hat sich mittlerweile fest etabliert und wird bei vielen Anlässen durch Spendengelder unterstützt.

Wenn es um einen verlässlichen Partner für Vereine und andere Institutionen geht, dann wird in Visselhövede immer öfter die Bürgerstiftung genannt, die jetzt seit etwas mehr als sechs Jahren gemeinnützigen Organisationen bei verschiedenen Projekten finanziell unter die Arme greift.

Visselhövede – Selbst die Corona-Pandemie konnte die Bürgerstiftung nicht stoppen, die 2015 aus der Taufe gehoben wurde, nachdem ein Visselhöveder Einwohner einen mittleren fünfstelligen Betrag für Aktivitäten für das Allgemeinwohl in der Stadt zur Verfügung gestellt hatte. Denn gut 11 000 Euro hat die Stiftung im Jahr 2020 verteilt. Profitiert haben verschiedenen Sportvereine, Projekte der Dorfgemeinschaften in Nindorf, Drögenbostel und Wehnsen sowie die Jeddinger Elterninitiative und auch das Theater Metronom.

„Das Geld ist vor allem durch Spenden zusammengekommen“, freut sich Stiftungssprecher Hannes Wilkens. Und dabei haben sich die Unterstützer äußerst kreativ gezeigt, denn es gab nicht nur einfache Überweisungen, „über die wir uns natürlich auch sehr freuen“, wie Wilkens betont, sondern auch zum Beispiel bei runden Geburtstagen oder sonstigen Feiern verweisen die Gastgeber oft auf die Stiftung, „statt die 30. Krawatte“ geschenkt zu bekommen. Das sei natürlich im vergangenen Jahr wegen der Corona-Beschränkungen ein wenig zu kurz gekommen. Aber: „Auch in Testamenten werden wir zum Glück oft berücksichtigt“, informiert Jörg Schlichting, der als zweiter Vorsitzender ebenfalls im Vorstand der Stiftung aktiv ist und glücklich darüber ist, dass die Stiftung in den Köpfen der Visselhöveder so präsent ist.

„Wir versuchen, unsere Hilfe möglichst breit zu streuen“, erläutert Jens Gilberg, der als Banker bei der Sparkasse Visselhövede Ansprechpartner für Vereine oder „andere gemeinnützige“ Organisationen ist. „Denn nur solche können von uns eine Förderung erwarten. Das ist in den Stiftungstatuten so vorgegeben.“

Denn auch bei einer Bürgerstiftung greift das Stiftungsrecht. Und das ist nämlich ein wenig komplizierter als gedacht. Das Stiftungskapital darf nicht angegriffen werden, sondern die Förderungen erfolgen nur durch die erwirtschafteten Zinsen oder durch Spenden. „Da wir aber aus Stiftungssicht leider seit Jahren eine Niedrigzinsphase haben, sind wir aktuell vor allem auf Spenden angewiesen“, so Gilberg.

Die können auch klein sein. „Wir nehmen jeden Cent“, so Wilkens und meint damit das gute Dutzend Spendengläser, die in einigen Geschäften im Kassenbereich aufgestellt worden waren. „Dort landet im Normalfall wenn die Läden wegen Corona nicht geschlossen haben, viel Kleingeld, ab und an auch noch D-Mark-Münzen und auch ausländische Währungen.“ Aber auch das sei kein Problem und werde vom Vorstand entsprechend in Euro umgetauscht.

Die von der Stiftung betriebenen Förderungen sind allerdings nicht auf bestimmte Personengruppen begrenzt, sondern für Jung und Alt ebenso bestimmt wie für Kunst und Kultur, Umwelt und Natur, Heimat und Brauchtum.

Visselhövede soll laut Kuratorium nämlich auch künftig eine kulturell vielseitige, lebendige und gepflegte Stadt für alle Generationen sein. „Darum werden natürlich weiterhin Helfer gesucht“, so Jörg Schlichting. So kann man als sogenannter Zustifter mit einer Einzahlung zum Aufbau des Stiftungskapitals beitragen oder durch ein Vermächtnis die Region stärken. „Mit einer Spende können Förderer dazu betragen, dass Projekte recht zeitnah umgesetzt werden. Aber man kann sich auch persönlich engagieren.“

Die Umsetzung der Förderung ist recht einfach und unbürokratisch: In einem schriftlichen Antrag wird das gemeinnützige Projekt von den Vereinen erklärt. Dann entscheiden der Vorstand und das Kuratorium über die Förderfähigkeit, bei positiven Entscheid wird das Projekt umgesetzt. „Die Visselhöveder Vereine können uns ganz einfach und formlos ansprechen“, animiert Schlichting.

Die Mitglieder des Kuratoriums hoffen, dass schon bald das Nach-Corona-Leben zurückkehrt, damit auch wieder ein paar Veranstaltungen durchgeführt werden, bei denen die Stiftung mehr in das Blickfeld der Spendenwilligen rückt. „Natürlich sind wir auch wieder beim Apfelmarkt im Oktober und beim Martinsmarkt im November mit Aktionen dabei, denn an unseren Ständen kommt dann auch immer eine hübsche Summe zusammen“, so Jens Gilberg.

Das Kuratorium macht sich nämlich auch ein wenig Sorgen, dass durch die lange Zeit der Beschränkungen, in der auch das Vereinsleben gänzlich zum Erliegen kommt, deren Mitglieder vielleicht mehr Spaß daran haben, auf dem Sofa zu sitzen und digital aktiv zu sein, statt gemeinsam mit anderen Sport zu treiben. „Vielleicht könnten wir ja einen Ideenwettbewerb für Vereine starten und die unterstützen, die eine besondere Art von Training vor den Bildschirmen anbieten“, will Gilberg auch in diesen Lockdown-Zeiten die Hände nicht in den Schoß legen.  

Kontakt

Die Bürgerstiftung Visselhövede ist unter der postalischen Adresse Schäferstraße 5, 27374 Visselhövede, (zu Händen Susanne Armbrust) zu erreichen. Per Mail unter info@buergerstiftung-visselhoevede.de

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