Rollendes Labor des Gewässerschutzes auf dem Marktplatz / Analyse vor Ort

Brunnenwasser auf dem Prüfstand

Harald Gülzow (l.) und Lennart Hoster vom VSR-Gewässerschutz erwarten am Montag viele Proben aus Visselhöveder Brunnen. Foto: : VSR

Visselhövede – Im Garten wurde dieses Jahr viel Wasser zum Befüllen des Planschbeckens und zum Gießen der Pflanzen benötigt. „Spätestens dann stellt das Wasser aus dem eigenen Brunnen eine wichtige Alternative zum kostbaren Leitungswasser dar. Wer Brunnenwasser nutzt, trägt zu einem nachhaltigen Umgang mit unseren Trinkwasservorräten für die Zukunft bei“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Aber wie es ist es um das Grundwasser in der Region Visselhövede bestellt? Wer sich alljährlich den Teich der Visselquelle direkt an der St.-Johannis-Kirche anschaut, der kommt angesichts der wiederkehrenden Algenplage doch ein Stück weit ins Grübeln. Als Ursache wurde bereits vor Jahren Nitrat ausgemacht. „Leider verschmutzen Nitrate das Grundwasser der landwirtschaftlich intensiv genutzten Region“, so Bareiß-Gülzow.

Ob das eigene Brunnenwasser zum Gießen oder als Trinkwasser für Tiere geeignet ist, kann man am Labormobil der Organisation VSR-Gewässerschutz erfahren. Und das hält am Montag, 7. Oktober, auf dem Marktplatz in Visselhövede. Wasserproben nehmen Harald Gülzow, Projektleiter und ein Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst von 9 bis 11 Uhr am Labormobil entgegen. Eine Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine geringe Kostenbeteiligung von zwölf Euro durchgeführt.

„Diese Untersuchung wird vor Ort erledigt, sodass die Bürger ihre Ergebnisse schon gegen Ende der Aktion abholen können. Gegen weitere Kostenbeteiligungen werden umfangreichere Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien angeboten. Das Ergebnis dieser Analysen wird mit einer Bewertung per Post zugesandt“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Brunnenbesitzer werden mit ihren Messwerten nicht allein gelassen. Das Team vom VSR-Gewässerschutz berät anhand der Messergebnisse, wofür das Brunnenwasser geeignet ist.

Außerdem beantwortet Diplom-Physiker Harald Gülzow, der Experte zum Thema Brunnenwasserqualität, immer freitags zwischen 9 und 12 Uhr Fragen unter der Rufnummer 02831 / 9763342. Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, sollen zur Probenahme und Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden. Besonders geeignet sind dabei bis zum Rand gefüllte 0,5 Liter-Flaschen aus Kunststoff.

Das Gewässerschutzteam bietet am Mobil neben den allgemeinen Informationen zu Belastungen und deren Ursachen auch eine individuelle Beratung für den jeweiligen Brunnenbesitzer an, um mögliche Belastungen und deren Ursachen zu besprechen.

Die Umweltschützer möchten beim Thema Wasserqualität besonders die breite Öffentlichkeit einbeziehen. „Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir: Unbelastetes Grundwasser“, so Susanne Bareiß-Gülzow. Die Brunnenbesitzer und der Verein trögen gemeinsam dazu bei, dass die Wasserqualität des Grundwassers verbessert werde – auch außerhalb von Wasserschutzgebieten. Dem VSR-Gewässerschutz sei es wichtig, dass die Menschen über Belastungen des Grundwassers informiert würden „Messergebnisse werden regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlich erkennbar zu machen. So wurde auch eine Nitratkarte Niedersachsen 2018 erstellt, die auf der Homepage der Gewässerschützer zu sehen ist.“

Seit 38 Jahren engagiert sich die Umweltschutzorganisation für den Schutz des Grund- und Oberflächenwassers vor Verunreinigungen. Der VSR-Gewässerschutz entstand als Zusammenschluss von Bürgerinitiativen im Rheineinzugssystem. Der VSR-Gewässerschutz analysiert nicht nur, sondern bewertet, klärt auf, benennt die Ursache und stellt Forderungen, um die Belastungen zu reduzieren.

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