Brockeler Regenrückhaltebecken ist bundesweites Vorzeigeprojekt

Biotop erregt Aufsehen

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Das Vorzeige-Biotop mit Brockels Bürgermeister Rolf Lüdemann (l.) und Sarina Pils vom Nabu in Rotenburg.

Brockel - Von Tobias Woelki. Das Paradies liegt gleich vor der Haustür. Vor zwei Jahren hat die Gemeinde Brockel in östlicher Lage ein naturnahes Biotop errichtet, um damit das Oberflächenwasser zu speichern und dosiert in einen Graben weiterzuleiten. Eine kleine Besonderheit, denn andere Kommunen errichten zu diesem Zweck eher ein technisches Bauwerk.

Aber nicht so in Brockel. Die Gemeinde hat das Biotop in Kooperation mit dem Nabu Rotenburg als naturnahes Regenrückhaltebecken angelegt – mit einer unregelmäßig geschwungenen Uferlinie, kleinen Buchten und flachen Uferböschungen. Das Becken hat sich in den vergangenen 24 Monaten prächtig entwickelte. Seltene Tier- und Pflanzenarten sind dadurch angelockt worden. „Wir haben hier bereits Schafgarbe, Braunelle, die Wilde Möhre und an Tieren verschiedene Libellen und Frösche gesehen“, freut sich Sarina Pils vom Nabu.

Das Brockeler Vorzeigeprojekt ist ein gelungenes Beispiel einer naturnahen Gestaltung – mit dem Ziel, dass sich in dem künstlichen Gewässer eine Chance für den Artenschutz bietet. Durch einen Beitrag im Fernsehen und über das Internet hat sich das Brockeler Vorzeigebiotop mittlerweile sogar bundesweit einen Namen gemacht. „Inzwischen ist es so bekannt, dass sich Besuchergruppen aus anderen Bundesländern gemeldet haben, um sich das Biotop anzuschauen“, sagt Pils. „Mit dem Wechsel von Flach- und Tiefenwasserzonen besitzen wir quasi ein Mini-Wattenmeer vor der Tür“, so Brockels Bürgermeister Rolf Lüdemann.

Allerdings sollte keiner auf die Idee kommen, durch die Tiefwasserzonen zu waten. Denn das Gewässer ist alleine der Pflanzen- und Tierwelt vorbehalten.

Die Notwendigkeit des Rückhaltebeckens liegt darin, dass der Regen aufgrund des Baus von immer mehr Häusern, Straßen und Plätzen kaum noch vor Ort versickern kann. Damit das Niederschlagswasser nicht ungereinigt und ungebremst in die Flüsse gelangt und dort Lebensgemeinschaften schädigt und Überschwemmungen verursacht, sind Puffer vorgeschrieben, weiß Lüdemann. Große künstliche Gewässer fangen das Wasser auf und geben es zeitverzögert und gereinigt an die Fließgewässer weiter.

Das Problem: „Oftmals werden solche Regenrückhaltebecken nur im Hinblick auf ihre technische Funktion gebaut“, erklärt Pils. Bei solchen statisch empfundenen Bauten können aber keine Tiere und Pflanzen existieren. Die Gemeinde ging daher einen anderen Weg. Um die Akzeptanz zu erhöhen, ist ein Teilbereich des Geländes für Besucher zugänglich. Von einem kleinen Beobachtungssteg kann jeder auf die Wasserfläche schauen. Informationstafeln über die Bedeutung der Gewässerflächen und der vorkommenden Arten informieren den Besucher.

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