Großübung in Schwitschen / Jugendliche als Statisten / Echter Kreislaufkollaps

„Brand“ im Kinderheim fordert vier Feuerwehren

Das Löschwasser wurde aus einem Teich gepumpt.

Schwitschen - Großer Schreck für die Bewohner der Schwitscher Kinder- und Jugendwohngruppen: Nichtsahnend waren die Jugendlichen erschöpft von einem Ausflug in ihren Zimmern und ruhten sich aus, als die Rauchmelder laut Alarm schlugen.

Panisch wurden die Türen zum Flur aufgerissen, um zu sehen was passiert war. Auf dem Gang waberten dichte Rauchschwaden, die die Jugendlichen notgedrungen zwang, in ihren Zimmern zu bleiben und auf Hilfe zu hoffen. Keine Minute später heulten die Sirenen in und um Schwitschen.

„Genau so kann der Ernstfall aussehen. Um dafür gewappnet zu sein, führte die Schwitscher, Buchholzer, Hiddinger und Visselhöveder Feuerwehr diese Großübung durch“, heißt es in einer Meldung der Brandschützer.

Die angenommene Lage war durchaus brisant, denn in dem Gebäude hielten sich zum Zeitpunkt der Alarmierung noch zwölf Personen auf, einige Betreuer sowie Kinder und Jugendliche. Weiterhin brannte ein Zimmer im ersten Stock des Hauses, was zu der erheblichen Rauchentwicklung führte.

Das Übungsszenario sah vor, dass beim Eintreffen der Feuerwehren am Einsatzort die Menschenrettung Priorität hatte. „Die Kameraden nahmen Schreie aus dem Gebäude war. Jetzt galt es Ruhe zu bewahren und das Gelernte umzusetzen. Zügig rüsteten sich die ersten Trupps mit schwerem Atemschutz aus und gingen durch den Kellereingang und durch den Haupteingang vor“, so Feuerwehrsprecher Jonas Hermonies. Im Keller wurden demnach fünf Personen angetroffen, die bei einer gemütlichen Partie Tischkicker die Aufregung im restlichen Gebäude gar nicht wahrgenommen hatten. Sie wurden zur Verletztensammelstelle gebracht.

Die anderen Atemschutztrupps, die über den Haupteingang in den ersten und zweiten Stock zur Personensuche vorgingen, fanden sieben, teilweise bewusstlose Personen. Die Rettung gestaltete sich allerdings schwierig, denn die Jugendlichen befanden sich direkt im Szenario und reagierten panisch und irrational. So liefen einige der bereits geretteten Personen zurück in das Gebäude, um nach vermissten Freunden selbst zu suchen oder persönliche Wertgegenstände zu retten.

Während ein Teile der Feuerwehrleute mit der Menschenrettung beschäftigt war, bereiteten weitere Einsatzkräfte die Löschwasserversorgung aus einem Teich vor und richteten einen weiteren Fluchtweg mittels Steckleiter über den Balkon ein. „Zwischendurch wurden verwirrte Jugendliche im Garten aufgegriffen“, beschreibt Hermonies das Übungsbild.

Die sommerlichen Temperaturen machten nicht nur den Atemschutzgeräteträgern in dicker Einsatzkleidung besonders zu schaffen, einer der „Statisten“ bekam während der Übung vor lauter Aufregung einen Schwächanfall, der durch einen Feuerwehrmann mit Sanitäterausbildung unverzüglich behandelt wurde.

„Insgesamt waren 44 Feuerwehrkräfte mit acht Fahrzeugen und der Stadtbrandmeister Heiko Hermonies vor Ort, der den Jugendlichen für ihre eindrucksvolle Darstellung als Hilfebedürftige dankte“, heißt es weiter. Katrin Pape, Leiterin der Kinder- und Jugendwohngruppe, bedankte sich für die Einsatzübung und überreichte eine Spende für die Jugendfeuerwehr, damit die Brandschützer von morgen gut ausgebildet sind.

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