Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle zieht eine erste Bilanz und blickt auf 2015

„Eine Reihe dicker Bretter zu bohren“

Dir Eberle macht es „jeden Tag Spaß“ zur Arbeit zu gehen.
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Dir Eberle macht es „jeden Tag Spaß“ zur Arbeit zu gehen.

Bothel - Von Jens Wieters. Heute geht das Jahre 2014 zu Ende und im Botheler Rathaus blickt der neue Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle im Interview auf ein ereignisreiches Jahr zurück und wagt einen Ausblick.

Herr Eberle, Sie sind seit einigen Wochen  im Amt. Ihr erstes Fazit als Samtgemeindebürgermeister?

Dirk Eberle: Natürlich macht man sich vor Amtsantritt Gedanken, ob und wie gut die Zusammenarbeit in der Verwaltung funktioniert, wie sich die Mehrheitsverhältnisse im Rat auf meine Ziele und deren Umsetzung auswirken werden. Das hat bisher ganz hervorragend geklappt! Nicht nur die Routinen in der Verwaltung laufen reibungslos weiter, sondern auch die Unterstützung, die ich für meine individuelle Arbeit brauche, steht mir vorbehaltlos zur Verfügung.

Haben Sie sich die tägliche Arbeit so vorgestellt?

Eberle: Durch die ausführliche Vorbereitung im Vorfeld und die freundliche Übergabe des Amtes gab es da kaum große Überraschungen. Ich freue mich jeden Tag, mich um Themen zu kümmern, die den Menschen in der Samtgemeinde nutzen und helfen, auch wenn es manchmal nur um Kleinigkeiten oder auch um kleine Schritte in großen Aufgaben geht: Es macht mir jeden Tag Spaß zur Arbeit zu gehen.

 Die Kreisumlage wird um 1,5 Prozentpunkte erhöht. Was bedeutet das für die Gemeinden?

Eberle: Die Samtgemeinde trifft diese Entscheidung auf Grund des vorgegebenen Erhebungsschlüssels nicht so stark, die Mitgliedsgemeinden dafür umso dramatischer: Sie haben mehr als 100000 Euro für die Umlage des Kreises aufzubringen. Die Erhöhung ist in meinen Augen ein Griff in die Taschen derjenigen, die bereits seit Jahren ihren Beitrag zur Konsolidierung des Finanzhaushalts des Landkreises geleistet haben. Und auch die Kommunikation dieses Themas mit den Betroffenen finde ich beschämend: Man kann nicht die Kreisverwaltung einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf zur Planung an die Kommunen geben lassen und erst Wochen später ohne Vorwarnung oder Diskussion so enorm hohe zusätzliche Beträge verlangen. Das ist das Gegenteil von kommunalem Miteinander!

Die Ursachenforschung hinsichtlich der erhöhten Krebsrate bei Männern in der Samtgemeinde wurde durch eine Umfrage ergänzt. Folgt nun die Bewertung?

Eberle: In den letzten Wochen sind mehr als die Hälfte der Fragebogen ausgefüllt an das Gesundheitsamt zurückgesandt worden. Das ist eine recht ordentliche Quote, aber steigerungsfähig. Auch wer jetzt zwischen den Jahren zu Hause ist und zur Ruhe kommt, sollte sich den Brief noch einmal vornehmen, ausfüllen und zurückschicken. Erst wenn wir erkennen können, wie viele Krankheitsfälle in den Fragebögen dokumentiert sind, können wir eine erste Bewertung vornehmen. Übrigens: Um die persönlichen Daten braucht sich niemand zu sorgen. Unmittelbar nach der Erfassung werden die persönlichen Daten von der Erfassung getrennt.

Wie gehen Sie bei diesem Thema weiter vor?

Eberle: Dr. Stümpel vom Gesundheitsamt des Landkreises wird zu Beginn des neuen Jahres an alle, die noch nicht geantwortet haben, eine Erinnerung versenden. Ich hoffe, dass wir bis Mitte 2015 erste Hinweise erhalten, wo wir nach der Ursache suchen müssen. Darüber hinaus wird in Zukunft ganz sicher unser Augenmerk auf alle potentiellen Verursacher von Krebs sehr viel größer und sensibler als bisher sein. Ob Altlast oder neue Belastung, wir werden den Hinweisen der Bürger auf Umweltbelastungen künftig sehr sorgsam und mit größerem Nachdruck nachgehen.

Wann darf die  Bevölkerung mit Ergebnissen rechnen?

Eberle: Die Auswertung der Daten und weitere Untersuchungen auf deren Grundlage werden uns sicher noch bis weit ins neue Jahr hinein beschäftigen. Ich wäre schon sehr froh, wenn wir überhaupt eine Ursache finden. Es ist auch gut möglich, das weitere Untersuchungen erforderlich sind. Das Gesundheitsamt hat da einen riesigen Berg Arbeit vor sich, das braucht einfach Zeit, so schwer das auch für die Betroffenen zu ertragen ist.

Auch 2014 haben wieder viele Ehrenamtliche viel geleistet. Wie können Sie diese Menschen  motivieren, weiter zu machen?

Eberle: Das ist vielleicht einer der stärksten Eindrücke im neuen Amt: Es gibt eine enorm große Zahl von Menschen, die sich einer Aufgabe widmen und mit manchmal unglaublichem Einsatz vorantreiben. Ob es Sport, Seniorenarbeit, Engagement bei der Feuerwehr, in Schulbeiräten, Kirche, Politik, Natur- und Umwelt oder bei der Betreuung von Asylbewerbern ist. Ich könnte die Aufzählung beliebig weiterführen! Wir leben in unserer Samtgemeinde in einer sehr heilen Welt. Und dass diese Welt so heile ist, verdanken wir genau diesen Menschen mit Ihrem Engagement in den Ehrenämtern. Und ich appelliere an diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, sich ebenfalls einzubringen: Machen Sie den Schritt, mischen Sie mit. Vielleicht ist es eine kleine Motivation, dass die Ehrenamtlichen ab und zu auch wahrnehmen, dass Ihre Leistungen geachtet und wertgeschätzt werden. Das möchte ich an dieser Stelle gern tun.

Ihre politischen Ziele für 2015?

Eberle: Neben dem Thema Krebs gibt es ja noch eine ganze Reihe dicker Bretter, die gebohrt werden wollen: Die Y-Trasse wird wieder in den Vordergrund rücken, Südlink wird weiter den Weg durch die Instanzen des Genehmigungsverfahrens machen, die Erdgasförderung und die Schulentwicklung nicht zu vergessen. Und auch innerhalb der Verwaltung gibt es an einigen Stellen Neuerungen vorzubereiten und umzusetzen, zum Beispiel die Überarbeitung des Internetauftritts der Samtgemeinde. Für alle Themen gilt: Ich möchte mit sorgfältiger Vorbereitung und besten Argumenten die richtigen Lösungen im Interesse der Bürger der Samtgemeinde finden und mit möglichst breiter Unterstützung im Rat und den Mitgliedsgemeinden umsetzen. Dieser Konsens ist mein wichtigstes politisches Ziel. Einige der Themen werden uns sicher auch noch über 2015 hinaus beschäftigen, aber wenn ich dieses Ziel im Auge behalte, kann es eigentlich nur vorangehen.

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