Überwachungskamera zeigt Tiere

Familie Waschbär kommt zu Besuch und plündert den Kirchbaum

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Manfred Schmidt und sein Enkel Til Kollmorgen sind jeden Morgen dabei, die Überreste des nächtlichen Waschbär-Raubzugs im Kirschbaum zu beseitigen.

Bothel - Von Jens Wieters. Immer wenn es Nacht wird an der Botheler Gartenstraße, dann kommen sie. Und immer wenn der Morgen anbricht, hat die Familie Schmidt das Malheur. Unter dem Kirschbaum sieht es aus, als sei ein Orkan durchgefegt. Alles voller Blätter, Früchte und Äste. „Aber dabei ging die vergangenen Tage kein Windhauch“, hat sich Manfred Schmidt gewundert. Jetzt macht er das nicht mehr, denn es sind nämlich keine Vögel, die den Baum plündern, sondern eine Waschbärfamilie.

„Vor ein paar Tagen ging es los“, erzählt der Botheler, Ehemann der ehemaligen Bürgermeisterin Erika Schmidt. „Jeden Morgen sah es unter dem Baum aus, als hätten dort die Vandalen gehaust.“ Und das ginge ja gar nicht in dem großen Garten, der hübsch angelegt und vor allem sehr gepflegt ist.

„Zuerst haben wir uns gar nichts dabei gedacht, schließlich mögen nicht nur wir, sondern auch andere Lebewesen unsere leckeren Kirschen“, weiß Schmidt aus Erfahrung.

Aber irgendwie kam der Familie das Ganze doch ein wenig suspekt vor. Aber die komplette Nacht auf die „ungebetenen Erntehelfer“ zu warten, das wollten weder Erika noch Manfred Schmidt. „Also habe ich meine kleine Überwachungskamera so am Brennholzunterstand angebracht, dass die Linse den Baumstamm gut im Fokus hat“, berichtet der Hobby-Detektiv.

Die Umrisse des Muttertiers sind zu erkennen.

Die Kamera löst bei Bewegung aus, macht zwar nur Schwarz-Weiß-Videos und die auch nicht in einer besonders guten Qualität, aber sie zeigt die Uhrzeit und das Datum exakt an. Darum war die Überraschung am vergangenen Freitag groß, als Schmidt morgens die kleinen Filmchen in seinem Computer auswertete: „Exakt um 1.48 Uhr ist zu sehen, dass zuerst ein großer Waschbär am Stamm den Baum raufklettert, wenige Augenblicke später kommen drei kleinere Tiere ebenso vor die Linse. Auch sie hangeln sich in die Baumkrone.“

Die Überwachungskamera hat auch einen kleinen Räuber gefilmt.

Dort sind sie allerdings außerhalb des Winkels, den die Kamera erfassen kann. „Aber schon ein paar Minuten später sieht man die Tiere wieder herunterklettern. Erst das Größere, dann die Kleineren – eins nach dem anderen. Ich vermute, dass es ein Muttertier mit Nachwuchs ist“, so Schmidt. Offenbar von den Kirschen gesättigt, verschwindet die Waschbärfamilie hinter einem Schuppen. 

Familie Schmidt hat zwar einen kleinen Hund, aber der schnarcht nachts in seinem Körbchen. „Der ist 17 Jahre alt und taub“, so Schmidt. Der will „jetzt zunächst nichts unternehmen, die Kirschen ernten, die wir noch brauchen, den Rest sollen die kleinen Bären fressen.“ Darum seien die Tage des ungebetenen Besuchs auch gezählt, „denn bald ist der Baum leer“. Und dann ist auch wieder Ruhe im Garten Schmidt.

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