Mobiles Impfteam im DGH / Bald Abstriche am Marktplatz

Boostern in Wittorf, testen in Visselhövede

310 Menschen lassen sich am Mittwoch im Wittorfer Dorfgemeinschaftshaus erst registrieren und dann impfen. Für mehr als 90 Prozent von ihnen ist es eine sogenannte Boosterimpfung.
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310 Menschen lassen sich am Mittwoch im Wittorfer Dorfgemeinschaftshaus erst registrieren und dann impfen. Für mehr als 90 Prozent von ihnen ist es eine sogenannte Boosterimpfung.

Visselhövede – „Schwanger sind Sie nicht?“, fragt der Mann des mobilen Impfteams des Landkreises. Die schätzungsweise 75-Jährige vor ihm am Info- und Dokumentationstisch im Dorfgemeinschaftshaus Wittorf schaut zunächst verdutzt, dann fangen beide an zu lachen. „Na klar, ein bisschen Spaß muss sein, auch in dieser düsteren Zeit“, sind sie sich schnell einig.

310 Menschen haben am Mittwoch vom Angebot des Landkreises Gebrauch gemacht, sich in Wittorf gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Die meisten von ihnen haben die sogenannte Boosterimpfung bekommen, sprich die dritte Impfung. Die ist nach Ansicht der Experten nötig, da Studien zufolge die Grundimmunisierung bereits nach wenigen Monaten deutlich abnimmt. Verantwortlich dafür ist die Deltavariante des Virus.

„Wir verimpfen heute den mRNA-Impfstoff von Biontech. Für ganz wenige Menschen ist es die Erstimpfung, mehr als 90 Prozent werden geboostert, weil ihre Zweit-impfung sechs Monate her ist“, berichtet Impfteam-Leiter Alexander Oestmann, der im eigentlichen Verwaltungsleben im Rotenburger Kreishaus in der Finanzabteilung sitzt, sich aber seit März ausschließlich um das Impfen seiner Mitbürger kümmert. „Das ist zwar sehr interessant und eine verantwortungsvolle Aufgabe, aber irgendwann möchte ich mich wieder um den Kreishaushalt kümmern“, so Oestmann.

Aber bis dahin wird er noch einige Impftermine im Süd- und Nordkreis organisieren müssen. Einer davon findet bereits am Freitag in Bremervörde statt. „Weitere sollen natürlich folgen. Die Planung ist, dass wir regelmäßige Termine anbieten“, so Oestmann, der froh ist, dass die Kommunen wie in diesem Fall die Stadt Visselhövede die Örtlichkeiten für sein zwölfköpfiges mobiles Impfteam zur Verfügung stellen. „Und das große DGH Wittorf hat sich während der vergangenen Impfreihen dafür bereits bestens bewährt.“

Während dieses Termins wurden die Menschen über 70 Jahre priorisiert. Die mussten sich alle über das entsprechende Onlineportal des Landkreises anmelden. „Wer das nicht konnte, weil er keinen Computer hat, für den haben Kinder und Enkel die Anmeldung erledigt“, hat Oestmann in Erfahrung gebracht. So seien die Wittorfer Termine bereits neun Stunden nach der Freischaltung alle vergeben gewesen. „Überwiegend kommen die Impflinge wegen der kurzen Wege aus dem Südkreis.“

Während der Impftag in Wittorf reibungslos über die Bühne geht, machen sich die Verantwortlichen im Visselhöveder Rathaus Gedanken über Testmöglichkeiten im Stadtgebiet, um für eine mögliche Verschärfung der landesweit gültigen Corona-Regeln auf 2G plus gerüstet zu sein.

Fließbandarbeit: Karin Badenhop vom mobilen Impfteam des Landkreises zieht die Spritzen auf.

„Wir sind gerade in Gesprächen mit einem professionellen Betreiber eines Testzentrums, der auch bereits Räumlichkeiten am Marktplatz im Blick hat“, informiert Bürgermeister Ralf Goebel. Zunächst müsse aber die Genehmigung des Gesundheitsamts vorliegen, bevor mit den Tests gestartet werden könne.

Und dabei ist Eile offenbar geboten, denn den Apotheken rennen die „Leute die Bude ein“, wie Matthias Grube von der Neuen Apotheke stellvertretend betont, der ein Testzentrum im April im ehemaligen Fitnessstudio betrieben hatte, das Angebot im Sommer aber wegen sinkender Nachfrage beendete. „Aufgrund der neuen Verordnung müssen sich die Ungeimpften seit Mittwoch ja regelmäßig testen lassen, um ihren Beruf ausüben zu können. Und von diesen Menschen gibt es in Visselhövede offenbar noch viele.“

Auf die Frage, ob er nicht wenigstens ein paar der Ungeimpften während des Gesprächs für einen Anti-Corona-Piks begeistern könne, winkt Grube ab: „Das ist eine aussichtslose Diskussion, die viel Zeit kostet. Bisher ist es mir und meinem Team noch nicht gelungen, diese Leute von ihrer Einstellung abzubringen. Also müssen sie mit den Konsequenzen leben.“

Auch die Kulturschaffenden in der Stadt fordern die schnelle Einrichtung eines Testzentrums: „Falls 2G plus greift, fährt ja kaum jemand vor dem Besuch einer Veranstaltung nach Kirchlinteln, Rotenburg oder Walsrode, um sich testen zu lassen. Darum brauchen wir eine Testmöglichkeit vor Ort. Und selbst das ist für die Kulturfans dann schon ein erheblicher Aufwand“, so Christiane Wuttke, Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins, die mit Blick auf die künftigen Besucherzahlen skeptisch ist.

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