Lebenslange Haft für Albaner

Revision abgewiesen: Motorradfahrer nach Blutrache-Mord rechtskräftig verurteilt

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9. Januar: Nach den tödlichen Schüssen vor der Kastanien-Grundschule in Visselhövede sichern Ermittler die Spuren.

Der zu lebenslanger Haft verurteilter Schütze im Visselhöveder Blutrache-Prozess ist mit einem Antrag auf Revision gescheitert. Das gab der Bundesgerichtshof nun bekannt.

Update vom 18. November 2019: Karlsruhe/Verden - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Revisionsantrag eines vom Verdener Landgericht wegen Mordes verurteilten Albaners als unbegründet verworfen. Das angefochtene Urteil beruhe nicht auf Rechtsfehlern, hieß es in einem am Montag veröffentlichten BGH-Beschluss vom 23. Juli 2019. Damit ist das Urteil vom 28. März 2018 rechtskräftig. Der damals 23 Jahre alte Albaner wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Die Tat hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Ein 46 Jahre alte Albaner war am 9. Januar 2017 in Visselhövede im Kreis Rotenburg bei helllichtem Tag auf offener Straße von Tätern auf einem Motorrad erschossen worden. Der Schütze gab vom Sozius-Sitz aus zwölf Schüsse auf sein Opfer ab, wobei zwei Projektile im Fensterrahmen eines Lehrerzimmers einer direkt gegenüberliegenden Grundschule einschlugen. Der Verurteilte war der Fahrer und laut Gericht maßgeblich an Planung und Ausführung des Mordes beteiligt. Unklar blieb, wer damals die tödlichen Schüsse abgab.

Originaltext vom 28. März 2018: Das Landgericht Verden hat einen 23 Jahre alten Albaner wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Mit dem Strafmaß entsprach der Richter am Mittwoch der Forderung der Staatsanwaltschaft, die in dem Angeklagten eine zentrale Figur bei der Planung und Ausführung des Mordes an einem 46-jährigen Albaner im Januar 2017 sah.

Wegen Mordes hat das Landgericht Verden einen 23-jährigen Mann am Mittwoch zu lebenslanger Haft verurteilt.

Auch der Angeklagte habe als Motiv Rache gehabt, ob es Blutrache gewesen sei, lasse sich nicht feststellen, so der Richter. Es sei aber kein anderes Motiv als Rache ersichtlich, weshalb der 23-Jährige an der Tötung des Opfers teilnahm. Bei dem Mordanschlag war der 46-jährige Albaner am 9. Januar 2017 in der niedersächsischen Kleinstadt Visselhövede am helllichten Tage von einem unbekannten Sozius eines Motorrades erschossen worden. 

Das Opfer hatte in Albanien einen Cousin des Angeklagten getötet und dafür in seiner Heimat eine Haftstrafe verbüßt. Danach war der Mann aus Furcht vor Blutrache mit seiner Familie nach Deutschland geflohen. Ein zweiter Angeklagter war während des Prozesses aus Mangel an Indizien frei gesprochen worden.

dpa

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