Kritik an Behörden

Biologische Vielfalt: Gut von Nesselrode ausgezeichnet

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Hanns-Heinrich Köhler (l.) als Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst Niedersachsen enthüllt mit Nanett und Georg von Nesselrode das Wildlife Estate Label.

Kettenburg - Von Henning Leeske. Das Gut Kettenburg der Familie von Nesselrode ist nun stolzer Träger des Wildlife Estates Labels. Diese Auszeichnung, die Forstbetrieben für ihre Biodiversität im betriebseigenen Wald verliehen wird, ist damit erst das zweite Mal überhaupt in Niedersachsen verliehen worden.

Kein Wunder, dass sich bei der Feierstunde in einer Scheune des Guts Kettenburg alles einstellte, was Rang und Namen hat in der niedersächsischen Forstwirtschaft nebst mehreren Landtagsmitgliedern aus unterschiedlichen Fraktionen.

Zum fachlichen Austausch kamen außerdem einige Forstexperten nach Kettenburg, um ihr Expertenwissen im Bereich der Biodiversität zu teilen und die sozialökologische Verpflichtung aus dem Eigentum von Wald zu erörtern.

Den Anfang machte der Ministerialrat Horst Buchalsky aus dem Landwirtschaftsministerium in Hannover, der über die politischen Rahmenrichtlinien der modernen Forstwirtschaft in Bezug von Waldumbau und Biodiversität referierte. Professor Wolf-Dieter Grossmann zeigte die Veränderungen auf mit einer nachhaltigen Waldwirtschaft „in einer Zeit, in der Utopien wahr werden“. Darauf aufbauend präsentierte Professor Hans Köpp die „Entwicklung vom Raubbau zum Dauerwald“ am Beispiel des Gutes Kettenburg. Er spannte so einen eleganten Bogen von der Theorie der Vorredner auf das konkrete Vorgehen in der Waldbewirtschaftung durch Nanett und Georg von Nesselrode.

Forstfachmann Daniel Baskaran aus Malaysia.

International wurde das Podium mit dem Vortrag des Forstfachmanns Daniel Baskaran aus Malaysia, der über die Förderung von Biodiversität im 130 Millionen Jahre alten Regenwald seines Heimatlandes bei dessen gleichzeitiger wirtschaftlicher Nutzung referierte. Es handelt sich um den Belum Rainforest im Norden des tropischen Landes, wo nachhaltige Forstwirtschaft betrieben werde. „Wir können aus dem Wald Geld gewinnen, ohne ihn zu zerstören. Das ist eine unserer Aufgaben zu verstehen, dass wir die Bäume nur geleast haben von unseren Kindern“, erklärte der Gast aus Malaysia.

Der Forstdirektor Carsten Schröder bezeichnete das verliehene Label als Symbol für den Internationalismus mit der entsprechende Aufgeschlossenheit für neue Wege bei gleichzeitigem Erhalt der Tradition. „Nanett und Georg von Nesselrode haben einen Wald erschaffen und Verantwortung übernommen. Dann haben ihnen die Behörden die Verantwortung weggenommen und den Wald FFH-Schutzgebiet genannt“, wurde Schröder deutlich.

Schröder lobte die geschaffene Biodiversität im Forst der Nesselrodes und zeigte sich sehr enttäuscht, dass der Familie als Folge des besonders intakten Waldes durch den Naturschutz die Entscheidungshoheit über ihr Eigentum genommen werde.

„Sicher können wir uns beim Klimaschutz nicht nur auf den Schutz des Bestehenden konzentrieren. Dynamik ist gefragt mit neuen Baumarten. Linde und Hainbuche sind jetzt interessant“, so der Förster, der für diese Aufgaben der Forstwirtschaft freie Entscheidungen der Betriebe als unabdingbar sieht. „Wenn wir auf die Klimaveränderung reagieren wollen, müssen wir ein Ökosystem aufwerten und beobachten. Es steht und fällt mit der Beobachtung, und zwar so, wie Georg von Nesselrode das macht“, sagte Schröder. Deswegen komme es auf das Engagement der Eigentümer an und nicht auf staatliche Bevormundung. „Neue Vegetationstypen werden sich entwickeln, weil es ein neues Klimaregime gibt“, sagte der Forstdirektor abschließend.

Nach den klaren Worten kam es dann zur feierlichen Enthüllung des Labels durch Nanett von Nesselrode und den Vorsitzenden der Familienbetriebe Land und Forst in Niedersachsen, Hanns-Heinrich Köhler.

In seiner Laudatio sagte er: „Ich möchte dafür werben, dass Eigentum in der Gesellschaft besser belegt ist. Eigentum ist Garant für Wohlstand und Sicherheit in der Gesellschaft. Diese soziale Verpflichtung des Eigentums ist gerade für forst- und landwirtschaftliche Betriebe gegeben“. Das Gut Kettenburg sei dabei auch in dieser Frage stets ein gutes Beispiel gewesen.

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