Biolandgeschäftsführer Gabriel fordert klares Nein zu lettischen Vorschlägen

„Kompromiss-Idee schadet dem Ökolandbau“

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Harald Gabriel

Visselhövede - Der Agrar-Rat der EU setzt seit gestern seine Verhandlungen zur Revision der EU-Ökoverordnung fort. Bioland fordert von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ein klares Nein zu den Vorschlägen der lettischen Ratspräsidentschaft. „Schmidt muss den Kompromissvorschlag der lettischen Ratspräsidentschaft in aller Deutlichkeit ablehnen“, sagt der Visselhöveder Harald Gabriel, Geschäftsführer des Bioland Landesverbandes Niedersachsen/Bremen.

Der vorgeschlagene Kompromiss der lettischen Ratspräsidentschaft sehe weiterhin Regelungen für die neue EU-Verordnung zum Ökolandbau vor, die einer Weiterentwicklung des Ökolandbaus schaden würden und den Interessen der Verbraucher entgegenstünden, heißt es in einer Pressemitteilung des an der Visselhöveder Bahnhofstraße ansässigen Landesverbands.

Insbesondere würden von Fachleuten der Branche sowie auch von weiten Teilen der Politik die Einführung von speziellen Rückstandsgrenzwerten für Ökolebensmittel, die Abschaffung der jährlichen Kontrolle in Bio-Betrieben und die sogenannten Ermächtigungen zu delegierten Rechtsakten abgelehnt.

„Die Einführung von speziellen Rückstandsgrenzwerten für Bio-Produkte würde in einem EU-Binnenmarkt zu Wettbewerbsverzerrungen führen, zahlreiche Umsetzungsprobleme in der Zertifizierung verursachen, und eine Zwei-Klassengesellschaft bei Lebensmitteln festschreiben“, lässt Bioland über die Hintergründe verlautbaren.

Die besondere Qualität von Öko-Produkten bestehe nicht in der Einhaltung spezieller Grenzwerte, sondern beziehe sich auf den gesamten Produktionsprozess im Ökolandbau, bei dem besondere Rücksicht auf Belange des Natur- und Umweltschutzes sowie der Nachhaltigkeit und des Ressourcenschutzes genommen werde.

„Völlig unverständlich ist auch der Vorschlag, die jährlichen Kontrollen in Bio-Betrieben abzuschaffen. Im Interesse des Verbraucherschutzes sind regelmäßige, dokumentierte Kontrollen unerlässlich“, stellt Bioland fest.

Der vorgelegte Kompromissentwurf enthalte weiterhin zahlreiche delegierte Rechtsakte. Diese ermächtigen die Kommission, im Alleingang detaillierte Regelungen ohne jegliche Beteiligung der Mitgliedsstaaten zu erlassen. „Eine Beteiligung dieser Staaten ist jedoch unverzichtbar, damit die einzelnen Regelungen auch in der Praxis umsetzbar sind“, so Gabriel abschließend.

jw

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