Das Binden der Erntekrone fordert die Kettenburger Dorfgemeinschaft

Nach zweieinhalb Stunden ist das Prachtstück fertig

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Lea Ahrens (l.) und Beeke Meyer beim Binden.

Kettenburg - Überall in den Dörfern der Region werden sie zurzeit ganz feierlich in die Festzelte getragen, nachdem sie vorher von Jugendlichen auf traditionelle Weise herausgefordert wurden: Erntekronen prägen im September an fast jedem Wochenende das Geschehen in den kleineren Ortschaften.

Das ist auch in Kettenburg so, wo am kommenden Wochenende ebenfalls Erntefest gefeiert wird. Dort ist die Erntekrone schon seit Jahrzehnten dabei und hat unzählige Feste miterlebt.

Natürlich nicht die goldgelben Garben, sondern das Metall-Gestell mit rund einem Meter Durchmesser, das von Generation zu Generation im Dorf weitergegeben wird und einmal im Jahr festlich mit all dem geschmückt wird, was Feld und Garten zu bieten haben.

Kurz vor dem Fest steht aber eine Menge Arbeit an. Die Kettenburger Dorfjugend, aber auch viele Eltern treffen sich in der Scheune eines Bauernhofs, um die Krone zu binden. Dieses Mal bei Stimbecks, weil Tochter Tina als Erntemeisterin fungiert.

„Eigentlich kommt hier die gesamte Dorfgemeinschaft zusammen“, berichtet die 18-jährige angehende Steuerfachangestellte in Visselhövede.

„Es wurden rund 150 Quadratmeter Getreide geerntet, damit wir ausreichend Garben für die Krone haben“, informiert Vater Hermann Stimbeck. Verwendet werden Roggen, Weizen und Triticale, eine Mischung zwischen den beiden Getreidesorten.

Rund 20 Helfer verknüpfen kleine Ährensträuße, die den Bindern am Kronengestell gereicht wurden, die die Garben mit Draht befestigen. „Außerdem wird die Krone noch mit frischer Heide geschmückt und auch für uns werden noch ein paar Sträuße gebunden, die zur Deko dienen“, berichtet Erntekönigin Tina Stimbeck.

Auf die Verzierung der obligatorischen Harken und Rechen wird in Kettenburg leider verzichtet. „Dazu sind wir zu wenig Leute“, bedauert die junge Frau, die auch bei den Volkstänzen der Dorfjugend, eine weitere Kettenburger Tradition zum Erntefest, im Mittelpunkt steht.

Rund zweieinhalb Stunden braucht es, bis das Meisterwerk geschaffen ist. Danach geht es in der Scheune endlich zum gemütlichen Teil über, denn nach der staubigen Arbeit haben die Helfer auch viel Durst und auch ein bisschen Hunger.

aki

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