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Fehler im Computer: Visselhöveder tanken 90 Minuten Billig-Sprit

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Von: Jens Wieters

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Autoschlange vor der Tankstelle Priebe am Montagabend.
Autoschlange vor der Tankstelle Priebe am Montagabend. © Wieters

90 Minuten lang konnten die Visselhöveder Autofahrer am Montagabend günstigen Sprit tanken. Denn ein Computerfehler hatte die Preise der Classic-Tankstelle Priebe um rund 20 Cent gesenkt.

Visselhövede – Ein Fehler im Computersystem des Tankstellenbetreibers Classic aus Hoya hat am Montagabend für lange Autoschlangen an der Tankstelle des Autohauses Priebe in Visselhövede gesorgt. Denn für rund eineinhalb Stunden gab es den Liter Diesel für 1,78 Euro und der Liter Superbenzin kostete nur 1,84 Euro. In Windeseile wurde die Nachricht vom relativ billigen Sprit von Autofahrern und jugendlichen Mopedfahrern verbreitet, die sich ebenso zur Soltauer Straße aufgemacht haben wie Bauunternehmer, die die Tanks ihrer Transporter füllen wollten.

Der Andrang an den drei Zapfsäulen war so groß, dass die Autos mit gesetztem Blinker auf der Soltauer Straße warteten, um einen der begehrten Plätze zu ergattern.

Billig tanken in Visselhövede: „Wissen nicht so genau, wo der Fehler lag“

„Wir wissen immer noch nicht so genau, wo der Fehler lag, beziehungsweise, wie es dazu kommen konnte“, sagt Gerd Beneke am Tag danach. Der Leiter der Classic-Agenturtankstellen weiß natürlich, dass solch ein technisches Malheur seine Visselhöveder Kunden „sehr gefreut“ haben dürfte, aber „diese Preise sind für uns natürlich zurzeit absolut nicht auskömmlich“. Zum Glück sei dieses Problem nur in der Priebe-Tankstelle Visselhövede aufgetreten.

Beneke vermutet, dass der Fehler in einem Computer zu suchen ist, der die Preise an den Tankstellen der Region vergleicht und in Echtzeit die Summen entsprechend anpasst. „Wenn in Visselhövede zum Beispiel die Firmas Hoyer die Diesel- oder Benzinpreise um einen Cent senkt, ziehen wir sofort nach, und natürlich auch andersherum.“ Der Computer speist auch eine Handy-App, auf der die Verbraucher die günstigsten Preise an den Tankstellen in der Nähe ihres aktuellen Aufenthaltsorts sehen können. „Auch dort waren die ungewöhnliche Preisreduzierung natürlich sofort zu bemerken und haben sicher für einen weiteren Andrang gesorgt“, so Beneke.

Zwar immer noch teuer, aber halbwegs erträglich: Für 90 Minuten gab es billigen Sprit.
Zwar immer noch teuer, aber halbwegs erträglich: Für 90 Minuten gab es billigen Sprit. © -Wieters

Einfach jemanden beauftragen, der an den Säulen steht und den Tankkunden erklärt, dass es sich um eine falsche Preisangabe handele und er den regulären Preis zahlen müsse, das funktioniere nicht. „Maßgeblich und für uns bindend sind die dargestellten Preise direkt an den Säulen und nicht die an weit sichtbaren Masten“, informiert Beneke. Denn zwischen der Umstellung am Mast und den Säulen könnten immer ein paar Sekunden vergehen. „Früher, als die Tankstellenpächter noch klettern mussten, um die Preistafeln zu tauschen, waren es sogar einige Minuten.“

Während im Unternehmen Classic die Suche nach dem Fehler läuft, ist Frederik Priebe, Chef des gleichnamigen Autohauses und der Tankstellenagentur, ganz gelassen und gespannt, ob sich „das Ganze“ wiederholt. „So etwas hat es bei uns, und wir haben seit mittlerweile 50 Jahren eine Tankstelle in Betrieb, bisher noch nicht gegeben.“ Einen finanziellen Schaden hat Priebe nicht erlitten, denn „die Provision von ein paar Cent pro Liter bleibt uns ja erhalten.“

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Der Andrang am Montagabend sei zwar enorm gewesen, aber ganz leer seien die Sprittanks unter der Erde dennoch nicht gewesen, denn „gegen 18 Uhr standen dann auch wieder die regulären Preise an den Säulen“, so Priebe.

Classic-Mann Gerd Beneke schließt zwar nicht aus, dass auch „ein Computer mal Fehler machen kann“, aber er geht „doch eher von einem Eingabeversehen von Menschenhand“ aus. „Mal gucken, wie es sich in den nächsten Tagen läuft. Die Visselhöveder können sich ja ein wenig auf die Lauer legen“, so Beneke zerknirscht.

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