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Bewegungshaltestellen in Visselhövede: Gucken, scannen, loslegen

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Von: Jens Wieters

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Kathrin Gnuschke und einige Kinder üben das Balancieren auf Ästen.
Für das Mitmachen braucht es nicht viel. Ein paar Äste reichen. © Wieters

Kathrin Gnuschke ist viel daran gelegen, dass Kinder sich genug bewegen. Deshalb richtet sie in Visselhövede sogenannte Bewegungshaltestellen ein, wo die Kleinen spielerisch mit dem Smartphone Übungen bewältigen. Damit verwirklicht Gnuschke eine Idee der Niedersächsischen Turnjugend.

Visselhövede – Gehen Oma und Opa wie Roboter, während sich die Enkel darüber kaputt lachen oder balancieren Eltern gemeinsam mit ihren Kindern auf Holzstöckchen herum, dann haben alle sicher gerade den QR-Code gescannt, der jetzt an einem knappen Dutzend sogenannter Bewegungshaltestellen im Visselhöveder Stadtgebiet angebracht worden ist.

Initiative: Kinder stark machen

Suchtprobleme nehmen ihren Anfang häufig im Kindes- und Jugendalter, lange bevor junge Menschen in Kontakt mit Suchtmitteln wie Tabak oder Alkohol kommen. Um einer Suchtentwicklung vorzubeugen, muss Prävention frühzeitig und umfassend ansetzen. Damit dies gelingt, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Mitmach-Initiative „Kinder stark machen“ entwickelt. Ziel dieser Initiative, die vom Deutschen Turnerbund unterstützt wird, ist es, das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl von Kindern zu stärken und ihre Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit zu fördern. Diese Kompetenzen tragen dazu bei, dass Kinder zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen, die später auch gegen Gruppendruck „Nein“ zu Suchtmitteln aller Art sagen zu können.

Denn Kathrin Gnuschke, verantwortlich beim VfL Visselhövede für die Abteilung Kinderturnen, war jetzt mit Kabelbindern und den Schildern unterwegs, um eine Idee der Niedersächsischen Turnjugend aufzugreifen. „Und das sind die sogenannten Bewegungshaltestellen“, erläutert die Visselhövederin. Denn wenn manche Kinder keine Gelegenheit hätten, sich in Vereinen austoben zu können, dann komme das Sportangebot eben zu ihnen.

„Ich habe diese Schilder fast überall dort aufgehängt, wo sich die Kinder überwiegend und gerne aufhalten: An Spielplätzen im Stadtgebiet oder auch an der Grundschule“, so Gnuschke, die hofft, dass auch viele andere Vereine es ihr gleich tun, denn „aktuell ist der VfL Visselhövede der einzige im gesamten Landkreis Rotenburg, der diese Bewegungshaltstellen eingerichtet hat.“

Auf einem Smartphone ist eine Aufgabenstellung der Bewegunshaltestelle zu lesen: einen Roboter nachahmen.
Das Handy zeigt an, was gemacht werden soll. © Wieters

Die einzelnen Übungen, die auf dem Handy auftauchen, wenn man den QR-Code eingelesen hat, sind überwiegend einfacher Natur. „Da können die Großeltern genauso mitmachen wie der ältere Bruder oder die jüngere Schwester.“

Die Idee des Deutschen Turnerbunds (DTB) war, den Vereinen etwas an die Hand zu geben, das jeder schnell und ohne großen Aufwand einsetzen kann. „Daraus sind die sogenannten Bewegungshaltestellen entstanden, die unabhängig von Kinderturn-Stunden, Material und Räumlichkeiten verwendet werden können. Insgesamt gibt es zehn Bewegungshaltestellen, hinter denen sich jeweils eine Bewegungsaufgabe versteckt“, teilt der DTB mit. Vereine, die etwas für Kinder machen und zur Bewegungsförderung aller Kinder beitragen wollen, sollten sich einfach über die Website des Turnerbunds anmelden. „Wir verschicken dann kostenlos zehn vorgefertigte Schilder zu, die an beliebigen Orten aufgehängt werden können.“ Allerdings verzögere sich derzeit die Anschaffung der Schilder ein wenig, aber der DTB sei „bemüht die Schilder schnellstmöglich zu produzieren und auch auszuliefern.“

Kathrin Gnuschke hängt ein Schild auf, das auf eine Bewegungshaltestelle hinweist.
Kathrin Gnuschke hängt die Schilder auf. © Wieters

An den Visselhöveder Standorten beobachtet Gnuschke allerdings, dass bereits reger Gebrauch gemacht wird von dem Angebot. „Vielleicht auch, weil es so einfach ist und auch noch Spaß macht.“

Aber wie das immer so ist an öffentlich zugänglichen Plätzen: „Leider wurden einige der Schilder mutwillig zerstört. Das ist echt schade, aber ich besorge neue, wenn es wieder welche gibt“, sagt Gnuschke und balanciert weiter vorsichtig auf dem dünnen Ast.

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