Betriebe hoffen auf Ausbildungsverträge / Viele Chancen für Oberschüler

Berufe in der Praxis

Bei Bressel & Lade gab es Metallbau zum Anfassen.

Visselhövede - Von Jens Wieters Und Joshua Nuxoll. „Früher war es doch deutlich einfacher, Auszubildende zu finden“, sagt Bernd Cordes, der sich im Schwitscher Unternehmen Bressel & Lade um den Nachwuchs in der Metallbranche kümmert. Darum setzt Cordes auch auf den Praxistag der Visselhöveder Ausbildungsmesse, die am Donnerstag mit einem theoretischen Teil in der Oberschule gestartet war und am Freitag mit dem Alltag in den meisten der 25 teilnehmenden Betrieben beendet wurde.

Gleich fünf junge Männer aus den neunten und zehnten Klassen der Oberschule haben rund drei Stunden den Metallbauern bei der Arbeit über die Schulter geschaut. Sie erlebten live, wie aus einer schnöden Stahlplatte durch moderne Lasertechnik millimetergenaue Konstruktionsteile geschnitten wurden, die nach mehreren Arbeitsgängen schließlich zu einer Radladerschaufel oder zu einer Rundballenzange für die Landwirtschaft werden.

„Bei uns lernen die Azubis den Beruf Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik. Sie müssen technisches Verständnis und vor allem soziale Kompetenz mitbringen, da wir auch viel im Team arbeiten“, informiert Bernd Cordes, der hofft, dass vielleicht der eine oder andere der fünf Jungs Spaß an dem Job findet und es zu einem Ausbildungsvertrag kommt.

Das hofft auch Jessica Lehmann, die in der Bäckerei Tamke in Wittorf über die riesigen Maschinen, aber auch über das Handwerk eines Bäckers im wahrsten Sinne des Wortes staunte. „Trotz der doch ungewöhnlichen Arbeitszeiten, kann ich mir vorstellen, hier eine Ausbildung zu beginnen“, so die Zehntklässlerin nach den doch anstrengenden drei Stunden.

„Auch uns fällt es nicht leicht, geeignete Azubis zu finden“, gesteht Chefin Tina Tamke. In der Konditorei sei es etwas leichter, weil der Betrieb der einzige weit und breit sei, der in diesem Bereich ausbilde, aber das Interesse am Bäckerberuf halte sich bei den jungen Leuten doch in Grenzen. „Obwohl gerade im Handwerk nach der Ausbildung viele Türen offen stehen“, so Tamke.

Im Visselhöveder Unternehmen Hoyer stand bei sechs jungen Männern die Ausbildung zum Berufskraftfahrer im Fokus, nachdem sie gemeinsam mit Firmensprecher Thomas Hartmann das Gelände erkundet hatten. Zwei Stunden dauerte der Rundgang mit Besichtigung des Bürotraktes, des Labors, der Produktion, des Lagers, der Abfüllung und der verschiedenen Tanklager.

Ausbildungsleiterin Claudia Wiesner informierte die Schüler über die Ausbildungsgrundlagen und der sogenannte Masterdriver Jürgen Kregel übernahm die speziellen Themen für angehende Berufskraftfahrer. Von der Werkstatt über die Fahrzeugdisposition und die Warenannahme über die Kommissionierung bis zum Lager – die Themenvielfalt ist groß, wenn es um Transport und Logistik geht. Klar, dass die Schüler auch mal auf einem Gabelstapler Platz nahmen und dem emsigen Verkehr in der Halle zuschauten. Kregel gab außerdem einen Überblick, wie die Ausbildung mit ihren verschiedenen Stationen in der Unternehmensgruppe abläuft.

Im Rahmen der zweiten Ausbildungsmesse haben sich die Schüler der Oberschule auch im Rastgymnasium Rotenburg umgesehen. „Dies ist eine gute Gelegenheit, einen Einblick in den schulischen Alltag dort zu gewinnen“, so der Visselhöveder Schulleiter Ronny Weiland. Die Oberschüler konnten je nach Profilinteresse am Unterricht der Oberstufe teilnehmen und wurden darüber hinaus über Einführungs- und Qualifikationsphasen sowie Wahlmöglichkeiten der Oberstufe informiert. Die Reaktionen sind laut Mitteilung „überwiegend positiv“ gewesen. Überhaupt erachten die Oberschüler die Messe durchweg als „sehr sinnvoll“.

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