Bedürftige bekommen Lebensmittel jetzt im ehemaligen Bahnhofsgebäude

Wärmer, heller, günstiger: Gabentisch in neuen Räumen

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Helmut Neiß und Manfred Seitz räumen ein.

Visselhövede - Zehn Jahre lang war der Visselhöveder Gabentisch in den Räumlichkeiten an der Verdener Straße 18 untergebracht. Am vergangen Freitag wurden dort die letzten Lebensmittel verteilt. Denn bereits am Sonnabend zog das Team in den ehemaligen Aufenthaltsraum des DRK-Ortsvereins in das alte Bahnhofsgebäude.

„Hier haben wir mit rund 80 Quadratmetern mehr Platz. Die Energiekosten sind wesentlich günstiger und die Räumlichkeiten besser geeignet“, informiert Manfred Seitz, Vorstandsmitglied und Ausgabestellenleiter. „Es ist hier auch wesentlich heller und wärmer“, fügt Ehefrau Anne Seitz schmunzelnd hinzu. „Es war eine glückliche Fügung, dass die Stadt dem Gabentisch die Räume zur Miete anbot“, so Seitz.

30 bis 35 Personen erhalten dort zwei Mal pro Woche Lebensmittel. „Besonders durch die Flüchtlingsströme sind wir mehr gefordert. Hinter den 35 Abnehmern stecken rund 120 Personen, Familienmitglieder, die versorgt werden müssen.“ In all den Jahren hat das Ehepaar Seitz und das Helferteam eine große Fluktuation erlebt. „Es sind oft Harz-IV-Empfänger zu uns gekommen, die dann irgendwann wieder eine Arbeitsstelle bekamen und nicht mehr auf uns angewiesen waren“, berichtet Helferin Edith Schneider freudig.

Gemäß den Regeln der Tafel muss jeder Abnehmer vor dem Empfang einen Berechtigungsschein vorweisen, der die Bedürftigkeit bestätigt. „Das kann ein Harz-IV- oder ein Rentenausweis sein oder eine Bescheinigung vom Sozialamt.“

In den vergangenen Wochen habe sich das Bild eine wenig gewandelt. „Die Abnehmer – oft Flüchtlinge, die der Stadt zugeteilt wurden – kommen aus Syrien, Kroatien, Afghanistan und dem Libanon. Da muss man aufpassen und die richtige Ware zuteilen. Besonders wenn es sich um Muslime handelt, die kein Schweinefleisch essen“, erklärt Seitz.

„Begehrt sind vor allem Süßwaren und Weißbrot“, stellt Christa Baetke fest. „Mittlerweile bekommen wir auch keine komischen Blicke mehr von Außenstehenden. Es ist heute eine Selbstverständlichkeit, dass die Tafeln Bedürftige versorgen.“

Mit dem zehnköpfigen, sehr eingespielten Team, das größtenteils bereits von Beginn an dabei ist, klappt die Ausgabe im allgemeinen problemlos.

Die Abnehmer, die jeweils einen Obolus von zwei Euro pro Einkaufskorb zahlen, zeigen sich sehr dankbar. Dennoch würde sich der Gabentisch freuen, wenn sich mehr Freiwillige finden, die die Lebensmittel von den Märkten abholen. Auch helfende Hände bei der Ausgabe sind gefragt, so dass das Team entlastet wird. „Die Hilfsbereitschaft im Flüchtlingsbereich ist enorm. Nun hoffen wir, dass auch unser Bereich nicht vergessen wird“, so Seitz.

Auch der Umzug kostete Geld, da die neuen Räume teils möbliert werden mussten. „Wir kommen gerade so über die Runden. Immer mehr Discounter haben aber ihre Prozente-Ecke, so dass weniger für die Tafeln abfällt“, stellte Anne Seitz fest. Weitere Förderer sind ein Bäcker, Landwirte und auch Privatpersonen, die etwas vorbeibringen.

Vor den Feiertagen ist die Ausgabe ausnahmsweise am Mittwoch vor Heiligabend und am Mittwoch vor Silvester von 14.30 bis 15.30 Uhr im ehemaligen Bahnhofsgebäude geöffnet.

Ab dem 5. Januar gibt es die Ausgabe wieder regulär jeden Dienstag und Freitag, von 14.30 bis 15.30 Uhr.

Wer sich als Fahrer, Helfer oder Sponsor beim Gabentisch engagieren möchte, kann sich bei Manfred Seitz unter der Telefonnummer 04262/3527 melden.

aki

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