Verwaltungsausschuss hat aber das letzte Wort

Bauausschuss kippt Pläne für Visselhöveder Tagespflege

Kevin Meyer will auf dem Grundstück eine Tagespflege und Wohnungen bauen, der Gruppe CDU/FDP ist das zu viel Veränderung an dem Standort.
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Kevin Meyer will auf dem Grundstück eine Tagespflege und Wohnungen bauen, der Gruppe CDU/FDP ist das zu viel Veränderung an dem Standort.

Visselhövede – „Ich bin wutentbrannt aus der Sitzung gegangen. Kaum zu glauben, was ich das gehört habe.“ Kevin Meyer, Geschäftsführer der Visselhöveder Seniorenresidenz Zur Mühle, steht auch am Tag nach der Sitzung des Bauausschusses der Ärger ins Gesicht geschrieben. Denn mit den Stimmen der CDU und des Grünen Hartmut Wallin hat das Gremium Meyers Idee gekippt, eine Tagespflegeeinrichtung samt behindertengerechten Seniorenwohnungen auf dem Eckgrundstück Große Straße/Lindenstraße zu bauen.

Allerdings wird erst der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss (VA) am 14. Dezember endgültig über die Baupläne beschließen. Und in dem Gremium sind die Mehrheitsverhältnisse anders verteilt, weil auch Bürgermeister Ralf Goebel den Planungen positiv gegenüber steht.

Das geplante Gebäude, in dem im Erdgeschoss die Tagespflege mit 20 Gästen die Arbeit aufnehmen und das im Ober- und Dachgeschoss zehn Wohnungen bis jeweils 70 Quadratmeter beinhalten soll, passt laut Gruppe CDU/FDP „dort nicht hin“. Jan Husmann: „Optisch würde das Haus alles andere erschlagen.“ Auch sein CDU-Parteifreund Michael Meyer möchte, dass das Projekt an anderer Stelle errichtet werde. „So wie bisher eingezeichnet steht das Haus zu weit nach Westen und ragt in den Verkehrsbereich der Kreuzung fast hinein, wo nach unserem Kenntnisstand beim Ausbau der Landesstraße 171 ein Kreisel entstehen wird.“ Und überhaupt füge sich das Gebäude nicht in die Umgebung ein, wenn man das Fachwerkhaus der Alten Apotheke betrachte. „Wir können uns solch ein Objekt dort nicht vorstellen. Es sieht dann alles anders und neu aus“, so der Drögenbosteler.

Bauamtsleiter Gerd Köhnken zog Meyer aber schnell den Zahn in Sachen Kreisel: „Diese Information ist schon lange nicht mehr aktuell. Ein Kreisel wird an der Kreuzung Zollikofer/ Soltauer Straße gebaut, aber nicht an der Lindenstraße.“ Das sich das Gebäude nicht in das Gesamtbild einfüge, kann Köhnken ebenfalls nicht verstehen: „Gleich gegenüber steht das Sparkassengebäude, das ebenfalls sehr modern gestaltet worden ist.“

Neben dem aktuell brachliegenden Grundstück, das Kevin Meyer bereits gekauft hat, steht ebenfalls ein mehrgeschossiges Gebäude, das vor ein paar Jahren errichtet worden ist und nach Meinung vieler Bürger mit seinem grünen Anstrich den Titel „bemerkenswert“ bekommen müsste. Köhnken wies die CDU/FDP-Gruppe auch darauf hin, dass der Eigentümer der Flächen auf der anderen Seite der Großen Straße „schon morgen damit beginnen“ könne, Häuser mit einer Firsthöhe von 11,5 Metern zu errichten. „Das gibt der Bebauungsplan her.“

Auch Matthias Diercks von der Planungsgemeinschaft Nord, der die Bauleitplanung für das Projekt übernimmt, ist der Ansicht, dass solch ein Tagespflegeeinrichtung samt der Wohnungen für die ältere Generation dort „sehr gut ins Stadtbild passt“.

Bürgermeister Ralf Goebel erinnerte daran, dass die Kommunen die Aufgaben hätten, den „innerstädtischen Bereich zu verdichten“. Die von der Familie Meyer vorgestellte Idee habe eine gute Optik mit Dachterrassen und Versprüngen in der Fassade, die als sehr gelungen bewertet werden könnten. „Jetzt dort bewusst irgendwie Fachwerk einzubauen, um dem Haus der Apotheke zu ähneln, ist sicher keine gute Lösung. Meiner Meinung nach sollten wir mutig sein.“ Diesen Mut erhoffen sich Kevin Meyer und auch die SPD vom VA, „denn alles ist sicher besser, als die jetzige Situation mit vielen Werbeplakaten am Zaun und dahinter Kraut und Rüben“, wie Marc Puschmann salopp formulierte.

Meyer will rund 2,8 Millionen Euro auf dem 1600 Quadratmeter großen Grundstück investieren. „In den jetzigen Räumlichkeiten der Tagespflege an der Süderstraße können wir uns nicht weiter entwickeln und das Gebäude ist dafür halt auch ein wenig zu alt, sodass eine Veränderung dort wirtschaftlich nicht darstellbar wäre“, hatte der 31-Jährige gegenüber unserer Zeitung betont. Er findet den Standort ideal, auch wenn die Bundesstraße direkt vorbeiführt: „Wir bauen Fenster mit Dreifachverglasung ein, sodass der Verkehrslärm sicher draußen bleibt.“

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