Bauausschuss für Erweiterung des Gewerbegebiets / Anlieger will klagen

Streit an Verdener Straße

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Diese Fläche soll zur einen Hälfte für Gewerbe bestimmt sein und zur anderen als Mischgebiet fungieren.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Lange musste sich ein Anlieger der Verdener Straße in Visselhövede gedulden, bis er während der Bürgerfragestunde im Bauausschuss seinem Unmut endlich freien Lauf lassen durfte. Denn er ist ganz und gar nicht damit einverstanden, dass in seiner Nachbarschaft ein Gewerbegebiet entstehen soll.

Während der vergangenen Sitzung hatte sich der Bauausschuss nämlich zuvor einstimmig – bei der Enthaltung des Grünen Hartmut Wallin – für die Aufstellung des Bebauungsplans „Gewerbe- und Mischgebiet Verdener Straße“ ausgesprochen.

Bereits im Juli wurde die Thematik intensiv verhandelt. Damals war noch von einem Gewerbegebiet von der Grenze der Tankstelle bis zu dem Grundstück des Anliegers die Rede. Jetzt hatte die Stadtverwaltung eine neue Beschlussvorlage erstellt, die die Belange der angrenzenden Wohnbebauung berücksichtigt.

So soll der westliche Teil der rund 100 Meter langen Fläche direkt an der Landesstraße 171 für eine gewerbliche Nutzung erweitert werden, während der östliche Teil als Mischgebiet ausgeschrieben wird. „Das lässt dann auch eine Wohnbebauung oder reduziertes Gewerbe zu“, so Bauamtsleiter Gerd Köhnken.

Der bestehende Flächennutzungsplan stelle eine gewerbliche Baufläche dar, so dass die Chance bestünde, mit einem Lückenschluss zwischen den angrenzenden Bebauungen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für weitere gewerbliche Ansiedlungen zu schaffen, machte die Verwaltung dem Bauausschuss auch eine entsprechende Berichtigung des Flächennutzungsplans schmackhaft.

Lediglich Hartmut Wallin mochte nicht so einfach zustimmen. „Mich stört, dass auf dem Gewerbegebiet auch die Möglichkeit besteht, einen Autohof mit einer Spielhalle zu bauen.“ Sein Antrag, einen derartigen Betrieb aus dem Bebauungsplan herauszunehmen, fand aber keine Mehrheit.

„Das ist auch eine absurde Idee. Es sind dort weder ein Autohof noch ein Lkw-Parkplatz geplant“, klärt Markus Hoyer auf, dessen gleichnamiges Familienunternehmen Eigentümer der Fläche ist. „Uns schwebt eventuell der Bau einer Pkw-Waschstraße direkt neben der Tankstelle vor. Dafür brauchen wir aber gerade mal 20 Meter Breite“, so Hoyer, der auch ein in der Stadt kursierendes Gerücht vom Tisch wischt: „Eine Gastronomie ist dort ebenfalls nicht geplant.“ Allerdings habe sich die Unternehmensführung schon mit dem Gedanken beschäftigt, den Rest der Fläche in einem Baugebiet umzuwandeln. „Aber noch ist nichts spruchreif“, so Markus Hoyer.

Dem Nachbarn im Osten sind solche Überlegungen egal: „Auch wenn eine Teil der Fläche nun Mischgebiet genannt wird, ändert es nichts an der Tatsache, dass es zu uns rüber stinkt, wenn ein Stückchen weiter Gewerbe zugelassen wird.“ Wie er dem Bauaussschuss zu verstehen gab, behält er sich vor, gegen den Bebauungsplan zu klagen.

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