Alles blau

Ausstellung in Visselhövede nähert sich Farbe durch Fotografien

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Künstlerin Christine Steyer vor ihrem Lieblingsbild „Zwei Paar Schuhe“.

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Blaue Servietten, blaue Blumen und zum Anstoßen gab es sogar den Cocktail Hugo in Blau – Turmwärterin Tomke Heeren initiierte alles passend zum Thema der dritten Ausstellung im Wasserturm. Christine Steyer heißt die 61-jährige Künstlerin, deren 32 Werke am Sonntagnachmittag bei der Vernissage präsentiert wurden.

„Es sind oft verlassene Häuser, die interessante Geschichten auf berührende Weise erzählen. Ich bin einfach begeistert“, stellte Heeren fest.

Bilder entstehen mit und ohne Negativ

Besonders „Die Suche nach der blauen Blume“ inmitten Menschen, in dichten Landschaften und in der Natur, fasziniere die Turmwächterin, die den Kontakt zur Worpsweder Künstlern über das Internet hergestellt hatte. Begrüßt wurden die Besucher der Vernissage auch von Irene Becker, der Vorsitzenden des Kulturausschusses der Stadt.

Das Blau in ihren Fotografien kommt nicht von ungefähr. Die gebürtige Wiesbadener Fotokünstlerin Steyer bedient sich bei ihrer fotografisch-bildnerischen Arbeit einer alten und zugleich faszinierenden Technik – der Cyanotypie. Die Bilder entstehen mit und ohne Negativ in einem Prozess von mehreren Entwicklungsschritten, in denen neben Eisensalzen das Sonnenlicht zur Belichtung und Wasser zur Entwicklung gehören. Die Ergebnisse ihrer Fotokunst – ob konkret, abstrakt oder experimentell – sind Unikate.

Kulturausschussvorsitzende Irene Becker überreichte Christine Steyer ein Geschenk.

„Die Technik stammt aus dem Jahr 1850, 30 Jahre, bevor der Turm eröffnet wurde. Die Bilder werden mit Wasser entwickelt und durchs Sonnenlicht bläulich. Daher passt es zum Wasserturm und zum Sonnentaugelände“, hob die Künstlerin hervor.

In verlassenen Häusern schlummert eine völlig neue Welt

Ihr eröffne sich eine völlig neue Welt, wenn sie verlassene Häuser betrete. „Ich bin immer auf der Suche nach Motiven, die zu dieser Technik passen“, erklärte die Kunstlehrerin.

Besonders berührend sei das Bild, auf dem zwei Paar alter Schuhe zu sehen sind, oder die Bettstatt, die an einsame, alte Menschen denken lasse. Erinnerungen längst vergangener Zeit werden wach, wenn man auf die abblätternde Porträts der Medaillons schaut. Pflanzen, Taucher, Bilder von Venedig, um nur einige der Motive von „Blau“ zu nennen, die bereits in Schwerin, Kassel, aber auch in Tokio, der Ukraine und Jerewan in Armenien, ausgestellt wurden.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 20. August, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Die nächste Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 3. September statt. „Turmblicke – Zum Sehen gehören, zum Schauen bestellt“, lautet das Thema der Künstlergruppe Transobjektiv.

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