Aufführung des Oratoriums in der St.-Johannis-Kirche begeistert das Publikum

Als ob David ein Mann der heutigen Zeit wäre

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Am Ende gab es lang anhaltenden Beifall für Chor und Orchester.

Visselhövede - König David ist in der Bibel eine wichtige Figur. Immerhin steht dort geschrieben, dass Jesus aus dem Geschlecht Davids stammt. Ein guter Grund also, Davids Leben zum Inhalt eines Oratoriums zu machen. Klaus Heitmann hat es geschrieben, in der St.-Johannis-Kirche in Visselhövede wurde am Freitagabend eine Bearbeitung von Hans-Detlev Loose aufgeführt. Max Gräf hatte die Kirche dazu in festliches Licht getaucht, das während der Aufführung, passend zum Charakter der Musik, die Farbe änderte.

Es war eine aufwendige Inszenierung mit dem St.-Johannis-Chor – ein eigens für die Aufführung zusammengestelltes Orchester, das sich aus Studierenden der Hamburger Musikhochschule, Solisten und Sprechern zusammensetzte. Das Orchester trat in der üblichen Besetzung auf, mit Streichern und Holzbläsern, Harfe, Klavier und Schlagzeug komplettierten das Ensemble.

Die Flöte hat in dem Stück eine hervorgehobene Bedeutung und sie beginnt dann auch, zusammen mit der Harfe. Beides sind uralte Instrumente, die in früherer Form schon bei Davids Psalmen verwendet sein mochten. Die Erzähler trugen den biblischen Text zu Davids Leben vor, Solisten kommentierten den Text und der Chor ergänzte mit Gesängen zu biblischen Texten, hauptsächlich Psalmen Davids.

In dieser Aufführung klang alles munter und frisch, als ob David ein Mann der heutigen Zeit wäre. Die Musik hat sich noch nicht – wie in modernen Stücken häufig – von der Melodik und Sanglichkeit verabschiedet. Im Gegenteil, einige eingängige Melodien hatten Ohrwurmqualität. Chorleiter Marc Puschmann hatte seinen Chor bestens vorbereitet.

Dabei konnte dieser seine Klangvielfalt nicht wie gewohnt zeigen, weil das Stück eher den vollen Sound verlangte und gegen das Orchester ansingen musste. Aber diesen Sound lieferte der Chor und hatte einen seiner Höhepunkte in dem israelisch angelehnten, sehr rhythmischen Stück „Du bist meine Stärke“. Eindrucksvoll auch der Sprecheinsatz des Chors: „Du bist der Mann.“

Der Part der Solisten verlangte den vollen stimmlichen Einsatz. Kathrin und Martin Pape wurden dem voll gerecht. Beide sind keine Profis, sondern kommen aus der Mitte des Chors. Umso höher ist ihre Leistung anzuerkennen. Andrea Himmel-Merz und Volker Evers lasen von der Kanzel, gewissermaßen aus höheren Regionen.

Erstaunlich, zu welcher Leistung die jungen Musikstudenten im Orchester fähig waren. In nur zwei Proben hatten sie sich auf das Konzert vorbereitet. In dieser Zusammensetzung hatten sie vorher noch nie gespielt, kommen vielmehr aus unterschiedlichen Semestern. Chor, Orchester und Solisten zusammen zu halten, war für den Dirigenten eine große Herausforderung. Marc Puschmann wurde ihr mit Begeisterung und Schwung gerecht. Nicht enden wollender Beifall war der Dank des Publikums.

wz

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