Christa Scheel geht mit fast 87 Jahren noch zahlreichen Hobbys nach

Auf der Suche nach Herausforderung

Orgelspielen hat Christa Scheel sich selbst beigebracht.
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Orgelspielen hat Christa Scheel sich selbst beigebracht.

Visselhövede – Während andere sich mit über 70 Jahren auf ihr Rentendasein berufen und die Füße hochlegen oder manchmal vor Langeweile nichts mit sich anzufangen wissen, reichen bei Christa Scheel die Stunden des Tages teilweise nicht aus, um alles zu schaffen, was sie sich vorgenommen hat. Die 86-jährige Visselhövederin, die kommende Woche Geburtstag feiert, sprüht nur so vor Energie, Tatendrang und Schaffensfreude. „Ich bin voller Lebensmut und Elan, weil mir das Leben einfach Freude macht.“ Zahlreiche Hobbys sorgen für Kurzweil.

Dabei begnügt sie sich nicht mit einfachen Strick- und Näharbeiten, sondern sucht stets die Herausforderung, wie das Nähen von Taschen aus alten Jeans oder das Stricken eines ganzen Kunstwerks als Mantel. „Daran habe ich ein Jahr gestrickt“, gesteht die rüstige Rentnerin und zeigt einen Wintermantel mit Landschaftsmotiv. „Eine der Jeanstaschen habe ich meinem Bruder nach Berlin geschickt. Die wollte ihm eine Dame beim Einkaufen glatt abluchsen und wissen, wo es die zu kaufen gibt“, erzählt Christa Scheel lachend.

„Damals in Berlin habe ich für meine Tochter Heike bis zu ihrem zwölften Lebensjahr alles selbst genäht und gehäkelt. Burda-Moden waren heiß begehrt und ich habe bei einer Direktrice einen Nähkurs belegt.“ Aktuell näht sie Schutz-Masken für den Eigenbedarf, für Freunde und nette Nachbarn.

Vor 30 Jahren zog Christa Scheel mit ihrem Günther, der vor drei Jahren verstarb, von Berlin in die Heide und beschäftigt sich seitdem auch mit dem Stricken. „Rund 40 Pullover habe ich in der Zeit wohl schon geschafft“, rechnet sie nach. „So trage ich während der Chorprobe jedes Mal einen anderen Pulli mit Dreiviertelarm.“

Musik ist nämlich ein weiteres Standbein der Hobbykünstlerin. Neben dem Chor in der St.-Johannis-Kirche unter Leitung von Marc Puschmann spielt sie leidenschaftlich an ihrer großen Yamaha-Elektroorgel. „200 Schlager und rund 25 Weihnachtslieder kann ich schon problemlos“, erklärt sie nicht ohne Stolz, denn schließlich hat sie sich das Spielen an der Orgel selbst beigebracht.

Autodidaktisch fing sie auch 1984 den Töpferkurs in Berlin-Tegel an. „Die Kursleiterin wollte sehen, was ich kann. Sie gab mir einen Klumpen Ton und daraus formte ich ein schönes Blatt.“ Zahlreiche Objekte stammen aus der Zeit und zieren ihren großen Wohnzimmerschrank. „Alles nur Kunsthandwerk, keine Gebrauchskeramik“, versichert sie. Praktisch war, dass die Töpferware auch gleich gebrannt wurde.

Ein weiterer künstlerischer Zweig und große Leidenschaft der gebürtigen Berlinerin ist das Malen. „Vier Jahre lang nahm ich beim großen Berliner Maler und Graphiker Wolfgang Maria Wentzig über die Volkshochschule Zeichenunterricht. Es war eine schöne Zeit, in der ich einmal die Woche mit mehreren Frauen, unter anderem auch in Schlossparks, malen durfte. Im Winter standen uns Studentinnen Modell, die wir porträtierten“, erinnert sich die Wahl-Visselhövederin. Unzählige ihrer Bilder wurden ausgestellt und verkauft, andere zieren heute ihr Wohnzimmer. Sie bedauert: „Hier in der Gegend ist das Interesse eher verhalten“.

Neben den Hobbys, der Hausarbeit, dem Kochen, Backen und der Gartenarbeit bleibt ihr immer noch Zeit, um weiter ihre Sprachkenntnisse in Russisch und Englisch zu verfeinern. „Berlin war durch die Alliierten ja viergeteilt. Wir wohnten damals in Pankow im russischen Sektor. So musste ich fürs Abitur neben Englisch auch Russisch lernen. Das frische ich nun alles wieder nach und nach auf.“

Es vergeht auch kein Tag, an dem sie nicht ein Buch zur Hand nimmt. Krimis, Romane, Biografien – je bunter, umso interessanter. Genau wie ihr Leben, das sie noch möglichst lange in vollen Zügen genießen möchte.  aki

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