Präventionsrat braucht für die 18 neuen Flüchtlinge dringend Ehrenamtler

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Gustav Stegmann (r.) und Christian Oddoy vom Präventionsrat suchen dringend Helfer.
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Gustav Stegmann (r.) und Christian Oddoy vom Präventionsrat suchen dringend Helfer.

Visselhövede – Gustav Stegmann und Christian Oddoy sind gut gelaunt. Bei bestem Sommerwetter erzählt das Duo des Visselhöveder Präventionsrates im Haus der Bildung. Dann setzt Stegmann jedoch kurz beim Anliegen an und klingt nachdenklich: „Wir sitzen zusammen wegen eines ernsten Themas“, sagt er mit Nachdruck. Für 18 neugekommene Flüchtlinge müssen ehrenamtliche Unterstützer gefunden werden, damit die Integration gelingt – und zwar dringend. „Wir brauchen die Leute eigentlich schon gestern“, unterstreicht Stegmann.

Seit Anfang Juli sind vier Familien neu in Visselhövede. Sie kommen aus Belutschistan, Albanien, Serbien und Syrien. Die Jüngsten von ihnen sind zwei Jahre alt. „Allesamt stammen sie also aus anderen Kulturen. Da ist es völlig normal, dass sie alleine Probleme hätten“, meint Stegmann. Insgesamt sind es 18 Neubürger, die in Unterkünften in der Lindenstraße, Pappelstraße und am Bahnhof untergebracht sind. Damit ist das Kontingent an Flüchtlingen, die Visselhövede in jedem Jahr aufnehmen soll, quasi erfüllt. Die Marke liegt bei 20. „Es ist umso besser, dass sie alle dezentral wohnen. Das macht die Integration leichter“, findet Oddoy. Bei ihm sollen sich Interessierte melden unter der Telefonnummer 04262 / 9198933.

Der Präventionsrat sucht nun „Paten“ und „Helfer“. Pro Familie sind zwei „Paten“ erwünscht. Sie sollen die neuen Bewohner in das für sie ungewohnte Leben einführen, im Alltag begleiten und Arztbesuche oder Ähnliches mit den Familien übernehmen. Also werden im Optimalfall acht Freiwillige gesucht. „Wir suchen zwei pro Familie, weil man ja auch als Pate noch andere Dinge zu tun hat und mal verhindert ist“, erzählt Oddoy. Auf die „Paten“, die bereits die Familien vor Ort empfangen haben in den vergangenen Jahren, kann der Präventionsrat zum Großteil nicht bauen. „Sie sind emotional mit ihren Familien zu sehr verbunden“, so Stegmann.

Er und Oddoy suchen zudem noch „Helfer“, die handwerklich begabt sind und Lampen anbringen oder reparieren können oder zum Beispiel mal einen Schrank für die Flüchtlinge zusammenbauen. Gustav Stegmann träumt von vier oder fünf Helfern, die bei diesen Diensten anpacken.

Eines ist ihm und Oddoy ganz wichtig zu betonen. Gerade als „Pate“ braucht es keine besonderen Fähigkeiten. „Es benötigt nur Empathie. Das ist alles“, sagt Stegmann. Auch sprachlich gibt es keine Voraussetzungen. Die Stadt arbeitet zusammen mit dem Landkreis. Der wiederum verfügt bei Sprachproblemen über Dolmetscher und vermittelt. „Natürlich kommen die Übersetzer dann nicht für einen Kaffeeklatsch vorbei. Aber bei wichtigen Dingen sind sie da.“ An diesem Punkt hakt Oddoy noch einmal mit Nachdruck ein. „Genau das ist es ja. Die ,Paten’ und ,Helfer’ stehen nicht alleine im Regen da. Wir unterstützen, wo wir können.“

Den „Paten und „Helfern“ soll es leicht gemacht werden, einzusteigen. Denn dem Präventionsrat ist bewusst, dass es während der Coronapandemie schwer ist, Engagierte für solche Themen zu gewinnen. „Menschen haben nun ganz andere Themen im Fokus. Dadurch sind uns auch Ansprechpartner aus der Umgebung für solche Anliegen weggebrochen“, erklärt Stegmann.  vw

Infoveranstaltung am 8. September für Interessierte

Der Präventionsrat in Visselhövede bietet am 8. September um 19 Uhr im Haus der Bildung eine Info- und Kennlernveranstaltung an. „Eigentlich müssten wir sie jetzt schon machen, aber nach den Sommerferien haben wir vielleicht mehr Interessierte“, so Gustav Stegmann vom Präventionsrat. Es soll Werbung gemacht werden, als Ehrenamtler bei der Integration der neuen Flüchtlinge zu helfen. Den Anwesenden sollen die Aufgaben genau vorgestellt werden.  

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