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Antennenträger in der ehemaligen Kaserne Lehnsheide steht zum Verkauf

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Von: Angela Kirchfeld

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Der Turm auf dem Kasernengelände
In 78 Metern Höhe lässt es sich vom sogenannten Antennenträger weit gucken. Er steht zum Verkauf. © JBS

Die Firma JBS möchte den Antennenträger auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Lehnsheide an der Celler Straße verkaufen. Allerdings: Bislang findet sich kein Abnehmer für den Tüv-geprüften, 78 Meter hohen Betonturm mit seinen zwei Plattformen.

Visselhövede – Er hat die Hausnummer 31, ist 78 Meter hoch, gut erhalten, Tüv-geprüft und die Anbindunge ist günstig. Die Rede ist vom alten Antennenträger auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Lehnsheide. Er soll verkauft werden. Doch einen Käufer für dieses ungewöhnliche Objekt zu finden, ist gar nicht mal so einfach. „Jährlich findet eine Sichtungsprüfung statt.

Alle drei Jahre eine kleine Abnahme vom Tüv und alle sechs Jahre eine große, bei der der Zustand des Stahlbetonturms dokumentiert wird“, erklärt Hans-Hinrich Hastedt. Er ist kaufmännischer Leiter der Firma JBS, die die Kaserne 2016 erworben hat, und in dieser Funktion unter anderem zuständig für die Vermarktung der Liegenschaften. „Zurzeit sind wir beim Tüv noch sehr günstig davon gekommen, weil wir nichts am Turm, der 1983 errichtet wurde, machen mussten, da sich auch keine aktive Technik darauf befindet“, versichert er.

Überprüfung bis in die Spitze

Der Tüv-Sicherheitsdienst, Nord-West-NBH aus Oldenburg, misst bei den regelmäßigen Überprüfungen zum Beispiel, ob der Turm noch gerade steht, guckt nach Korrosions- und Sicherheitsmängeln bis in die Spitze. Dazu benötigen die schwindelfreien Männer Sicherheitsbügel und Steigerausrüstung, um sich entsprechend einzuhängen. Eine Sicherheitsleine sorgt dafür, dass man bei eventuellem Absturz aufgefangen wird.

Interessierten öffnet Hans-Hinrich Hastedt gern die Tür.
Interessierten öffnet Hans-Hinrich Hastedt gern die Tür. © Kirchfeld

Gleich zu Beginn der Übernahme des Kasernen-Geländes kam man natürlich auf die Idee, den sogenannten Antennenträger Mobilfunkunternehmen anzubieten. Denn jeder möchte zwar sein Handy nutzen, doch keiner möchten einen Funkturm in seinem Wohngebiet stehen haben, so die Überlegungen von JBS. „Und hier steht einer, der nicht genutzt wird“, verdeutlicht Hastedt,, der auf seine Anfragen allerdings nur Absagen erhielt, mit der Begründung, dass die Ausleuchtung des Mobilfunknetzes ausreichend sei. Ärgerlich, nicht nur für die Mitarbeiter, denn die Nutzer des Telekom-Netzes haben im Gewerbegebiet kaum Empfang. Und wenn doch, dann nur sehr schlechten.

Frage nach dem Handyempfang

„Und das auf dem Gelände einer ehemaligen Fernmeldekaserne. Das haben wir uns auch nicht gedacht. So mussten sich alle Telekom-Nutzer 2016 neue Anbieter suchen.“ Auch der Polizeifunk hat kein Interesse am Turm. Auch nicht die Deutsche Funkturmgesellschaft, die unter anderem in Berlin und Hamburg sesshaft ist. Sie mietet und kauft Grundstücke, um Funktürme darauf zu bauen. „Anfang 2021 ist 5G nach Visselhövede gekommen, allerdings mitten ins Stadtgebiet. Die Sendetechnik hört jedoch vor dem Gelände der ehemaligen Kaserne auf“, sagt Hastedt, der von vielen Anfragen für das neue Gewerbegebiet an der Kaserne weiß, das die Stadt erworben hat. „Jedoch fragen die Mieter nicht, wie groß der Garten ist, sondern wie schnell das Internet und wie der Handyempfang.“

Der Turm ist von innen über eine steile Steigleiter, nur mit Sicherheitsgurt zu begehen. Vielleicht wäre das etwas für Kletterfirmen, Rettungsteams, Fassadenkletterer? Oder vielleicht wollte schon immer jemand so einen schönen Turm mit zwei Ebenen haben? Die Aussicht von oben ist jedenfalls bei guter Witterung fantastisch.

Innen geht es hoch hinaus.
Innen geht es hoch hinaus. © Kirchfeld

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