Elektromobilität boomt / Noch kostet der Strom nichts

Andrang an der Visselhöveder Stromtankstelle

Die Ladesäule für Elektroautos auf dem Marktplatz.
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Die Ladesäule für Elektroautos auf dem Marktplatz ist stark frequentiert.

Visselhövede – Wer sein Elektroauto an der Stromtankstelle auf dem Visselhöveder Marktplatz auftanken lassen möchte, der muss sich schon eine ungewöhnliche Zeit wie zum Beispiel die späten Abendstunden einfallen lassen, denn die beiden Zapfsäulen sind heiß begehrt. Wer sprichwörtlich mit der letzten Amperestunde zum Rathaus rollt und mal laden will, der guckt unter Umständen in die Röhre.

Mit diesem Angebot macht die Stadt die E-Mobilität für ihre Menschen interessanter, und es ist auch ein Zeichen modernen Stadtmarketings: „Es zeigt, dass wir fortschrittlich und umweltbewusst sind“, war damals während der Inbetriebnahme der Stromtankstelle zu hören, die seit August 2018 Elektromotoren mit Energie versorgt und immer stärker besucht wird.

Das liegt sicherlich auch daran, dass das Laden der Akkus bisher noch kostenlos möglich ist. Das funktioniert durch eine Kooperation: Die Firma Hoyer hat die Ladesäulen aufgestellt und subventioniert, die Stadt sowie der Gewerbeverein zahlen die laufenden Kosten. Allerdings ist nicht genau klar, wie viel das genau in Cent und Euro sind.

Unter 1000 Euro Kosten in zwei Jahren

„Der Stromverbrauch durch die Ladesäule lässt sich leider nicht ohne Weiteres ermitteln“, betonte Bürgermeister Ralf Goebel während der Sitzung des Ausschusses für Finanzen und Wirtschaftsförderung. „Die Säulen sowie die Straßenbeleuchtung und der Anschluss der Märkte laufen über einen Stromzähler.“ Lediglich für die Veranstaltungen auf dem Marktplatz sei ein Zwischenzähler eingebaut. „Allerdings“, so schätzt Goebel, „ist dabei auch kein riesiger Kostenrahmen entstanden: Wir liegen in den zwei Jahren bei unter 1 000 Euro.

Ob es allerdings so bleibt, dass der Strom dort für lau in die Autos fließt, darüber wird sich die Politik spätestens im kommenden Jahr Gedanken machen. Tam Ofori-Thomas (SPD): „Wir sollten jetzt einen separaten Zähler einbauen, damit wir auch genau sagen können, wie viel Strom dort gezapft wird und was das die Stadt kostet.“

Während die Amperestunden in Strömen in die Autos fließen, bleiben die Anschlüsse zum Aufladen von Handys oder Fahrrädern fast ungenutzt. „Das wird so gut wie gar nicht frequentiert, lediglich die Schlüssel für die kleinen Boxen, in denen man sein Handy zum Laden legen kann, verschwinden immer wieder“, informierte Goebel. Darum müsse auch überlegt werden, ob dieses Angebot noch weiter vorgehalten werden solle.

Steigende Nachfrage beim Carsharing

Eine steigende Tendenz sei hingegen beim E-Carsharing der Stadtwerke Rotenburg zu bemerken, das im April gestartet worden war. „Es liegen bereits einige Anmeldungen vor und auch reale Buchungen hat es schon gegeben. Und das trotz der Corona-Situation, bei der sicher nicht jeder in ein Auto steigt, das vorher von einem Fremden gelenkt worden war“, merkte der Bürgermeister an.

Auf der Homepage der Stadt Visselhövede ist das Angebot der Stadtwerke übrigens verlinkt. Die Anmeldung zur Ausleihe kann so mit wenigen Klicks vorgenommen werden. Wolfgang Stöckmann vom Kundencenter der Stadtwerke in Visselhövede und Raphaela Christof im Rathaus stehen bei Fragen rund um die Anmeldung gerne unterstützend zur Verfügung.

Ein Flyer liegt in einigen Einzelhandelsgeschäften sowie im Rathaus und im Kundencenter der Stadtwerke aus. Um den künftigen Nutzern, die den Renault Zoe auf dem Parkplatz an der Straße Zu den Visselwiesen mit dem Fahrrad ansteuern, eine adäquate Möglichkeit anzubieten, das Rad sicher abzustellen, soll die Sitzgruppe ein wenig verändert werden, und „obendrein sollen zwei Fahrradbügeln installiert werden“, so Goebel.

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