„Dust and Diesel 2019“

Matell Neubauer und Torsten Haase: Mit dem alten 200 D ins tiefste Afrika

Matell Neubauer (l.) und Torsten Haase haben sich das passende Kennzeichen für ihr Afrika-Abenteuer ausgesucht: T für Torsten, M für Matell und 19 für 2019. - Fotos. Wieters
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Matell Neubauer (l.) und Torsten Haase haben sich das passende Kennzeichen für ihr Afrika-Abenteuer ausgesucht: T für Torsten, M für Matell und 19 für 2019.

Nindorf - Von Jens Wieters. Nun ja, das Team nennt sich zwar „Heideexpress“, aber ob der alte Mercedes 200 D die Strecke von Nindorf bis ins tiefste Afrika nach Mauretanien tatsächlich im Expresstempo schafft, bleibt erst mal dahingestellt.

Aber Matell Neubauer und Torsten Haase haben ja noch genau ein Jahr Zeit, denn erst am zweiten Weihnachtstag 2019 starten sie in ein insgesamt dreiwöchiges Abenteuer mit dem klangvollen Namen „Dust and Diesel“.

„Rallye Humanitaire“ heißt diese besondere Rallye auch, an deren Ende der Verkauf des Autos steht, mit dem die beiden Nindorfer dann knapp 7 000 Kilometer nicht nur gefahren, sondern in dem sie auch etwa 18 Tage lang gelebt haben werden. Das Abenteuer hat nämlich einen wohltätigen Hintergrund, denn mit dem Verkauf der Autos, vorwiegend mit Dieselmotoren, werden Waisen- und Kinderkrankenhäuser in Mauretanien finanziert.

„Die Idee hatten wir schon lange im Kopf“, erzählt Torsten Haase. Immer bei den Dorffesten haben der 49-Jährige und seine Kumpel Neubauer (47) über das Wann und Wohin philosophiert. Aber jetzt ist aus den Thekengesprächen ein ernsthaftes Vorhaben geworden – nachdem die Frauen den Daumen gehoben hatten. „Ich hatte irgendwo etwas über diese Rallye gelesen. Und dann haben wir Nägel mit Köpfen gemacht und uns angemeldet“, berichtet Neubauer.

Auto schon 265.000 Kilometer auf dem Tacho

Allerdings fehlte damals noch das Auto. Das steht aber jetzt in Form eines Mercedes 200 Diesel der Modellreihe W 124 in „opabeige“ mit 75 PS in der Garage. „Der hat zwar schon 265.000 Kilometer auf dem Tacho, aber er schafft sicher noch mal so viel, denn die Substanz ist echt gut“, hat Haase den Benz schon mal gescheckt.

Mithilfe eines Fachmanns wird das Auto aber in den kommenden Monaten gründlich inspiziert und vor allem am Fahrwerk gearbeitet. „Der Rallye-Veranstalter Florian Schmidt hat uns den Tipp gegeben, das Auto so hochzulegen, das eine Bierkiste drunter passt“, sagt Haase. 

Trainingsfahrt im Sand.

Aber nicht weil die beiden Piloten so viel Durst haben, sondern weil es während der Tour auch mal über dicke Felsbrocken geht.“ Des Weiteren werden die beiden jede Menge Ersatzteile mitnehmen. „Und vor allem Ersatzräder“, sagt Neubauer. Die persönlichen Dinge wie Kleidung, Schlafsack oder Zelt haben die beiden schon jetzt abgeschrieben: „Das bleibt alles in Afrika, weil wir ja mit dem Flugzeug vom Senegal aus zurückfliegen.“

Wenn die Vorbereitungen beendet sind und das Auto pickepackevoll gepackt ist, heißt es Abschied nehmen von der Familie. Haase: „Zunächst fahren wir auf eigene Faust nach Tarifa in Südspanien. Dann geht es mit der Fähre nach Marokko, am Atlasgebirge vorbei und dann mit einem Schwenk an der Atlantikküste nach Mauretanien.“

Zwischen 400 bis 700 Kilometer je Etappe

Rund 400 bis 700 Kilometer misst jeweils eine Etappe, je nach Wetter oder Anstrengung. „Denn auf Sand oder im Gebirge zu fahren kann ganz schön schlauchen“, hat Neubauer in Erfahrung gebracht. Er wird sich während der Reise ein bisschen mehr um das Kartenmaterial kümmern, „dann kann Torsten mehr fahren“.

Die Tour sei aber kein Rennen, sondern die Gruppe bleibe zumindest auf den gefährlichen Streckenabschnitten eng beisammen. Neubauer: „Wir müssen in Mauretanien sogar ein Minenfeld durchqueren. Dort gibt es Geleitschutz vom Militär.“

Grundsätzlich wird nach jedem zweiten oder dritten Tag ein Ruhetag eingelegt. „Dann können wir uns Land und Leute anschauen oder den Mercedes reparieren, was wir hoffentlich nicht brauchen“, wünscht sich Torsten Haase.

Um den Verkauf ihre Autos brauchen sie die beiden nicht selber kümmern. „Das wurde vorher schon klar fesgelegt. Wir rechnen mit 1.500 Euro.“ Dieses Geld und auch das ihrer vielen Sponsoren wird komplett der Stiftung AEPN übergeben. 

„Es wird auch nicht auf einmal ausgezahlt, sondern ist gestaffelt. Und wir können sicher sein, dass es dort ankommt, wo es gedacht ist.“ Die Rallye-Teilnehmer fliegen nach einer kleinen Feier vom Senegal aus wieder gen Heimat. „Aber bis dahin haben wir ja noch genügend Zeit, unsere 75 PS gut zu pflegen.“

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