Katja Müller gibt ihr Debüt als Regieassistentin im Hütthofer Metronom

Allrounderin fürs Theater

Vorbereitung für die Feuertaufe: Katja Müller (l.) und Metronom-Mitbegründerin Karin Schroeder arbeiten auf die Inszenierung des Märchens „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ hin.
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Vorbereitung für die Feuertaufe: Katja Müller (l.) und Metronom-Mitbegründerin Karin Schroeder arbeiten auf die Inszenierung des Märchens „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ hin.
  • Ulla Heyne
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Hütthof – Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine neue Stelle an einem freien Theater anzutreten, das noch dazu gerade mal aus drei Köpfen besteht? Gerade jetzt, wo nicht nur größere Häuser landauf, landab um ihre Existenz kämpfen, sondern gerade auch Einzelkünstler und kleinere kulturschaffende Betriebe, ja wohl kaum – oder?

Katja Müller, die „Neue“ im Team des Theater Metronom, hat vor ein paar Wochen genau diesen Schritt vollzogen. Verwundern sollte es nicht. Wenn die 30-Jährige aus ihrer Vita plaudert, hat man Mühe, die vielfältigen Erfahrungen der Allrounderin mit ihrem Alter in Einklang zu bringen: gelernte Projektmanagerin, Qualitätscoach, Medienbetriebswirt, dazu zahlreiche Praktika und Engagements im „Vorder- und Hinterhaus“ des Theaters, wie sie es nennt.

Nach einigen Praktika am Theater Berlin und Theater des Westens nach dem Abi im schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt führte der berufliche Weg über einige Semester „Green Business Management“ in Iserlohn und ein Praxissemester in Ecuador wieder zum Theater zurück. Das hatte die Bimöhlerin schon seit Schulzeiten fasziniert: „Meine Musiklehrerein an der Schule war Cellistin bei Tanz der Vampire an der Neuen Flora.“

Die Einblicke faszinierten Müller, ebenso wie die Theateratmosphäre. „Hier werden Welten kreiert. Im Frontbereich sieht man, was Theater mit Gästen macht. Sie kommen, vielleicht gestresst vom Tag oder der Anreise, und verlassen das Haus mit einem Strahlen“. Aber auch der Backstage- und Technikbereich fesselten die junge Frau.

Bei ihrer achtjährigen Tätigkeit im Marketing für die Holstentherme in Kaltenkirchen, zuerst als Praktikantin und später als Marketing-Leiterin, ließ sie gerne ihre Ideen aus dem Kreativbereich einfließen. So bevölkerten zum Thermenjubiläum Akteure aus dem König der Löwen die schwimmende Bühne, später ließ sie Pyrotechnik auffahren.

Und da waren die Jobs am Hamburger Operettenhaus und der Neuen Flora, im Gäste- und Saalmanagement, etwa, wenn sie bei „Tarzan“ Gäste auf dem Weg zur Toilette vor den an Lianen mit enormem Tempo einfallenden Affenhorden bewahren musste, längst Geschichte ihres jungen, bewegten Berufslebens.

Der Umzug ins ländliche Handeloh brachte eine erneute Umorientierung mit sich: Müller gründete ihre eigene Künstlervermittlungsagentur. Auf das Theater Metronom – fast ein Wortdreher des „Metronom Theater“ in Oberhausen, einer ihrer früheren Wirkungsstätten – und die wegen studienbedingten Weggangs von Tomke Heeren ausgeschriebene Stelle war die umtriebige Kulturschaffende durch Zufall gestoßen. „Es hat gleich gefunkt“, meint sie, und das augenscheinlich beidseitig: „Katja brachte so viel Elan mit – ein echter Glücksgriff“, meint auch Metronom-Mitbegründerin Karin Schroeder.

Müllers Lebensmotto „Bewegen ist Leben“, das sie nicht nur auf ihre läuferischen Aktivitäten bezieht, sondern auch darauf, Menschen mit Emotionen zu bewegen, kann sie nach eigenem Bekunden gerade in dem kleinen Theater mit kurzen Entscheidungswegen gut einbringen. „Hier kann man mehr bewegen, es ist persönlicher – da kann noch viel entstehen“, meint die Wahl-Handeloherin, die sich derzeit nicht nur mit Regieassistenz zur neuen Inszenierung beschäftigt, sondern auch mit Verordnungen und Hygienekonzepten.

Neue Welten kreieren, das dürfte in naher Zukunft Realität werden, denn ihre „Feuertaufe“ mit der Inszenierung des Märchens „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ wird die erste große Herausforderung der Allrounderin beim Theater Metronom.

Infos

Das Metronom-Program startet ab Samstag, 8. August, als Open-Air auf dem Piratenplatz Hartböhn.

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