„Alles kommt jetzt auf den Prüfstand“

Ministerialrat Horst Buchalsky informiert die Kreiswaldmärkerschaft

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Horst Buchalsky.

Wensebrock - Von Henning Leeske. Die neue Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) lässt jetzt alles prüfen, was ihr Vorgänger Christian Meyer (Grüne) auf den Weg gebracht hat. Darüber informierte der Ministerialrat im Ministerium für Landwirtschaft und Forst, Horst Buchalsky, die Rotenburger Waldmärkerschaft während eines Vortrages im Wensebrocker Gasthaus Waidmannsruh.

Buchalsky berichtete, dass Otte-Kinast sehr großen Wert auf die Meinung der Fachleute im Ministerium lege und nun „alle forstpolitischen Vorhaben des Vorgängers auf dem Prüfstand“ stehen würden. Derzeit hätten alle Referate einen Prüfauftrag, ob die Neuerungen der alten Landesregierung gut seien. „Für meinen Fachbereich Forst gab es keine“, stellte Buchalsky klar.

Weiter nannte er einige Eckpunkte aus dem Koalitionsvertrag zwischen der SPD und der Union. So sei eine weitere Schaffung von sogenannten Wildnisbereichen im niedersächsischen Forst vom Tisch. „Bei einem Wald, der zur Wildnis deklariert wird, bleibt dieser komplett sich selbst überlassen. Allerdings bedeutet das aus Sicht des Forstexperten eine Schädlingsbedrohung für die konventionell genutzten Waldstücke in der Nachbarschaft“, so der Fachmann.

Weiter sei von den Koalitionären festgehalten worden, dass eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft die Energiewende unterstütze, weil unter anderem das Holz als Baustoff in der Klimabilanz offiziell positiv eingestuft werde. Seitens der Politik werde in Zukunft die Beratung und Betreuung der Forstzusammenschlüsse forciert, aber es sei keine verkappte Waldbaumrichtlinie geplant.

Reizthema Wolf

Die große Koalition wolle außerdem die Naturschutzverwaltung als oberste Waldbehörde weiter personell stärken. „Das Waldrecht ist nicht hinter dem Naturschutzrecht anzusiedeln“, informierte Buchalsky, und deswegen solle dies auch in den Landkreisen beachtet werden.

Auch beim Reizthema Wolf plane die neue Landesregierung einige Änderungen, denn es werde eine Aufnahme in das Jagdrecht angestrebt. Dann würde der Wolf in Einzelfällen nicht mehr entnommen, sondern erlegt. Die Vorkommen der Tiere in Osteuropa und in Niedersachsen sollen als eine Gesamtpopulation gesehen werden. Dadurch hätte die Landesregierung die Möglichkeit, einen Antrag bei der EU zu stellen, die Schutzstufe des Raubtieres um eine Stufe zu reduzieren.

Abschließend berichtet Buchalsky noch über das aktuelle Projekt „Hot Spot Modell“ der Deutschen Bahn. Dabei will das Unternehmen statistische Gefahrenschwerpunkte bei Stürmen beseitigen. „Die Bahnstrecken führen aber sehr häufig an privaten Waldflächen entlang, wodurch die Eigentümer von der Maßnahme betroffen sind. Im Normalfall sind nämlich nur sechs Meter neben den Gleisen im Besitz der Bahn“, erläuterte der Experte.

Der Vorsitzende der Waldmärkerschaft Rotenburg, Hans-Jürgen Bostelmann, und Forstamtsleiter Nils Ermisch berichteten während der Versammlung über einen stabilen Holzeinschlag von 39 000 Festmetern im Jahr 2017, obwohl wegen der feuchten Böden am Jahresende kaum gearbeitet werden konnte. „Die Schäden durch die Rückemaschinen wären zu groß“, so Ermisch.

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