Alle Wege führen ins Haus der Bildung

Im gut bespielten Visselhöveder Haus der Bildung kann es zuweilen verwirrend sein. Doch am Ende kommen alle Gäste ans Ziel.
Das Haus der Bildung, Emmy-Krüger-Straße 2, ist in Visselhövede ein Treffpunkt für alle. Die Rotenburger Werke sind hier zu Gange, Repair Cafés, organisiert von Vissel for future, finden statt. Simbav organisiert hier zahlreiche Angebote. Es gibt das Foyer, in dem man Kaffee und Tee zu sich nehmen kann. Dies alles und noch viel mehr bietet das Gebäude. Doch, wer auch immer das Haus jetzt aufsucht, wird stutzig vor einer der zahlreichen Türen stehen bleiben. Denn die Eingänge – es sind insgesamt drei, die sich auf den ersten Blick identifizieren lassen – wurden sortiert. „Eingang für Rotenburger Werke“ steht an der Tür, die jahrelang von vielen als Haupteingang genutzt wurden. An den anderen Türen stehen andere Hinweise. Das Ganze erscheint auf den ersten Blick verwirrend. Auf den zweiten Blick können die Nutzer des Hauses, die sich regelmäßig zum Austausch treffen, die Situation zwar nicht sofort ändern, aber zumindest erklären.
Denn das Haus der Bildung in Visselhövede, das früher Haus des Gastes (HdG) hieß und in dem jahrzehntelang ein griechisches Restaurant untergebracht war, wurde ursprünglich durchaus so angelegt, dass der aktuell als Haupteingang definierte Eingang genau als solcher gedacht war. Im Laufe der Jahre veränderte sich die Nutzung und dann auch die Eingangssituation. Einige Jahre lang marschierten alle, die das Haus besuchten, durch den Eingang, der zentral zu sehen ist, wenn man vom Parkplatz aus auf das Haus zumarschiert.

Das wiederum erwies sich als störend und auch nicht praktikabel. Daher wurde der ehemalige Haupteingang wieder als ein solcher definiert. Christian Oddoy, der als Gemeinwesenarbeiter in Visselhövede aktiv war, entwickelte sogar ein Beschilderungs-Konzept. Doch mit seinem Wechsel zur Hohen Heide blieb das Projekt vorübergehend „liegen“. Das wird sich jetzt ändern. Hans-Jürgen Vogt von der Visselhöveder Reservistenkameradschaft koordiniert einen zweiten Anlauf. Sobald der Rat der Stadt der Sache zustimmt, können die Schilder – die dann eindeutig den Haupteingang als Haupteingang ausweisen – montiert werden. Die Kosten sind überschaubar, ein Voranschlag in Höhe von 140 Euro liegt vor.
Das Thema ist eines von mehreren Themen, die auf dem Treffen der Nutzer besprochen werden. Der lebhafte Austausch zeigt, dass hier entstanden ist, was auch entstehen sollte: Eine Anlaufstelle. Jede Menge Projekte stehen an. Gerda Steenblock und ihr Team von den Lebensräumen organisiert am Samstag, 22. Februar, von 9 bis 16 Uhr eine Kleiderbörse für Damenbekleidung. Um Anmeldung wird am Samstag, 1. Februar, unter der Nummer 04262/9569160, gebeten. Die Abgabe erfolgt am Freitag, 21. Februar, von 9 bis 18 Uhr. Die Abholung findet am Montag, 24. Februar, von 14 bis 18 Uhr statt.

Vissel for future organisiert Veranstaltungen und das Repair Café im Haus. „Ich finde es auch gut, dass hier schon ein Tauschregal im Foyer steht“, so Harald Gabriel mit Blick auf weitere Ideen, die das Thema Nachhaltigkeit lebendig werden lassen. Aktuell werde auf der politischen Ebene über ein weiteres Haus gesprochen, es geht um den „Markt der Begegnungen“ – sollte dieser Markt kommen, würden sich die Angebote mit denen des Hauses der Bildung ergänzen. Gabriel betont, dass die Angebote von Seiten der Stadtverwaltung schon jetzt begrüßenswert sind.
Auch die Visselhöveder Reservistenkameradschaft trifft sich monatlich hier. Jeden zweiten Monat werden Infoveranstaltungen organisiert. Zuletzt sei Landtagsabgeordneter Eike Holsten hier gewesen, so Vogt. Er vermutet, dass die Reservisten die „ältesten“ Nutzer des Hauses sind. Eine „neue“ ist Hedi Schmidt, die mittlerweile das Thema Gemeinwesenarbeit übernommen hat und hier Präsenz zeigt. „Wir wollen hier eine Anlaufstelle bieten.“ Der Seniorenbeirat kommt an jedem ersten Montag von 15 bis 17 Uhr und an jedem dritten Mittwoch im Monat von 10 bis 12 hier zusammen. „Alle anderen Veranstaltungen organisieren wir an anderen Orten“, so Helmut Sündermann. Simbav ist schon seit 2021 mit dem Elterntreffpunkt und eigenen, festen Räumlichkeiten im Haus. Eltern-Kind-Gruppen werden seit Jahren organisiert. Ganz aktuell organisiert der Verein im März und April ein Selbstverteidigungskurs für Frauen und Mädchen. Noch bis Freitag, 14. Februar, nimmt Marlen Kulau Anmeldungen unter 0151/56137973 oder m.kulau@simbav.de entgegen. Eine weitere Nutzergruppe sind die Rotenburger Werke, die einen Teil der Räumlichkeiten gemietet haben. Bianca Wedemeyer ist als Koordinatorin der Tagesangebote im Einsatz. Ein nächster, größerer Termin ist besagte Kleiderbörse. Hier beteiligen sich die Werke mit dem Verkauf von Kuchen – die Vorbereitungen laufen bereits.