Heike Dittmer hält letzten Vortrag übers Älterwerden

Aktionswoche des Visselhöveder Seniorenbeirats ein voller Erfolg

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Wie auch an den Vortagen war das Haus der Bildung während der Aktionswoche des Seniorenbeirats gut besucht. 

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld und Joris Ujen. Die Referentin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Heike Dittmer, war es, die mit ihrem Vortrag über das Älterwerden die Aktionswoche des Visselhövede Seniorenbeirats zum Abschluss brachte. Insgesamt fünf Vorträge, ein Kino-Nachmittag sowie ein Generationen-Frühstück lockten mehr Gäste als erwartet in das Haus der Bildung, resümiert Helmut Sündermann. Eine Fortsetzung des Programms sei laut des Seniorenbeiratsvorsitzenden durchaus möglich.

Bevor Sündermann sein Fazit ziehen konnte, war aber erstmal Heike Dittmer als letzte Referentin an der Reihe und gab in ihrem Vortrag „Wir wollen alle alt werden, aber nicht alt sein“ den vielen Zuhörern Tipps und Tricks, um körperlich fit zu bleiben. Das Geheimnis der über 100-Jährigen? „Es gibt keine Gemeinsamkeiten. Was für den einen richtig ist, muss nicht für den anderen optimal sein. Jeder muss auf das hören, was er verträgt“, verdeutlichte Dittmer dem Publikum im Haus der Bildung. Das war wie auch an den Vortagen „trotz der Hitze überraschend gut gefüllt“, freut sich Vorsitzender Sündermann. Die Referentin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtete humorvoll: „Alt sind doch immer nur die anderen. Keiner fühlt sich so alt, nur die anderen werden älter. Das Gewicht verändert sich, verteilt sich anders. Auch die Bewegung und die Hormone verändern sich. Man sieht mit 80 nicht mehr so aus wie mit 18 Jahren.“

Heike Dittmer war die letzte Referentin der Aktionswoche.

Laut Dittmer kategorisiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Alter wie folgt: Menschen zwischen 45 bis 60 Jahre heißen „zukünftige Alte“, die 60- bis 74-Jährigen „junge Alte“, 75- bis 90-Jährige gelten als „alte Alte“ und die 90- bis 100-Jährigen als „Hochbetagte“. Die Senioren sind wiederum unterteilt in „Unabhängige“, „Hilfsbedürftige“ und „Pflegebedürftige“.

Pflege-Roboter bald durchaus möglich

Die Referentin hält es auch für durchaus möglich, dass in Zukunft die Pflege durch Roboterkraft unterstützt wird. Dittmer: „Aber gefühlt, fühlen wir uns doch alle neun bis zehn Jahre jünger und fitter, als unser kalendarisches Alter und als die hinter uns liegende Generation.“ Das läge daran, dass die Menschen weniger harte Arbeit verrichten müssen, viele gute Lebensmittel und sehr gute medizinische Leistung zur Verfügung haben.

Die Referentin betonte aber auch, dass jeder selbst durch seinen Lebenswandel dazu beiträgt, „besser und jünger auszusehen“. Aber bei den 100-Jährigen gäbe es kein erkennbares Geheimrezept. Wichtig sei wohl immer die Bewegung. Lobenswert seien daher die jüngst entstandenen „Seniorenspielplätze“, die für zusätzliche Mobilität beim Spaziergang sorgen.

Doch was ändert sich gravierend im Alter? „Da sind zum einen die Sinne, die beeinträchtigt werden, aber auch der Energiebedarf sinkt mit zunehmenden Alter“, erläuterte Dittmer. „Da nimmt man einfach zu. Aber es kann plötzlich auch zur Lebensmittelunverträglichkeit kommen.“ Kleinere Mahlzeiten am Tag seien besser verträglich. Auch die Bauchspeicheldrüse arbeite weniger, liefere weniger Verdauungsenzyme. Daher darf laut der Referentin im Alter auch der Bodymaßindex höher sein, schließlich nimmt man bei plötzlich auftretender Krankheit und beim Krankenhausaufenthalt schnell ab.

Ebenso verändern sich im Alter die Geschmacksnerven: „Für viele schmeckt alles viel zu fad“, so Dittmer. Das kann aber auch durch die Wirkung von Medikamenten hervorgerufen werden. Die Ernährungsberaterin empfahl, die Lebensmittelvielfalt einfach zu genießen. Fünfmal am Tag sollten Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen und Vollkornprodukte zum Einsatz kommen. Ebenso sei eine eiweißhaltige Ernährung, zu der mageres Fleisch, Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte und Kartoffeln zählen, ratsam. Hinzu komme, dass man Wert auf „gute Fette“, wie Olivenöl, legen soll. Sparen sollte man mit Zucker und Salz und darauf achten, reichlich, mindestens anderthalb Liter Wasser am Tag zu trinken. Wer dann noch im Alter auf sein Gewicht achtet und in Bewegung bleibt, hat gute Chancen hochbetagt zu werden.

Hoch frequentiert war die gesamte Aktionswoche des Seniorenbeirats. „Die Bude war bei den Vorträgen an allen Tagen voll“, sagt Vorsitzender Sündermann. Im Haus der Bildung gab es aber nicht nur Wissenswertes zu erfahren, auch an die Unterhaltung hatte das 15-köpfige Gremium aus Visselhövede gedacht. So kamen zum Kino-Nachmittag mit dem Film „Frühstück bei Monsieur Henri“ mehr als doppelt so viel erwartete Besucher in die Einrichtung an der Emmy-Krüger-Straße 2. Sündermann deutete auf Nachfrage der Kreiszeitung an, dass solche Filmvorführungen auch in Zukunft in Visselhövede denkbar sind. Das gleiche gilt für das Generationen-Frühstück. An der Pilotveranstaltung während der Aktionswoche, wo sich junge und alte Menschen miteinander austauschten und Geschichten auf Platt erzählt wurden, nahmen laut dem Vorsitzenden mehr als 80 Interessierte teil.

Zusammengefasst war die Aktionswoche ein voller Erfolg für den Seniorenbeirat und es ist fest geplant, diese bald zu wiederholen. „Schon erstaunlich, dass unser Angebot trotz der Hitze so gut angenommen wurde.“

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