Strom für E-Autos nur noch bis Juni kostenlos

Akku laden kostet in Visselhövede bald Geld

E-Auto an Ladesäule in Visselhövede
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Strom gibt es ab kommenden Sommer nicht mehr kostenlos an der Tankstelle auf dem Marktplatz.

Noch bis Ende Juni 2022 können die Fahrer von E-Autos die Stromtankstelle auf dem Visselhöveder Marktplatz kostenlos nutzen. Danach kostet das Laden Geld. „Wir haben 6 800 Euro bisher als Anschub finanziert, nun ist gut“, so der Finanzausschuss.

Visselhövede – Erst lief die Idee noch ein wenig verhalten an, jetzt boomen die Lademöglichkeiten für Elektroautos auf dem Visselhöveder Marktplatz. Fast rund um die Uhr sind beide Plätze zum Aufladen besetzt. Kein Wunder, denn den Strom gibt es kostenlos. Noch, denn der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung will die teure Energie nicht mehr verschenken. Seine einstimmige Empfehlung für den am Dienstag tagenden und entscheidenden nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss: Am Juli 2022 müssen die Nutzer für den Strom bezahlen.

Denn der Zähler im Keller des Rathauses dreht seit ein paar Jahren im übertragenden Sinne immer schneller seine Runden, da die Stadt Visselhövede Inhaber und Rechnungsempfänger für den Stromanschluss auf dem Marktplatz ist. So wurden im Rathaus vor der Inbetriebnahme der Ladesäulen im Jahresdurchschnitt gut 8 500 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht. Im Abrechnungsjahr 2020/2021 waren es exakt 35  550 Kilowattstunden, hat Ordnungsamtsleiter Mathias Haase errechnet.

Eine stolze Summe nicht nur an Energie, sondern auch in harten Euros. Denn vor der Installation der Säulen musste die Stadt regelmäßig etwa 2 147 Euro an den Stromlieferanten überweisen. „Im vergangenen Abrechnungsjahr waren es 9 235 Euro“, erläuterte Haase dem Ausschuss. Allerdings müsse der städtische VW Golf davon noch abgezogen werden. Denn der wird natürlich auch auf dem Marktplatz betankt und schlägt mit Betriebskosten von 280 Euro zu Buche.

Hoffentlich kommt es in den letzten Tagen des Juni nicht zu Rangeleien an der Stromtankstelle.

Willi Bargfrede

Am Ende der Rechnung ergibt sich eine Summe von rund 6 800 Euro, mit der die öffentliche Hand Visselhövedes die Elektromobilität in der Stadt gefördert hat. „Ich denke, dass das schon recht ordentlich ist“, so Bürgermeister Ralf Goebel. Aber auch er ist der Meinung, dass es bald genug sein müsse mit der Anschubfinanzierung auf Kosten der Steuerzahler. „Denn es gibt E-Auto-Fahrer, die regelmäßig ihr Auto über Nacht dort auftanken.“

Aber dennoch soll die E-Ladesäule bis zum 30. Juni 2022 weiterhin kostenlos von der Stadt Visselhövede zur Verfügung gestellt werden, so der Ausschuss einhellig. Ab dem 1. Juli des kommenden Jahres soll die Säule dann von der Firma Hoyer für den Verbraucher kostenpflichtig betrieben werden. Da die Stadt Rechnungsempfänger für den Anschluss, erfolgt die Erstattung der dann anfallenden Stromkosten durch die Firma Hoyer.

„Ich hätte mir ein bisschen gewünscht, dass wir schon zu Beginn des neuen Jahres das kostenlose Laden einstellen, aber es dauert und braucht halt einige Technik, um die Säule auf eine kostenpflichtige Nutzung umzurüsten“, so Ausschussvorsitzender Willi Bargfrede (CDU), der hofft, dass es „nicht in den letzten Tagen des kommenden Juni zu Rangeleien an der dann noch kostenlosen Stromtankstelle kommt“.

Der Gewerbeverein, die Firma Hoyer und die Stadt Visselhövede hatten im Rahmen des Mobilitätstages am 1. August 2018 die Ladesäulen auf dem Marktplatz eingeweiht und den Nutzern von Elektrofahrzeugen die kostenlose Stromversorgung ermöglicht.

Im Jahr 2018 und im Jahr 2019 waren es zunächst relativ wenig Nutzer. „Seit 2020 hat sich deren Anzahl aber erfreulicherweise erheblich erhöht. Das bedeutet aber eben auch mehr Kosten für die Stadt“, begründete der Bürgermeister die Entscheidung.

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