„Absolut lebensgefährlich“

Verwaltung warnt vor dem Betreten der gefrorenen Visselseen

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Das Eis auf den Visselseen ist in Ufernähe nur rund einen Zentimeter dick. Selbst ein äußerst vorsichtiger Test endete für dieses Bild mit nassen Füßen der Versuchsperson.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Es ist ja auch einfach zu verlockend: Die Sonne lacht vom Himmel, Frostkristalle glitzern im vor Kälte erstarrten Rasenteppich und mittendrin die zugefrorenen Visselseen. Da kann man doch mal einen Schritt wagen, oder? „Bloß nicht“, sagt Visselhövedes Ordnungsamtschef Mathias Haase, „das ist absolut lebensgefährlich“.

Denn wie in jedem Jahr werden mitten im idyllischen Bürgerpark, der nicht nur im Sommer seine Reize hat, schon nach den ersten Frosttagen vor allem Kinder dabei beobachtet, wie sie probieren, ob das dünne Eis bereits hält.

„Das ist natürlich nicht der Fall“, warnt Haase in ebenso schöner Regelmäßigkeit. Und zwar nicht nur aus dem warmen Rathausbüro heraus, sondern manchmal auch vor Ort. So sei er im vergangenen Jahr immer wieder mal an den Visselseen gewesen und habe Kinder in direkter Ansprache vom Eis geschickt. „Allerdings können wir natürlich keinen städtischen Angestellten positionieren, der ständig an den Seen aufpasst.“

Fachmann müsste grünes Licht geben

Darum appelliert Haase auf diesem Wege vor allem an Eltern, dass sie ihre Kinder vor dem Betreten der Eisflächen eingehend warnen. „Denn in unseren Breiten reichen die Frostperioden selten, um gefahrlos Schlittschuhlaufen zu können. Und die paar Tage Frost, die wir jetzt gerade haben, natürlich noch lange nicht.“

Darum werde die Stadt auch niemals Eisflächen zum Betreten freigeben. „Dafür müssten wir einen Fachmann haben, der die Stärke des Eises misst und entsprechend grünes Licht gibt. Und den gibt es nicht“, erläutert Haase.

Diese Hunde haben ihren Spaß auf dem Eis. Sie besitzen aber auch vier Pfoten, auf die das Körpergewicht verteilt wird.

Weil es trotz aller Warnungen immer wieder unvorsichtige Menschen gibt, die sich dennoch aufs Eis wagen, will Haase jetzt die Schulen bitten, die Kinder im Unterricht auf die Gefahren hinzuweisen. Damit würde man nicht zuletzt auch die Familien ausländischer Mitbürger erreichen, die vielleicht die Warnungen in deutscher Sprache in den Medien nicht richtig verstehen.

Regeln der DLRG beachten

Laut Experten aus dem Allgäu, die sich ja eher mit der kalten Jahreszeit auskennen, gelten folgende Stärken als das Minimum für das Betreten einer Eisfläche: Acht Zentimeter für eine Einzelperson und zehn Zentimeter bei einer Gruppe. „Bei Tauwetter oder plötzlichem Temperaturanstieg verlieren selbst dicke Eisdecken innerhalb weniger Stunden ihre Tragfähigkeit. Dies ist für Laien schwer einzuschätzen. Besondere Vorsicht ist bei Brückenpfeilern, bewachsenem Ufer oder Schilf walten zu lassen. Kinder sollen Eisflächen niemals unbeaufsichtigt betreten“, schreiben die Fachleute der Wasserwacht.

Die DLRG hat einige Regeln aufgestellt, die man auf Eisflächen beachten sollte: „Gehe nicht gleich an den ersten kalten Tagen aufs Eis. Gehe nie allein auf die Flächen. Achte auf Warnungen im Radio und in der Zeitung. Betritt ein Gewässer erst, wenn du die Dicke des Eises kennst! Verlasse das Eis sofort, wenn es knistert oder knackt. Wenn man einzubrechen droht: Lege dich langsam flach auf das Eis und bewege dich vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück zum Ufer. Nicht mit Knie oder Ellenbogen zuerst.“

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