Ein neues Wohnviertel entsteht mitten in Visselhövede

Abriss und Neuanfang

Weitläufig und ein wenig abschüssig ist das Gelände.
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Weitläufig und ein wenig abschüssig ist das Gelände.

Visselhövede – Die Tage der alten Mühle in Visselhövede sind gezählt. „Das finde ich persönlich auch ein wenig bedauerlich“, so Bürgermeister Ralf Goebel. Ihm gefällt das Gebäude. „Wir haben lange nach einem Investor gesucht, aber keinen gefunden – man muss auch zugeben, dass die Sanierungskosten sehr hoch wären“, weiß er. Gut zweieinhalb Jahre haben die Vorbereitungen zu der jetzt anstehenden neuen Lösung für die Mühle und das weitläufige angrenzende Gelände sowie einiger Nachbarhäuser und Grundstücke gedauert.

Der Abriss der Mühle Hohensee und einiger benachbarter, schon verlassener Häuser ist dabei aber das einzige, was Goebel eben ein wenig bedauert – alles andere rund um das Projekt „Zollikoferstraße-Ost“ begrüßt er deutlich. Denn die Weichen für ein innerstädtisches Baugebiet sind mit dem einstimmigen Beschluss des Bebauungsplans in der Ratssitzung am Donnerstagabend endgültig gestellt worden.

Gelegen ist das Gebiet zwischen der Mühlenstraße, der Zollikoferstraße und der Bergstraße. Allerdings wird nicht die gesamte Fläche zwischen diesen drei Straßen neu „erfunden“. So bleibt der Landwirt, der dort ansässig ist und einen kleinen Teil der Fläche bewirtschaftet, beispielsweise.

Die Möglichkeit, innerstädtisch ein solch umfangreiches Neubaugebiet auf die Beine zu stellen, ist sicher selten genug. „Hier in Visselhövede ist das einmalig, wir haben keine weitere vergleichbare Fläche“, so Goebel. Knapp drei Hektar Land, etwa 28 000 Quadratmeter können nun bebaut werden. Dabei soll Wohnraum für insgesamt rund 250 Menschen entstehen. „Wir können das momentan noch nicht genau beziffern, da einige Details der Bebauung und Umsetzung noch nicht feststehen“, berichtet er weiter. Dennoch sind die Pläne schon sehr konkret, an einer Stelle des weitläufigen Grundstücks sind sogar erste Markierungsstöckchen eingeschlagen.

Schon in den 1960er- und 70er-Jahren gab es einmal einen Bebauungsplan für die Fläche, doch damals habe es bei den Grundstücksbesitzern keine Verkaufsbereitschaft gegeben. „Und so wurde auf der Fläche noch lange Heu geerntet“, sagt der Bürgermeister – mitten in der Stadt kann man sich auch andere Verwendungszwecke vorstellen.

Denn, so berichtet er weiter, der Wohnungsdruck sei groß. Gerade für jüngere Familien sei es schwierig, so günstig gelegenen Wohnraum zu finden. Aber auch die ältere Generation suche kleinere Wohnungen mit fußläufiger Anbindung an die Infrastruktur der Stadt Visselhövede in der Regel vergebens. Genau dies soll aber nun möglich werden: Mietwohnungen, 22 bis 24 Einfamilienhäuser und nicht zuletzt ein Wohnprojekt der Rotenburger Werke – Schule, Kindergarten und der nächste Supermarkt, alles ist eben fußläufig zu erreichen. „Die Werke wollen dort das Thema Wohnen und Arbeiten verbinden“, erklärt Goebel weiter, so werde das Thema Inklusion ebenfalls im Rahmen des Neubaugebiets berücksichtigt. „Wir schaffen modernen Mietwohnungsbau – und das ist dringend erforderlich“, betont Goebel. In der Nähe sei das Gewerbegebiet gelegen, Wohnen und Arbeiten könne so nahe beieinander gestaltet werden. Die Wohnungen würden modernen Ansprüchen genügen.

Um die Idee, hier ein neues Wohnviertel entstehen zu lassen, zu verwirklichen, ist die Stadt einen langen Weg gegangen. Zunächst einmal wurden nach und nach einzelne Parzellen des Grundstücks erworben. Dann wurde ein Investor gesucht, der zum einen die Erschließung übernimmt und zum anderen die Bedingungen der Stadt erfüllt. Diese drehen sich beispielsweise um das Thema Infrastruktur: Auf dem Gelände müssen nicht nur die Grundstücke für die einzelnen Häuser erschlossen werden. Auch Wege und Abwasserkanäle müssen angelegt werden, ein Regenrückhaltebecken soll entstehen und direkt etwas größer angelegt werden – das Thema Starkregen ist allen Beteiligten präsent.

„Es wurden zwei Verträge ausgehandelt, ein städtebaulicher und ein Verkaufsvertrag“, erläutert der Bürgermeister. Am Ende ist es gelungen, diese zu unterzeichnen. Vertragspartner ist die Gesellschaft für Entwicklung und Bauen (GEB), ein Tochterunternehmen der Volksbank, geworden. Diese, so erklärt Goebel, werde die Vermarktung und Erschließung übernehmen, dazu gebe es schon bald weitere Details. Den Preis, den die Stadt für das Grundstück ausgehandelt hat, will er nicht nennen. Zuallererst gelte es jetzt, den Abriss der Mühle und der leerstehenden Nachbarhäuser anzugehen. „Für die Stadt ist es ein großer Schritt nach vorne“, erklärt er. Auch formal wurde dieser nun mit dem Ratsbeschluss bestätigt.  jtb

Ralf Goebel freut sich auf das lange geplante Projekt .
Erste Markierungen sind bereits gesetzt.

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