Hanna Lorenz will mehr und bessere Radwege in Deutschland

5 000-Kilometer-Demo

Johann Leefers und Ingrid Müller (Mitte) bekommen Unterstützung von Hanna Lorenz. Foto: Wieters

Jeddingen - Von Jens Wieters. Wenn alles gut geht, hat Hanna Lorenz Ende Juni gut 5 000 Kilometer auf dem Tacho ihres Fahrrads mit elektrischem Hilfsmotor. Denn die 52-Jährige radelt kreuz und quer durch Deutschland, um auf diese Art für mehr Radewege zu werben.

Die ersten 50 Kilometer ihrer Mammuttour hat sie am Montagmorgen hinter sich gebracht, als sie nach dem Start in Munster Zwischenstation in Jeddingen machte. Und dort lief Lorenz natürlich offene Türen ein, schließlich fordern vor allem die Jeddinger Einwohner seit Jahrzehnten einen Radweg von ihrem Dorf bis nach Brunsbrock in der Nachbargemeinde Kirchlinteln.

Am vergangenen Samstag hatten sie gemeinsam mit Radfahrern aus dem Raum Kirchlinteln und aus Stellichte gerade erst eine Fahrrad-Demo mit mehreren hundert Teilnehmern organisiert, die der Forderung nach dem Lückenschluss mehr Nachdruck verleihen soll. „Und da passt es ja prima, dass Hanna Lorenz mit ihrer Deutschlandtour uns kurz besuchen kommt“, so Johann Leefers, der die gelernte Juristin gemeinsam mit der Schafwinkler Ortsvorsteherin Ingrid Müller in Empfang nahm.

Rund 100 Kilometer will Lorenz mit ihrem E-Bike täglich schaffen. „Es geht jetzt über Verden nach Bassum und heute Abend will ich in Münster sein“, so die trainierte Frau, die danach über Köln nach Aachen radelt und sich dann in Richtung Osten aufmacht, um über Dresden und Magdeburg in drei Monaten schließlich wieder im Heidekreis ankommen will.

Die Idee zu dieser Tour kam ihr, weil sie täglich 20 Kilometer zu ihrer Arbeitsstelle nach Soltau radeln muss „Dort gibt es zwar einen Radweg, aber man hat es uns Radfahrern richtig schwer gemacht. Überall müssen wir auf Fußgänger und den Fahrzeugverkehr Rücksicht nehmen“, so Lorenz. Der Höhepunkt seien die frisch installierten „Vorfahrt achten“-Schilder auf ihrem täglichen Weg gewesen. „Ich muss jetzt anhalten, um Autos abbiegen zu lassen.“

Sie fordert deshalb von den Verkehrsplanern überall im Land, dass es zur „Selbstverständlichkeit“ werde, die Belange der Radfahrer in ihre Überlegungen und Lösungsansätze mit einzubeziehen. „Denn alle reden vom Umdenken hinsichtlich der individuellen Mobilität, und dazu gehören auch gute ausgebaute Wege für Radfahrer, die sie ohne irgendwelche Einschränkungen nutzen können“, sagt Lorenz.

„Und darum muss dieser Lückenschluss zwischen Jeddingen und Brunsbrock endlich kommen“, fordert Leefers, der darauf hinweist, dass man „von der Elbe bis an die Weser bei Bremen problemlos mit dem Fahrrad unterwegs sein kann. Nur die zehn Kilometer bei uns fehlen“. Ingrid Müller will auch weiterhin „ordentlich Druck“ bei den Landespolitikern machen, denn offenbar hapert es bei der Umsetzung des Radwegs nur an den Planungskosten.

Beide betonen, dass die Initiative Pro Radweg auch nach der erfolgreichen Sternfahrt weitermachen will, bis der erste Spatenstich für den Radweg erfolgt.

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