„Zum Glück nur ein Einzelfall“

Ausraster in Unterkunft für Asylbewerber: 40-Jähriger zerstört Wohnung

Der 40-Jährige hat die Möbel in ihre Einzelteile zerlegt und aus dem Wohnzimmerfenster geworfen.
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Der 40-Jährige hat die Möbel in ihre Einzelteile zerlegt und aus dem Wohnzimmerfenster geworfen.

Visselhövede – Zerschlagenes Geschirr, eine völlig zerstörte Küche und der gesamte Hausrat samt allen Möbeln, die im Garten des alten Klärwärterhauses in Visselhövede verstreut liegen: Viele Passanten auf dem Weg zum Bürgerpark Visselsee und vor allem auch die Angestellten des Klärwerks haben sich am Mittwochmorgen die Augen gerieben, als sie den Lärm in dem kleinen Haus hörten und die Möbel aus dem Fenster fliegen sahen.

„Ja“, bestätigt Ordnungsamtsleiter Mathias Haase, „der Bewohner des Hauses ist regelrecht ausgerastet und hat das ganze von uns und von vielen Privatleuten zur Verfügung gestellte Mobiliar des Hauses in seine Einzelteile zerlegt.“ Dem Ordnungsamt sei nichts anderes übrig geblieben, als den 40-jährigen Asylbewerber von der Polizei verhaften zu lassen und die Ausländerbehörde des Landkreises einzuschalten. „Das ist zum Glück bisher nur ein Einzelfall in dieser drastischen Form in unserem Stadtgebiet.“ Allerdings sei der Mann schon häufiger negativ aufgefallen.

Der 40-Jährige lebt nach Angaben des Ordnungsamts seit 2017 in Visselhövede und war vorher in der Samtgemeinde Fintel untergebracht, wo er ebenfalls häufiger aufgrund seines Verhaltens mit den Behörden zu tun gehabt habe.

„Bei uns ging es auch eine ganze Weile ganz gut, er hatte sogar eine Anstellung als Helfer im Garten- und Landschaftsbau und hatte in Jeddingen eine private Wohnung angemietet“, berichtet Haase. Als der Mann allerdings mit Holz ein offenes Feuer in der Wohnung entfachen wollte, habe er sie verständlicherweise räumen müssen.

„Es folgte ein Job in Bremen, wo er auch eine Unterkunft gefunden hatte“, so der Bereichsleiter des Ordnungsamts. Nur müsse der 40-Jährige alle sechs Monate seine Aufenthaltsgenehmigung verlängern und da habe die Hansestadt entgegen der Vereinbarung mit dem Land Niedersachsen nicht mitgespielt und darum sei der Landkreis Rotenburg für die Aufenthaltgenehmigung zuständig gewesen und die Stadt Visselhövede wieder für die Unterbringung. „Da blieb nur das alte Klärwerkshäuschen, in dem Einzelpersonen wohnen, die schlecht in eine Gruppe integriert werden können.“

In der Küche des alten Klärwärterhauses blieb kaum noch etwas heil.

Einen ersten Ausraster hatte der 40-Jährige demnach wohl bereits am Dienstagabend und hatte Möbelteile aus dem Fenster geschleudert. Haase: „Nach einer ernsten Ansprache hat er sich zunächst sehr einsichtig gezeigt. Leider hielt das nicht lange.“ Am Mittwochmorgen sei die Lage eskaliert und der Mann habe die Wohnung Stück für Stück komplett zertrümmert. „Warum weiß niemand“, so Haase, der die Ausländerbehörde des Landkreises eingeschaltet hat und darauf drängen will, dass der Mann nicht wieder nach Visselhövede zurückkommt.

Auch, weil solch ein Vorkommnis ein schlechtes Licht auf andere Asylbewerber in der Stadt werfe, die sich vorbildlich verhielten. „Wie haben gerade wieder 18 jüngere und ältere Personen aus einer Flüchtlingsunterkunft bei Osnabrück bekommen. Bei denen wie auch bei vielen anderen klappen der Alltag und vor allem die Integration sehr gut“, so Heiko Grünhagen vom Ordnungsamt, der sich um die Flüchtlinge kümmert.

Am Donnerstagmorgen war man im Visselhöveder Rathaus ganz gespannt darauf, wie es nun mit dem Mann weitergeht. „Es könnte sein, dass er jetzt doch wieder nach Bremen geht. Falls nicht, haben wir das Klärwärterhaus notdürftig wieder für eine Unterbringung hergerichtet“, so Heiko Grünhagen.

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