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Ausbildungsmesse in der Visselhöveder Oberschule

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Von: Jens Wieters

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Angebote in der Pflege geraten in den Fokus.
Angebote in der Pflege geraten in den Fokus. © -

26 Betriebe, knapp 200 Schüler und unzählige Informationen: In der Visselhöveder Oberschule steigt an zwei Tagen wieder die Ausbildungsmesse.

Visselhövede – „2,22 Minuten. Das ist zurzeit Rekord“, sagt Jochen Bruns schmunzelnd und feuert die drei Schüler an, den Wert zu unterbieten. Und die legen sich ins Zeug, denn als Gewinn lockt ein 20-Euro-Gutschein für die Eisdiele. Dass Berufe im Sanitärhandwerk nämlich auch eine ganze Menge Spaß machen, haben die Schüler der Visselhöveder Oberschule am Donnerstag zu Beginn der zweitägigen Ausbildungsmesse erfahren.

Klempnern auf Zeit kann auch Spaß machen.
Klempnern auf Zeit kann auch Spaß machen. © -

Zwar haben die drei es nicht geschafft, den Rekord zu knacken, aber die Figur, die aus verschiedenen Abflussrohren zusammengesteckt werden musste, haben sie dennoch hinbekommen. Unter anderem auch mit dieser kleinen Aufgabe hofft Bruns, dass er den einen oder anderen Schüler für einen Ausbildungsplatz in seinem Unternehmen begeistern kann.

Denn eines eint die 26 Aussteller von Bundeswehr bis Pflegedienst, von der Steuerverwaltung bis zum Dachdecker, vom Bäcker bis zum Energieversorger: Sie alle wollen den Kampf gegen den Facharbeitermangel endlich gewinnen. Und dafür braucht es zunächst einmal Auszubildende, die sich für die Jobs interessieren.

Infos über die Arbeit eines Energieunternehmens.
Infos über die Arbeit eines Energieunternehmens. © -

Damit die vielen Infos den Schülern auch jugendgerecht vermittelt werden, hatten einige Unternehmen extra ihre bereits angestellten Azubis zur Messe geschickt, die den Schülern der achten, neunten und zehnten Klassen in Form von Kurzvorträgen, aber auch anhand von praktischen Beispielen die einzelnen Berufe in der Aula, in Klassenräumen, aber auch auf dem Pausenhof vorstellen. So gibt es kaum Distanz und die Azubis sind auch gerne bereit, Fragen zu Ausbildungsdauer, zu den Inhalten, aber auch zum Verdienst während der Lehre zu beantworten. So lernen die Schüler in kurzer Zeit Ausbildungsberufe aus unterschiedlichen Branchen kennen.

So dürfen sich die Jugendlichen einige Infostände aus Handel, Handwerk, Industrie und Öffentlicher Dienst aussuchen, die sie besonders interessieren. Dort gibt es aber nicht nur eine detaillierte Beschreibung aus erster Hand, sondern einige praktische Übungen erledigen die Schüler gleich vor Ort. So etwa Holz verarbeiten, am Stand des Finanzamts eine Steuererklärung ausfüllen, oder die ersten Handgriffe der Altenpflege lernen. Zwischendurch wechseln die Jugendlichen in die Klassenräume, wo von den Unternehmen kurze Vortragsveranstaltungen vorbereitet worden sind, die durch Filme, Diagramme oder Folien ergänzt werden. Quasi mit Speeddating zum Job.

Wie funktioniert ein E-Auto?
Wie funktioniert ein E-Auto? © Wieters

Der zweite Tag der Messe, die im vergangenen Jahr coronabedingt eine Pause einlegen musste, ist den Besuchen der Schüler an den Werkbänken, Büros oder Laboren vorbehalten. „Dann sind aber nur die beiden älteren Jahrgänge dabei, die 2023 eine Ausbildung anstreben“, so Lehrer Matthias Voß. Der hatte die Ausbildungsmesse gemeinsam mit Sonja Deiter, die an der Schule für die Berufsorientierung zuständig ist, auf die Beine stellt.

Ursprünglich basiert diese Art des Aufeinandertreffens von Jugendlichen und Betrieben auf der Idee des Visselhöveder Präventionsrats, des Gewerbevereins und der Stadt. Deren Akteure hatten sich 2019 zur ersten Messe gesagt: „Wir haben vor Ort Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen und Firmen, die Azubis suchen. Warum also nicht beide zusammenbringen?“

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