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Visselhövede: Ein Rathaus für jedermann

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Von: Jens Wieters

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Kirsten Licher-Hellberg (l.) und Künstlerin Iri Kaija hängen Bilder im Visselhöveder Rathaus auf.
Kirsten Licher-Hellberg (l.) und Künstlerin Iri Kaija hängen Bilder im Visselhöveder Rathaus auf. © Wieters

Bürgermeister André Lüdemann will das Visselhöveder Rathaus mehr für jedermann öffnen, denn schließlich „gehört es jedem Bürger ein Stück weit“. Den Anfang macht eine Gemälde- und Fotoausstellung.

Visselhövede – Es sind zwar mit Kunst im Rathaus nur die ersten zarten Anfänge im Treppenhaus und auf den Fluren, aber Visselhövedes Bürgermeister André Lüdemann möchte den Sitz der Verwaltung mehr und mehr für jedermann öffnen. „Denn es ist ein öffentliches Gebäude, das jedem Einwohner der Stadt und der Dörfer irgendwie ein Stück weit gehört, und darum sollen sie sich ruhig mal bei uns umgucken“, will der Verwaltungschef Schwellenängste überwinden.

Ein Schritt dahin hat er bereits in der Woche vor Pfingsten gesetzt, als er die Abgänger der Oberschule im Rathaus begrüßte. „Wir hatten währen der Mottotage der Oberschule darüber gesprochen, und ich habe einige Gruppen Jugendlicher spontan eingeladen.“ Viele von ihnen seien das erste Mal überhaupt im Ratssaal gewesen, wo doch auch für sie wichtige Entscheidungen getroffen würden. „Darum wäre es prima, wenn die Visselhöveder, die Angelegenheiten im Rathaus zu klären haben, sich die Zeit nehmen, um auf den Fluren zu gucken, was es bei uns Neues gibt“, so Lüdemann.

Und das sind aktuell Bilder und Fotografien. Gemälde der Jeddinger Künstlerin Irida Völker, die Blumen, Landschaften und Abstraktes als Wirkungskreis nennt. Sie erläutert ihre Technik: „Das, was ich sehe, gebe ich in meinen Bildern wieder.“ Unter anderem das mittlerweile schon bekannte Gemälde, das traurige Aktualität erlangt: Die Farben der Ukraine, die von Unheil aus dem Osten bedroht werden. „Das habe ich Ende Februar spontan aus Wut über den Angriff Russlands gemalt“, sagt Völker, die aus Lettland stammt und ihre Arbeiten unter dem Künstlernamen Iri Kaija präsentiert. Kaija ist der lettische Begriff für Möwe.

Und dieses Tier gibt es unter anderem auf den Fotos von Bettina Sattler-Holzky zu sehen, die ihre Werke ebenfalls bis August im Rathaus hängen lässt. „Ich möchte nicht einfach nur ein Foto machen. Mein Gefühl zeigt mir einen anderen Blickwinkel. Details, die es mir ermöglichen, ein ganz eigenes Bild von den Dingen selbst zu schaffen”, teilt die Walsroderin mit, die vor sieben Jahren die Fotografie für sich entdeckt hat und vor allem das Inselleben auf Amrum ablichtet.

„Wir haben solch eine Vielfalt an Künstlern in der Region, sodass wir ihnen im Rathaus die Möglichkeit geben wollen, sich adäquat zu präsentieren“, unterstützt Vorzimmerfrau Kirsten Licher-Hellberg das Vorhaben ihres Chefs André Lüdemann und knüpft die Kontakte. Der hofft auf viele Besucher zu den Öffnungszeiten: „Einfach mal vorbeikommen.“

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