Heimatverein erhält Geld für die Sanierung der mit Reet bedeckten Gebäude

Vier Dächer sind zu erneuern

Die Vorsitzende des Heimatvereins, Christine Behrens, zeigt die defekten Stellen.

Scheessel - Von Pascal Faltermann„Ich will das Freilichtmuseum Scheeßel zukunftssicher machen und freue mich sehr, dass wir nun die Fördergelder bekommen“, sagte eine erleichterte Christine Behrens, Vorsitzende des Heimatvereins in Scheeßel. Dem Verein ist es gelungen, endlich die Finanzierung für die dringend erforderliche Erneuerung der vier schadhaften Reetdächer abzusichern.

Alt, brüchig und löchrig sehen die Dächer besonders von vier Gebäuden aus. Beim Häuslingshaus auf dem Meyerhof regnet es durch die Hausbedeckung durch. Außerdem hat sich ein Marder eingenistet und zerstört das Reet durch viele Löcher. Durch das Tropfwasser der umstehenden Eichen wird der Dachbelag ständig nass und kann durch zu wenig Sonne auch nur schlecht wieder trocknen. Auch auf dem Heimathausgelände sieht es nicht viel besser aus. Die Dächer des Honigspeichers, des Schafstalls und das Wirtschaftsgebäudes sind auszubessern. „Wir haben die Gebäude 1967 eingedeckt. Also liegt das Reet seit fast 45 Jahren. Mittlerweile hält es nicht mehr stand“, betont Christine Behrens. DasSchilfrohr, das vielerorts in getrocknetem Zustand zur Dacheindeckung verwendet wird, sei eine Pflanze, die eben auch älter werde.

Umso erfreulicher ist es für die Mitglieder des Heimatvereins, dass nun die letzten Finanzierungslücken geschlossen werden konnten. Vor allem sei dies dank der zweckgebundenen Spenden von Scheeßeler Firmen sowie von Privatpersonen ermöglicht worden, so Behrens. „Denen gilt dafür ein besonderer Dank“, so die Vorsitzende des Heimatvereins, die dafür insgesamt 60 Briefe aufgesetzt hatte. Die Finanzierung der Maßnahme setzt sich aus schriftlichen Zusagen für Zuwendungen vom Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung Niedersachsen in Verden zusammen. Das Landesamt habe nach Abstimmung mit der Gesundregion Wümme-Wieste-Niederung 30 Prozent der Gesamtkosten aus EU-Mitteln bereitstellt, während sich die Gemeinde Scheeßel mit zehn Prozent beteilige. „Dem Heimatverein war es nicht möglich, die restlichen 60 Prozent in voller Höhe mit Eigenmitteln abzusichern“, erklärt Behrens. Diese Finanzierungslücke wurde durch Mittel der Sparkassenstiftung Scheeßel sowie durch zweckgebundene Spenden geschlossen. Auch wenn sich Behrens nicht zur genauen Zahl äußern wollte, belaufen sich die Mittel wohl auf etwa 70 000 Euro.

Nun könne der Auftrag vergeben werden. Obwohl die Reetdachdecker volle Auftragsbücher haben, sollten alle Arbeiten fristgerecht bis zum 31. Dezember ausgeführt sein.

Der 1905 gegründete Heimatverein Scheeßel schuf durch den ehrenamtlichen Einsatz von Mitgliedern und Freunden ein Freilichtmuseum mit zwölf Gebäuden. Diese werden nicht nur ehrenamtlich verwaltet, sondern auch instand gehalten. Alle Einnahmen, sei es durch Veranstaltungen, Führungen, Mitgliedsbeiträge und Spenden, werden zur Pflege der Gebäude und des Inventars sowie für Ankäufe und Publikationen verwendet. Zehn Arbeitsgruppen mit fast 80 unentgeltlich arbeitenden Ehrenamtlichen sind tätig in der Blaudruckerei, der Weberei, dem Kunstgewerbehaus, bei Führungen, bei Skatabenden, in der Hof- und Gebäudepflege, bei geführten Fahrten und Wanderungen, bei der Inventarisierung sowie bei der Vorstandsarbeit. Mitglieder und Freunde sind erleichtert, dass die Sorge wegen der undichten Dächer in absehbarer Zeit behoben sein wird.

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