Hamburger Generalkonsulin der Indonesischen Republik im Gespräch mit der RK

„Viele Gemeinsamkeiten“

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Die Generalkonsulin Indonesiens Marina Estella Anwar Bey fühlt sich in Deutschland wohl.

Rotenburg - Von Heinz Goldstein - Die Generalkonsulin der Indonesischen Republik, Marina Estella Anwar Bey, besuchte die Familie Burgwald in Rotenburg. Mit ihren Kollegen und deren Familienmitgliedern waren sie und einige Nachbarn zu einem Essen beim Leiter der Rotenburger Volkshochschule eingeladen. Die RK nahm den Besuch zum Anlass, um ein Interview mit der Diplomatin zu führen.

Wie ist die gute Verbindung Ihres Konsulats zur Familie Burgwald und den Rotenburger Bürgern zustande gekommen?

Marina Estella Anwar Bey: Die Verbindung zur Familie Burgwald besteht bereits seit längerem. Michael Burgwald als Leiter der Rotenburger Volkshochschule hat gemeinsam mit seiner Frau Mey Serang den Vorschlag gemacht, in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat Hamburg einen indonesischen Kulturabend zu organisieren. Seit dieser ersten Veranstaltung, die bei den Rotenburger Bürgern auf großes Interesse gestoßen ist, führen wir gemeinsam in regelmäßigen Abständen Events durch. Bei den verschiedenen Events haben wir unter anderem indonesische Tänze und Angklungmusik aufgeführt. Mey Serang hat die Veranstaltungen mit ihren kulinarischen Spezialitäten bereichert.

Seit wann sind Sie in Deutschland als Generalkonsulin tätig?

Anwar Bey: Ich bin am 30. September 2010 in Deutschland angekommen und habe am 12. Oktober mein Exequatur von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland erhalten, die mir durch den Staatsrat der Freien und Hansestadt Hamburg, Carsten-Ludwig Lüdemann, ausgehändigt worden ist.

Wie gefällt Ihnen Deutschland und ganz speziell unsere Region?

Anwar Bey: Mir gefällt an Deutschland, dass hier alles sehr ordentlich, sauber und gut organisiert ist. Technologisch ist Deutschland hoch entwickelt, und auch im Bereich Bildung sehr hervorragend. Die Menschen in Rotenburg habe ich als sehr freundlich und offen kennengelernt. Auch der Bürgermeister, Detlef Eichinger, ist ein sehr sympathischer Mensch.

Welche Unterschiede (kulturell, gesellschaftlich und so weiter) haben Sie zwischen unseren beiden Völkern festgestellt?

Anwar Bey: Zwischen unseren beiden Völkern gibt es nicht nur Unterschiede, sondern auch viele Gemeinsamkeiten: Werte, wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und den Wunsch, Konflikte friedlich zu lösen. Die Bevölkerung in Indonesien ist zudem viel heterogener als in Deutschland. Es gibt bei uns über 300 verschiedene Völkerstämme. Jeder mit eigener Tradition, Sprache und eignenen Gebräuchen. Ein Unterschied ist vielleicht, dass in Indonesien die Familie eine noch stärkere Bedeutung hat.

Wie wird man eigentlich Generalkonsulin?

Anwar Bey: Nach meinem Studium an der Universität Indonesia in Jakarta habe ich 1985 meine berufliche Laufbahn beim Auswärtigen Amt der Republik Indonesien begonnen. Nach mehreren Stationen in Indonesien, zum Beispiel als Direktorin des Zentrums für politische Analyse und Entwicklungen der Region Asien, Pazifik und Afrika sowie als Leiterin der Wirtschaftsabteilungen der indonesischen Auslandsvertretungen in Bern, Toronto und Berlin, bin ich schließlich 2010 zur Generalkonsulin befördert worden.

Für wie lange sind Sie in Deutschland eingesetzt?

Anwar Bey: Normalerweise wird man als Generalkonsulin für drei Jahre eingesetzt. Es besteht aber die Möglichkeit einer längeren Dienstzeit.

Was sind Ihre Aufgaben in dem jeweiligen Land?

Anwar Bey: Als Generalkonsulin habe ich die Aufgabe die bilateralen Beziehungen zwischen Indonesien und Norddeutschland (Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) zu pflegen und weiter auszubauen. Insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Handel, Investitionen und im sozialkulturellem Bereich. Weiterhin nehmen wir konsularische Aufgaben für die indonesischen Staatsbürger in Norddeutschland war.

Haben Sie diplomatische Immunität?

Anwar Bey: Wie alle entsandten Mitarbeiter einer Auslandsvertretung in Deutschland verfüge auch ich über diplomatische Immunität.

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