Immer noch kein Investor für Wüstenhof gefunden / Zukunft der Mieter unklar

Versteigerung rückt näher

Wohin führt der Weg für das Heidedorf Visseltal? ·
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Wohin führt der Weg für das Heidedorf Visseltal? ·

Rotenburg - Von Matthias BergerVISSELHÖVEDE · „Nutzen Sie die Möglichkeit, ein Ferienhaus im Heidedorf Visseltal auf eigenem Grundstück zu errichten“, so steht es auf der Internetseite des Feriendorfes. Jetzt steht die auch als Wüstenhof bekannte Anlage vor der Zwangsversteigerung.

Die Zahlungsunfähigkeit der Betreibergesellschaft war bereits im Jahr 2010 offenkundig geworden. Die Geschäftsführung hatte im Einvernehmen mit der Gläubigerbank, der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg, den Rechtsanwalt Boris Freiherr von dem Busche als Liquidator damit beauftragt, das Vermögen der Gesellschaft zu veräußern und die Gläubiger auszuzahlen.

„Ich habe zunächst versucht, das Objekt freihändig zu verkaufen“, sagt von dem Busche. Zwar habe es Kaufinteressenten für einzelne Grundstücke gegeben, wegen vieler „Einzelproblemkomplexe“ sei der Verkauf jedoch gescheitert. „Mit den nachrangigen Gläubigern konnte keine Einigung erzielt werden“, sagt von dem Busche. Der Liquidator wehrt sich gegen den Vorwurf, er hätte Zeit verplempert, weil er es versäumt habe, sich im Vorfeld mit den privaten Gläubigern, die an hinterer Stelle im Grundbuch stehen, abzustimmen. „Ich habe gleichzeitig mit Kaufinteressenten und nachrangigen Gläubigern verhandelt“, so von dem Busche.

Nach Angaben des Rechtsanwalts wird jetzt die Zwangsversteigerung beantragt. Bis zur tatsächlichen Versteigerung werden aber noch einige Monate vergehen. Zeit, die von dem Busche nutzen möchte, um das Objekt doch noch freihändig zu veräußern. Er sei darum bemüht, einen Investor für das gesamte Objekt zu finden.

In der Zwischenzeit stehen die Mieter vor der Frage, was aus den Ferienhäusern wird, die sie auf den Grundstücken errichtet haben. „Das wird sich im Rahmen des Zwangsversteigerungsverfahrens zeigen. Es ist Sache des Ersteigerers, sich mit den Mietern auseinanderzusetzen“, sagt von dem Busche. Sollte er vorher einen Investor finden, müsste dieser mit den Mietern eine Einigung finden – oder die Zwangsversteigerung abwarten.

Als „Skandal“ empfindet es ein Anwohner, dass die Mieter der Grundstücke „keine Möglichkeit haben, ihr Haus zu retten“. Betroffen seien vor allem ältere Menschen, die nun auf der Straße landen würden. Die Stadt müsse sich um diese Menschen kümmern.

Für Bürgermeisterin Franka Strehse liegen die Dinge nicht so einfach. „Der Skandal liegt darin, dass hier Leute mit dem Versprechen gelockt worden sind, dass der Wüstenhof als Altersruhesitz geeignet wäre.“ Dabei sei die Anlage vom Landkreis als Feriengebiet ausgezeichnet worden. Als Hauptwohnsitz seien die Häuser damit gar nicht zulässig. Strehse: „Ich rate den Betroffenen, einen Anwalt einzuschalten.“

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