Ermittlungen wegen Totschlags

Vermisster Junge tot aus der Wümme geborgen: Mutter in Psychiatrie untergebracht – sie schweigt

Trauriger Einsatz in der Nacht: Rettungskräfte aus dem Landkreis Rotenburg (Niedersachsen) haben ein zuvor vermisstes Kind nur noch tot aus der Wümme bergen können.

Update, 9. November: Nach dem Fund der Kinderleiche in der Nacht zum vergangenen Freitag in der Wümme bei Rotenburg ermittelt die Staatsanwaltschaft Verden „nach wie vor wegen Totschlags“ gegen die 40-jährige Mutter des Kindes. Die wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom zuständigen Ermittlungsrichter in die Psychiatrie eingewiesen. „Sie hat sich bisher aber noch nicht geäußert“, sagt Martin Schanz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch das Ergebnis der Obduktion des vierjährigen Jungen liege bislang noch nicht vor

Kinderleiche in der Wümme: Junge war zuvor im Krankenhaus

Mutter und Kind waren am Freitag aus dem Rotenburger Krankenhaus verschwunden. Dort waren sie, weil der Junge behandlungsbedürftig war, wie die Staatsanwaltschaft bestätigt. Das Diako hatte sofort die Polizei alarmiert, die mit einem Großaufgebot nach Mutter und Kind gesucht haben. Die Einsatzkräfte haben die 40-Jährige gegen 22 Uhr in der Stadt entdeckt, knapp zwei Stunden später wurde der Vierjährige tot aus dem Wasser geborgen. Auf der Rotenburger Amtsbrücke stehen jetzt Kerzen und Blumen als Zeichen der Anteilnahme. (jw)

Update, 7. November:  Nach dem Fund eines toten Jungen in der Wümme in Rotenburg ist die Mutter des Kindes in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden. Ob die 40-Jährige tatsächlich ihren Sohn umgebracht hat, ist weiter unklar. Es gebe nichts Neues in dem Fall, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden am Samstag.

Gegen die Mutter wird wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt. Die Leiche des vier Jahre alten Jungen war in der Nacht zum Freitag aus dem Fluss geborgen worden. Die 40-Jährige hatte sich zuvor mit ihrem Sohn in einem Krankenhaus aufgehalten, war dann aber am Donnerstagabend plötzlich mit dem Kind verschwunden. Die Hintergründe des Falls sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiter völlig offen. (dpa)

Originalmeldung, 6. November: Rotenburg – Einsatzkräfte der Feuerwehr haben in der Nacht zu Freitag in Rotenburg einen vierjährigen Jungen tot aus der Wümme geborgen. Das teilt die Polizei in Rotenburg auf Anfrage unserer Zeitung mit. Auch sie war mit mehreren Kollegen vor Ort. Wie das Kind ums Leben gekommen ist, ist noch unklar. „Wir haben eine Todesursachen-Ermittlung eingeleitet“, so Polizeisprecher Heiner van der Werp. Eine Obduktion soll am Wochenende erfolgen.

Feuerwehrleute sind mit einem Boot im Einsatz. Ein vermisstes Kleinkind ist in Rotenburg (Wümme) tot aus der Wümme geborgen worden.

Bei dem nächtlichen Einsatz ist auch die DLRG aus der Kreisstadt hinzugezogen worden. Gegen 21 Uhr hatte ein Großaufgebot nach der 40-jährigen Mutter und dem Kind zu suchen begonnen. Wie die inzwischen eingeschaltete Staatsanwaltschaft in Verden auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, habe es zuvor einen entsprechenden Hinweis aus dem Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg gegeben. Die Frau habe das Krankenhaus am Abend mit ihrem behandlungsbedürftigen Jungen verlassen – das Diako wandte sich daher an die Polizei. 

Einsatzkräfte finden erst die Mutter - und dann das tote Kleinkind

Gegen 22 Uhr haben die Einsatzkräfte die Mutter in der Stadt angetroffen – den Jungen allerdings nicht. Bei der weiteren Suche nach ihm konzentrierten sich die Feuerwehrleute und die Experten der DLRG auf die Wümme. Auch Boote kamen dabei zum Einsatz. Und tatsächlich: Um 23.45 Uhr haben sie das Kind aus der Wümme geborgen. Ihm war allerdings nicht mehr zu helfen. Während der Suche war die Amtsbrücke in Rotenburg für längere Zeit gesperrt.

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften sucht in der Nacht zum Freitag nach einem vierjährigen Jungen im Bereich der Wümme. Gegen 23.45 Uhr finden sie das Kind – es ist tot.

Die Staatsanwaltschaft Verden konnte am Freitag nur wenige Einzelheiten zu dem Fall mitteilen. Sie ermittelt jetzt gegen die Mutter wegen des Verdachts des Totschlags und hat prüfen lassen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, sie einstweilig in der Psychiatrie unterzubringen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete am Abend dann der zuständige Ermittlungsrichter genau das an, teilte Staatsanwalt Martin Schanz mit.

Nach dem Einsatz hat die Rotenburger Feuerwehr einen Notfallseelsorger sowie das Kriseninterventionsteam für die Betreuung der der engagierten Helfer hinzugezogen. Stadtbrandmeister Thorsten Reinsch: „Das Angebot war für alle, die nach diesem Einsatz Redebedarf hatten.“ Ein solcher Fall sei schließlich für alle Beteiligten besonders schlimm. Rund 40 Feuerwehrkräfte aus Rotenburg und Unterstedt waren mit acht Fahrzeugen im Einsatz.

Die DLRG war gegen 22.40 Uhr alarmiert worden, berichtet Jürgen Meyer. „Wir sind dann vom Unterstedter Wehr aus die Wümme stromaufwärts gefahren und haben alles abgesucht.“ Auf ihrem Weg nach Rotenburg erreichte die neun DLRG-Mitglieder dann die Nachricht vom Fund des Kindes. Meyer: „Das ist einfach fürchterlich.“

Rubriklistenbild: © Nord-West-Media TV/dpa

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