179 000 Euro soll er bringen

DRK verkauft Bahnhof: Nur die Uhr ist schon weg

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Viel Platz innen, zarte Pastelltöne außen: Der DRK-Kreisverband will den alten Bahnhof verkaufen. ·

Visselhoevede - Von Jens Wieter. Wer schon immer mal seinen eigenen Bahnhof haben wollte und zwar nicht im Märklin-Format, sondern in realer Größe, der hat jetzt in Visselhövede die Möglichkeit dazu. Denn der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes verkauft das ehemalige Bahngebäude.

„Für 179 000 Euro steht das Haus, das wir 1993 von der Deutschen Bahn gekauft hatten, zum Verkauf“, bestätigt DRK-Kreisvorsitzender Klaus Borchardt auf Nachfrage unserer Zeitung. Im Vorfeld habe sich der Vorstand des Kreisverbands dazu durchgerungen, das „um 1900 zur Kaiserzeit“, wie Borchardt betont, gebaute Haus nicht weiter selbst zu nutzen.

Kein Wunder, denn aktuell gibt es nur von der Stadt Visselhövede eine kleine Miete für eine der beiden Wohnungen im Obergeschoss, die regelmäßig Aussiedlern, Flüchtlingen oder Asylbewerbern zur Verfügung gestellt werden. Die andere Wohnung steht zurzeit leer. „Somit ist der Bahnhof finanziell schon eine Art Mühlstein am Hals des Kreisverbands“, unterstreicht Borchardt.

Vorbei ist die Zeit, als der Wittorfer bei einem Blick auf die Kontoauszüge lächeln konnte. Denn sowohl die Rettungswache als auch der Visselhöveder DRK-Ortsverein fielen im vergangenen Jahr – allerdings nicht überraschend – als Mieter aus.

Die Sanitäter hatten nach vielen öffentlichen Diskussionen mitsamt Krankenwagen Ende 2012 ihr neues Domizil an der Nindorfer Straße bezogen. „Seit 1994 haben wir vom Landkreis als Träger des Rettungswesens regelmäßig unsere Miete bekommen. Dieser Ausfall lässt sich nicht so einfach auffangen“, so Borchardt, der 2011 auch die Kündigung des DRK-Ortsvereins auf den Tisch bekam.

Die Rot-Kreuzler haben bekanntlich im vergangenen Jahr das Haus an der Schäferstraße gekauft, in dem die Physiotherapiepraxis von Heribert Lang untergebracht war. Dort wurde jetzt die Kleiderkammer installiert und auch die Seniorennachmittage werden dort veranstaltet. „Auch die DRK-Kollegen waren lange 15 Jahre Mieter beim Kreisverband“, erläutert Borchardt.

Neben dem eigentlichen Bahnhofsgebäude war auch eine riesiger Güterschuppen im Besitz des DRK-Kreisverbands. „Den haben wir zum Glück an die Stadt verkauft, als der neue Holzbahnhof gebaut wurde.“

Borchardt und seine Vorstandskollegen haben den Bahnhof sowohl im Internet als auch in unserer Zeitung annonciert. „Vielleicht findet sich ja ein Liebhaber“, so der DRK-Chef, der von einer „stabilen Substanz“ des Hauses spricht. Auch habe man die beiden Wohnungen mit insgesamt acht Räumen immer wieder renoviert und die Bäder saniert. Borchardt: „Wir haben im kompletten Gebäude eine Wohnfläche von mehr als 400 Quadratmetern.“

Zu einem richtigen Bahnhof gehört natürlich auch eine große Bahnhofsuhr. Aber die wird sich der künftige Eigentümer woanders besorgen müssen. Denn das hübsche Exemplar an der Bahnhofstraße wurde bereits vor einiger Zeit bei Nacht und Nebel von Unbekannten abgeschraubt.

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