Holocaust-Gedenktag / Realschüler beschäftigen sich mit Nazi-Taten

„Verbrechen nie vergessen“

Jutta Wendland-Park und Detlef Eichinger legten am Holocaust-Mahnmal einen Kranz nieder. 150 Rotenburger waren dabei.
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Jutta Wendland-Park und Detlef Eichinger legten am Holocaust-Mahnmal einen Kranz nieder. 150 Rotenburger waren dabei.

Rotenburg - Zum 68. Mal jährte sich gestern der Tag, an dem die Überlebenden der Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau von der Roten Armee befreit wurden. Auschwitz gilt Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden und das Kainsmal der deutschen Geschichte. Rund 150 Rotenburger erinnerten sich gestern Abend ebenfalls daran.

Mittendrin die Schüler der beiden zehnten Klassen der Realschule, die sich im vergangenen Jahr in mehreren Gruppen intensiv mit den Gräueltaten des Nationalsozialismus beschäftigten.

So hatten Jugendliche das ehemalige KZ Bergen-Belsen, andere das Arbeitslager Buchenwald besucht. Sie sprachen gestern ihre Gefühlswelt an, die sie während der Recherche beherrschte: „Was wir im Dokumentationszentrum gesehen haben, ist grausam und schockierend zugleich. Gerade wir jungen Menschen müssen dafür sorgen, dass die Verbrechen niemals in Vergessenheit geraten.“

Im Sommer 2012 wurden von einer andereren Gruppen Tonziegel hergestellt, die mit den Namen sowjetischer Kriegsgefangener versehen wurden, die in dem Konzentrationslager ihr Leben ließen. Ein von den Schüler vorgetragendes deutsch-russisches Gedicht erinnerte die Besucher der Gedenkfeier im Ratssaal an einen Teil der dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte.

Dass es aber auch Hoffnung gibt und vor allem junge Rotenburger, die aufkeimenden nationalen Gedanken und Antisemitismus entschieden entgegentreten, machte eine weitere Schülergruppe deutlich, die im vergangenen Jahr auf dem jüdischen Friedhof der Kreisstadt aktiv war. So wurden die Infotafel erneuert und viele Gärtnerarbeiten verrichtet. „Vor diesem Hintergrund machte sogar das Unkraut jäten Spaß“, so eine Schülerin. Und eines ist den Heranwachsenden klar geworden: „Der Besuch der Gedenkstätten muss zum Pflichtprogramm an allen Schulen gehören.“

Jutta Wendland-Park, Vorsitzende der Rotenburger Werke, die die Gedenkfeier seit Jahren gemeinsam mit der Stadt organisiert, dankte den Schülern: „Es tut gut, wenn man sieht, dass sich junge Menschen mit dem Grauen der Nazis beschäftigen und sich für die hohen Tugenden unserer Gesellschaft wie Toleranz, Zivilcourage und Menschlichkeit einsetzen.“

Auch Rotenburgs Bürgermeister Detlef Eichinger forderte ein entschlossenes Auftreten gegenüber rechten Gruppierungen. „Wir müssen ihnen ganz einfach sagen, das sie bei uns nicht willkommen sind“, so Eichinger, der genau diese Worte vor der Landtagswahl der NPD auf dem Pferdemarkt mit auf den Weg gegeben hatte.

Der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz wurde übrigens 1996 auf Initiative des Ex-Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die vielen Millionen Opfer des Nationalsozialismus. · jw

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