Besonderer Wintervortrag von Bundeswehr und Kirchengemeinde im HdB

„Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen“

Hoffen auf viele Zuhörer: Peter Thom (v.l.), Philipp Hentschel, Karin Stegmann und Friedrich Bode. ·
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Hoffen auf viele Zuhörer: Peter Thom (v.l.), Philipp Hentschel, Karin Stegmann und Friedrich Bode. ·

Visselhoevede - VISSELHÖVEDE · „Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen“ heißt der Vortragsabend des Führungsunterstützungsbataillons 285 und der Kirchengemeinde, der am Donnerstag, 31. Januar, ab 18 Uhr sicherlich viele Zuhörer animieren wird, ins Haus der Bildung (HdB) zu kommen.

Referendar ist nämlich Oberstarzt a. D. Reinhard Erös, der nach seiner aktiven Bundeswehrzeit immer noch den größten Teil des Jahres in Afghanistan lebt und dort unter anderem 1998 die Kinderhilfe Afghanistan gegründet hat. Erös wird nicht nur über seinen Einsatz am Hindukusch berichten, sondern sich auch der Frage stellen, inwiefern der Militäreinsatz in dem Land sowohl wirklich notwendig als auch erfolgreich war.

„Es ist aber nicht nur ein reiner Vortrag geplant, sondern wir möchten mit Dr. Erös und den Zuhörern die Frage erörtern, ob es zum westlichen Militäreinsatz Alternativen gegeben hätte beziehungsweise auch heute noch gibt“, sagt der Presseoffizier der Kaserne Lehnsheide, Philipp Hentschel, der an dem Abend mit rund einer Stunde Vortrag und einer Stunde Diskussion rechnet.

Er betont, dass dieser Einsatz auch von den Bürgern in Uniform durchaus kritisch gesehen werde, darum „werden sicherlich auch einige Soldaten von ihren Erlebnissen in Afghanistan berichten, ohne militärische Geheimnisse zu verraten“, so Hentschel.

Seit zwölf Jahren befindet sich die Bundeswehr im Einsatz im Norden Afghanistans. Bis 2014 will die internationale Gemeinschaft der afghanischen Regierung die Verantwortung für die Sicherheit und Stabilität in ihrem Land übergeben. Damit verbunden ist auch eine Reduzierung der Stärke der internationalen Schutztruppe ISAF. In der deutschen Öffentlichkeit wird die Bilanz des Afghanistaneinsatzes von Beginn an kontrovers diskutiert.

„Ich wollte mit dem Referenten Dr. Erös einmal einen Hochkaräter nach Visselhövede holen, der den Einsatz auch durchs aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet“, so Pastor i. R. Friedrich Bode, der im damaligen Kommandeur in der Kaserne, Oberstleutnant Michael Kämmerer, sofort „einen engagierten Befürworter“ fand.

„Es ist klar, dass der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr auch in unserer Kirchengemeinde diskutiert wird“, so Karin Stegmann vom Kirchenvorstand, die es „mutig“ findet, dass sich die Bundeswehr dieser Thematik öffentlich stellen wird.

Pastor Peter Thom hofft, dass „viele Politiker den Vortragsabend“ verfolgen werden. „Wir bieten jedenfalls das Forum für besonders gute Gespräche.“

Neben seinen Erlebnissen und der Vorstellung seiner Bücher, wird Dr. Erös auch von seiner Kinderhilfe berichten. Sie baut und betreibt in den besonders gefährlichen südost-afghanischen Provinzen Schulen und Krankenstationen, Waisenhäuser und Lehrlingswerkstätten – ausschließlich mit privaten Spenden. Die Kinderhilfe Afghanistan bezahlt darüber hinaus den zurzeit rund 2000 afghanischen Mitarbeitern ein regelmäßiges Gehalt und ernährt damit ihre Familien.

Dr. Erös besucht mehrfach jährlich die Projekte, kontrolliert und überwacht die Arbeit, und bezahlt persönlich die Gehälter der Lehrer, Ärzte, Ingenieure sowie Bauarbeiter. Damit stellt er sicher, dass die Spendengelder sparsam und sinnvoll eingesetzt werden. · jw

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