Exxon-Mobil beantwortet Fragen der Bürgerinitiative zur Erdgasförderung

„Umwelt nicht gefährdet“

Mittlerweile ist der Bohrturm an der Bohrstelle Bötersen Z11 abgebaut, und die Erdgasproduktion wird vorbereitet. ·
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Mittlerweile ist der Bohrturm an der Bohrstelle Bötersen Z11 abgebaut, und die Erdgasproduktion wird vorbereitet. ·

Sottrum - Einen umfangreichen Fragenkatalog zur Erdgasproduktion im Raum Rotenburg hatte die Bürgerinitiative „Frackloses Gasbohren“ Ende November während eines Gespräches an Exxon-Mobil überreicht. „Diesen haben wir in der Zwischenzeit beantwortet“, teilt Pressesprecherin Dr. Ritva Westendorf-Lahouse mit. Die gesamten Fragen und Antworten gebe es zum Nachlesen auf der Internetseite des Unternehmens.

Im Fokus der Bürgerinitiative stehen die Bohrstelle Bötersen Z11 und die Versenkbohrstelle Sottrum Z1. Auf zehn Seiten – plus zahlreiche weiterführende Links – nimmt das Unternehmen Stellung. Die Kritiker bitten um Aufklärung zur Erdgasförderung, den Fördermengen, möglichen Risiken der angewandten Technologie, der Beteiligung betroffener Kommunen, der Sicherheit in den Lagerstätten, der Zusammensetzung und Giftigkeit der Fracking-Flüssigkeit und verpressten Materialien, der Umweltverträglichkeit des Frac-Verfahrens sowie den Überprüfungsinstrumenten zum Ausschluss einer Gefährdung von Mensch und Umwelt.

So erfahren Interessierte unter anderem, dass rund 95 Prozent des in Deutschland produzierten Erdgases aus Niedersachsen stammen. Mehr als ein Drittel der heimischen Erdgasförderung erfolge mittels Fracking, das hierzulande seit 50 Jahren angewendet werde und bisher in keinem Fall zu einer Umweltgefährdung geführt habe.

In punkto Beteiligung am Zulassungsverfahren für Z11 teilt das Unternehmen mit, dass die zuständige Bergbehörde nach dem Bundesberggesetz andere Behörden, deren Aufgabenbereich durch die vorgesehene Maßnahme berührt werde, vor der Zulassung des Betriebsplans beteiligen müsse. Gleiches gelte für die Gemeinden als Planungsträger. Beim Fracking werde ebenso verfahren.

Angesprochen auf die Klassifizierung der Frac-Flüssigkeit als „schwach wassergefährdend“ verweist Exxon-Mobil auf den rein rechtlichen Charakter dieser Einstufung, die nichts darüber aussage, ob die Flüssigkeit überhaupt ins Wasser gelange und es somit gefährden könne. Es sei unstrittig, dass dies nicht geschehen dürfe. Dafür sorgten die Versiegelung des Bohrplatzes, Mehrfachverrohrung der Bohrung, detaillierte Planung und Überwachung des Frac-Verfahrens sowie hunderte bis tausende Meter dichtes Deckgebirge.

Allerdings: „100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. (…) Entscheidend ist, dass alle Systeme und Verfahren so ausgelegt werden, dass Fehler minimiert beziehungsweise korrigiert werden können und Vorsorge getroffen wird, dass etwaige Auswirkungen so gering wie möglich ausfallen“, erklärt Exxon-Mobil und betont zugleich, dass das Unternehmen von der Umweltverträglichkeit des Frackings überzeugt sei. Einer Umweltverträglichkeitsprüfung stehe man grundsätzlich positiv gegenüber.

An anderer Stelle klärt Exxon-Mobil auf, dass das zuständige Bergamt den Sonderbetriebsplan für die Umwandlung der Bohrstelle Sottrum Z1 in eine Versenkbohrstelle 1990 für die Einpressung von bergbaulichen Wässern zugelassen hat, mit der im Mai 1991 begonnen worden sei. Im Vorfeld sei eine gutachterliche Stellungnahme des Landesamtes für Bodenforschung ergangen. Auch der Landkreis Rotenburg sei in das Verfahren eingebunden gewesen und die Gemeinde Hassendorf schriftlich über die künftige Nutzung der Bohrung informiert worden. Das rückverpresste Lagerstättenwasser – 2010 waren es 37 859 Kubikmeter – sei nicht radioaktiv gemäß Strahlenschutzverordnung.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.erdgassuche-in-deutschland.de unter dem Link „Sicherheit und Umwelt“. · sbo

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