Scheeßelerin hält an Landratskandidatur fest

Twesten geht auf Distanz zur SPD

Kreis Rotenburg - „Wir haben keinen Grund im Windschatten der SPD zu segeln.“ Elke Twesten, Landtagsabgeordnete und grünes Urgestein im Landkreis, hält an ihrer Kandidatur fürs Landratsamt fest (wir berichteten). Viele Gespräche innerhalb und außerhalb der Partei hätten sie bewogen, begründet die Scheeßelerin im Redaktionsgespräch, „noch mehr Menschen für unsere Politik und einen zukunftsfähigen Landkreis zu gewinnen.“

„Grün kommt weiter“, fasst Elke Twesten in einem Presse-Exposé zusammen, „wenn wir selbstbewusste Politik machen, wenn wir mit einem klaren Profil politische Alternativen anbieten können und deutlich machen, dass wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Spitzenämter zu besetzen.“ Die Grünen wären nicht darauf angewiesen, einen parteilosen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Zur Erinnerung: Ende vergangener Woche hatten die Spitzen der Mehrheitsgruppe im Kreistag aus SPD, Grünen und WFB den Rotenburger Superintendenten Hans-Peter Daub auf den Kandidatenschild gehoben.

Diese Kür hält Elke Twesten wohl für übereilt, zumal die endgültigen Voten von SPD und Grünen ja noch ausstehen. „Unsere Koalitionspartner, sowohl die SPD als auch die WFB sind mit ,Hurra‘ losgestürmt, jemanden von außen zu holen, sehen die größten Chancen darin, mit einem parteilosen Kandidaten anzutreten, der aber auch von seinem bisherigen beruflichen Umfeld geprägt sein wird.“ In ihrer Presseverlautbarung geht die grüne Parlamentariern in dem Zusammenhang auf Distanz zur SPD: „Rot-Grün ist kein Naturgesetz.“

Elke Twesten sieht in einer parallelen Kandidatur auch aus wahltaktischen Gründen durchaus Chancen, den amtierenden christdemokratischen Amtsinhaber, Landrat Hermann Luttmann, abzulösen. Die von Rot-Grün in Hannover favorisierte Stichwahl führe naturgemäß von vornherein zu einer höheren Mobilisierung der Wählerschaft, die die Chancen der Kandidaten der kleineren Parteien erhöhe.

Die Grünen werden in einer Mitgliederversammlung am 2. September darüber entscheiden, ob sie den Argumenten von Elke Twesten folgen wollen und ihre Kandidatur unterstützen. Dabei ist eine Zerreißprobe nicht auszuschließen, denn Hans-Peter Daub hat keinen Zweifel daran gelassen, dass er nur als gemeinsamer Kandidat der Mehrheitsgruppe überhaupt antreten werde. Das weiß auch Elke Twesten. Eine Entscheidung der Grünen für sie und damit gegen Daub könnte die Mehrheitsgruppe im Kreistag gefährden. Twesten: „Ich stehe zu unserem gemeinsamen Beschluss, einen Kandidaten für die Mehrheitsgruppe zu finden.“ Sie sei in Hannover etabliert, habe einen Job, der ihr Spaß mache und könne als Landtagsabgeordnete für eine zukunftsfähige Region arbeiten. sf

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