Schlachtung des Rinderbestandes offenbar noch nicht angeordnet

Tuberkulose in Hemslingen: Familienmitglied erkrankt

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Der Rechtsbeistand des Landwirts, Christian Teppe, fordert vom Landkreis eine schnelle Entscheidung über Schlachtung des Bestands oder Freigabe des Betriebs. ·

Hemslingen -  Die Ursache für die massive Häufung von Rinder-Tuberkulose in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Hemslingen bleibt weiter ungeklärt. Kreisveterinär Dr. Joachim Wiedner hält eine Ansteckung von Tier zu Tier für den wahrscheinlichsten Auslöser, will aber auch andere Ursachen nicht ausschließen.

Fakt ist: Seit einigen Monaten ist auch ein Familienmitglied des Hofbetreibers an Tuberkulose (TBC) erkrankt.

Ob ein Zusammenhang besteht zwischen der Erkrankung der Rinder und des Familienmitgliedes wollte der Hof-Tierarzt mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht nicht kommentieren. Fest steht: „TBC ist die häufigste Zoonose, also die Ansteckung mit bakteriellen Infektionen zwischen Mensch und Tier“, erklärt der Hemslinger Tierarzt Wilken Depke. Bei deutschen Zooärzten sei TBC oft die Todesursache. „Die bakterielle Virusinfektion erfolgt durch Tröpfchenübertragung, beispielsweise durch spuckende Lamas.“ Somit liege eine Ansteckung zwischen Mensch und Tier im Bereich des Möglichen.

Christian Teppe, Rechtsbeistand der betroffenen Familie, äußerte sich im Gespräch mit unserer Zeitung zu diesbezüglich kursierenden Vermutungen: „Ob überhaupt eine Verbindung zwischen der Erkrankung des Familienmitgliedes und den Tieren besteht, und falls ja, wer wen angesteckt hat, ist völlig unklar.“

Der Fachanwalt für Agrarrecht kann sich die Erkrankung des Familienmitgliedes nicht erklären: „Wir haben keine Idee, wo die Person sich angesteckt haben könnte. Sie war nicht im Ausland.“

Klarheit könnte die Untersuchung des genauen Typus der Tuberkulose ergeben. Die werde vom Landeslabor schon deshalb betrieben, weil man sich Rückschlüsse über die Herkunft des Erregers erhoffe. Ob die restlichen der rund 340 Rinder, die bis jetzt noch keinen positiven Befund aufweisen, ebenfalls „euthanasiert“ werden müssen, wie es im Fachjargon heißt, ist unklar.

Der Landkreis äußert sich in einer Pressemeldung und wohl auch nicht der Familie gegenüber zu diesem Thema. Christian Teppe will aber eine zeitnahe Entscheidung: „Der Landkreis ist gefordert, entweder den Betrieb wieder freizugeben oder die Euthanasierung des gesamten Bestandes anzuordnen.“ Die derzeitige Situation, dass „der Betreiber die Kühe zwar melken muss, die Milch aber nicht verkaufen darf, ist wirtschaftlich nicht haltbar.“

Denn die Kosten für die Tiere würden zwar von der Tierseuchenkasse übernommen, nicht jedoch der gesamte Ertragsschaden – eine Situation, die den Milchwirtschaft- und Zuchtviehbetrieb an den Rand der wirtschaftlichen Existenzfähigkeit bringe.

Teppe: „Hier steht die Verhinderung von Seuchen dem Tierschutzaspekt entgegen, nämlich der Tötung potenziell gesunder Tiere.“ Er fordert vom Landkreis eine Entscheidung innerhalb eines absehbaren Zeitraums. · hey

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